Winzer ernten bei Minusgraden Eiswein

Winzer ernten bei Minusgraden Eiswein

Die eisigen Temperaturen erfreuen zumindest einige Winzer: Sie können seit mehreren Tagen die Trauben für Eiswein einfahren. Die Ernte falle „klein, aber fein“ aus, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts in Mainz, Ernst Büscher, am Donnerstag (2.12.).

Unter anderem in der Pfalz, Rheinhessen, Baden und an der Mosel würden Trauben geerntet. Bereits am Dienstag - und damit wohl mit als erste - habe die Winzergenossenschaft im badischen Oberbergen bei minus 9 Grad 400 Liter Eiswein der Rebsorte Weißer Burgunder geerntet.

Weil die reguläre Weinernte in diesem Jahr sehr gering ausgefallen war, hatten nach Angaben Büschers nur wenige Winzer überhaupt noch Trauben für den Eiswein hängen lassen. Sie gingen damit ein Risiko ein, weil bei Eiswein ein Totalausfall droht, wenn es nicht kalt genug wird. „Das Risiko wurde belohnt“, sagte Büscher. Eiswein wird aus überreifen Trauben hergestellt, die bei minus sieben Grad oder kälter gelesen und gepresst werden. Er ist besonders süß, weil ein großer Teil des Wassers in den gefrorenen Früchten zurückbleibt und der Zuckergehalt sehr hoch ist.

Für Eiswein werden überreife, gefrorene Trauben gebraucht. Sie müssen einen Zuckergehalt von mindestens 125 Grad Öchsle haben. Je kälter es draußen ist, desto süßer wird der Wein. Die Weintrauben müssen bei einer Temperatur von mindestens minus sieben Grad gelesen und gepresst werden - am besten ist Dauerfrost an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Kälte sorgt für einen sehr konzentrierten Saft mit intensiven Aromen.

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