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Private Arbeitgeber lehnen geplante Pflegekammer ab

Altenpfleger ist ein Knochenjob. Die Mehrheit arbeitet häufig im Stehen und hebt schwer. Für Pausen ist dagegen oft keine Zeit. Foto: Markus Scholz
Altenpfleger ist ein Knochenjob. Die Mehrheit arbeitet häufig im Stehen und hebt schwer. Für Pausen ist dagegen oft keine Zeit. Foto: Markus Scholz
Trier/Mainz. Kranken- und Altenpfleger werden in Rheinland-Pfalz eine eigene Berufskammer bekommen. Damit sollen sie anderen Heilberufen gleichgestellt werden. Von den privaten Arbeitgebern werden die Pläne für eine Pflegekammer allerdings scharf kritisiert. Rainer Neubert

Wenn es um die Aufwertung des Pflegeberufes geht, ist Rheinland-Pfalz bundesweit Spitzenreiter. So hat der Ministerrat den Entwurf zu einem Heilberufegesetz bereits verabschiedet, das die Einrichtung einer Pflegekammer regelt. Ab 2016 soll die Standesvertretung für die 40.000 professionellen Pflegenden in Betrieb sein. "Die gewachsene Bedeutung der Kranken- und Altenpflege für das Gesundheitswesen erfordert eine Neubestimmung der Pflegeberufe", sagt Gesundheitsminister Alexander Schweitzer. "Die Pflegekammer wird als Interessenvertretung entscheidend an der Weiterentwicklung des Berufsbildes mitwirken." Ziel der voraussichtlich in Mainz ansässigen Institution wird es sein, die Pflegeberufe auf die gleiche Ebene der Selbstverwaltung zu stellen wie die anderen Heilberufe, zum Beispiel die Ärzte. Alle Pflegefachkräfte werden als Mitglieder der Kammer Pflichtbeiträge zahlen müssen. Markus Mai, stellvertretender Vorsitzender der mit den Vorbereitungen für die Kammer beauftragten Gründungskommission, spricht von sozial gestaffelten Beiträgen - weit unterhalb von einem Prozent des Gehalts. Während die Gewerkschaft Verdi von der neuen Institution zwar nicht begeistert ist, aber ihre Zusammenarbeit angekündigt hat, spricht sich der Arbeitgeberverband Pflege, Dachverband der privaten Pflegeanbieter, vehement gegen die Kammer aus. Verbandspräsident Thomas Greiner: "Rheinland-Pfalz ist dabei, den größten Unsinn zu machen. Die Altenpflege wird zum Steigbügelhalter für die Krankenhäuser." Greiner hält die vorhandenen Kontrollmechanismen und Vorgaben für eine hochwertige Pflege für ausreichend. "Bei einem Monatsbeitrag von durchschnittlich zehn Euro pro Monat werden vor allem die Menschen in der ambulanten Pflege aufschreien."

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