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UNESCO Weltkulturerbe: Von Österreich bis Luxemburg

Der Trierer Dom gehört seit 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Der Trierer Dom gehört seit 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe. FOTO: Pixabay.com, ©estrella-ontour CC0-Lizenz
Die Liste der UNESCO Welterbestätten ist lang. Insgesamt 165 Länder und über 1050 Stätten sind auf der Liste vertreten.

Dabei werden diese in Weltkulturerbe und Weltnaturerbe-Stätten untergliedert. Ein Blick auf die Welterbestätten in Deutschland und der Nachbarregion zeigt, welche Bandbreite und Besonderheiten den Besucher dort erwarten.

Das Salz der Erde: Dachstein Salzkammergut

Der Dachstein bildet den Hauptgipfel des Dachsteinmassivs. Mit 2995 m gehört das Massiv zu den höchsten Erhebungen in Österreich. Ursprünglich hauptsächlich Ziel von Bergsteigern und Wanderern, wird die Region auch immer mehr touristisch genutzt, denn neben den sportlichen Betätigungsmöglichkeiten und der landschaftlichen Idylle ist die Höhlenlandschaft, samt Tier- und Pflanzenwelt, einzigartig.

Im kulturellen Bereich ist das dortige Salzkammergut eines der beeindruckendsten Zeugnisse der Menschheit. Die damalige technische Entwicklung und die architektonischen Höchstleistungen lassen sich im eindrucksvollen Salzwerk bestaunen. Als wichtiges Handelsgut wurde das Salz damals als "weißes Gold" abgebaut und führte zu einer enormen Bedeutung für die Habsburger Monarchie.

Auch kulinarisch stellt das Salzkammergut eine hohe Bedeutung für die Region Hallstatt dar. Wer von dem wertvollen Gut kosten möchte, kann auf ganz besondere Rundgänge zurückgreifen. So ermöglicht das regionale Hotel-Hallstadt eine Verkostung verschiedener Salz-Variationen des Hallstätter Salzes. Zusätzlich können neben dem eigentlichen Salzbergwerk auch die heimischen Handwerksbetriebe besucht werden.

Die Kombination aus der Salzkammer und den landschaftlichen Gegebenheiten führten dazu, dass das Dachstein Salzkammergut zu den wenigen UNESCO Welterbestätten gehört, die gleichzeitig den Titel des Weltkulturerbes und des Weltnaturerbes tragen.

Relikte aus der Römerzeit

Nicht als Weltnaturerbe, dafür aber als Weltkulturerbe, erlangten viele alte römische Bauwerke an Bedeutung. Als älteste Stadt Deutschlands ist hier Trier Vorreiter. Verschiedene römische Baudenkmäler, der Dom und die Liebfrauenkirche erlangten bereits 1986 den Weltkulturerbestatus durch die UNESCO.

Dabei lassen sich bei der Wanderung durch die ehemalige Römerstadt noch jede Menge Reste jahrtausendalter Mauern finden: Reste der alten Stadtmauer sowie das Wahrzeichen von Trier, das Stadttor "Porta Nigra", sind Zeugen der damaligen Zeit.

Interessant ist, dass einige der römischen Baudenkmäler nie fertig gestellt wurden. So war die Porta Nigra zwar als Stadttor gedacht, jedoch kam es nie dazu, dass bewegliche Tore eingesetzt werden konnten. Es hatte zwar Bohrungen für die Türangeln der Tore gegeben, allerdings ragten immer noch die Bossen der nicht zu Ende bearbeiteten Quadersteine in die Öffnung, so dass dort kein Tor eingesetzt werden konnte. Dennoch beeindruckt der Bau aus über 7000 Steinquadern, die teilweise bis zu sechs Tonnen wiegen.

Weitere ehemalige Stadttore, wie der Porta Inclyta an der Westseite, der Porta Alba an der Ostseite und Porta Media an der Südseite fielen vermutlich in früherer Zeit dem Steinraub zum Opfer.

Die Kaiserthermen, eine großflächig geplante römischen Badeanlage, konnten ebenfalls nicht fertiggestellt werden. Die bis zu 19 m hohen Mauern weisen allerdings darauf hin, wie imposant die Badeanlage geworden wäre.

Größer jedoch als die Kaiserthermen waren die Barbarathermen. Hier sind jedoch nur noch die Grundmauern erhalten geblieben.

Kölner Dom: 632 Jahre Bauzeit

Auch in Köln existieren einige römische Weltkulturerbe-Stätten - eines der bekanntesten Bauwerke stellt sie allerdings alle in seinen Schatten: Der Kölner Dom - als monumentales Bauwerk und Meisterstück der gotischen Architektur ist er weit über die Landesgrenze hinaus bekannt.

Der Bau wurde bereits im Jahre 1248 begonnen. Abgeschlossen, mit mehreren Baupausen, wurde er schließlich 1880. Die Bekanntheit hatte er dabei nicht nur der enorm langen Bauzeit zu verdanken, sondern auch der Tatsache, dass er zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung weltweit das höchste Gebäude darstellte. Mit seinen beiden Türmen, die mit je 156 Metern in die Höhe ragen, konnte er diesen Satus bis ins 19. Jahrhundert aufrechterhalten.

Die Pläne zur Architektur entstammten zum Größenteil noch aus dem Mittelalter. Somit ist der Dom auch ein Wahrzeichen für die Meisterleistung der damaligen Zeit: Nicht nur die Höhe der Kathedrale, sondern auch die innere Ausstattung mit den Flügelaltären.

Kurzzeitig wurde die Kathedrale auf die Roten Liste für gefährdete Welterbe-Stätten gesetzt. Grund war die Gefährdung der visuellen Integrität durch geplante Hochhausbauten auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Die Stadtsilhouette hätte sich durch die Planungen 2004 möglicherweise stark verändert. Doch im Juli 2006 konnte die Kathedrale glücklicherweise wieder aus der Roten Liste entfernt werden.

Festungsbauten des Sonnenkönigs

Ein ebenfalls UNESCO-würdiges kulturelles Erbe wurde in Luxemburg Stadt anerkannt: Die Festungsstadt Luxemburg.

Im 16. Jahrhundert, zu Zeiten des französischen Sonnenkönigs Sébastian le Prestre de Vauban, wurde die Festung in Luxemburg erbaut. Die Errichtung erfolgte durch den Militärbaumeister des Sonnenkönigs Vauban. Zusätzlich zu den Mauern befindet sich in der Stadt ein Ensemble von 40.000 m² Kasernenfläche. Und Pulverlagern. Die Wenzelsmauer , ei n Teil der Festungsanlage, stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. Diese gilt mit ihren 37 Türmen und 15 Toren in der Unterstadt als eine architektonisch hochwertige Leistung. Die Festung selbst gehört zu einer der stärksten in Europa. 1994 wurde die gesamte Festungsanlage ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.