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Innovation
Wuppertal - Eine Stadt im Wandel

Wuppertal eilt nicht gerade der Ruf einer glitzernden Metropole voraus. Doch die Großstadt im Bergischen Land befindet sich im Wandel, gilt sogar als Modellkommune. Mit Veränderungen in vielen Bereichen will sie ein Gegenbild zu negativen Nachrichten der jüngeren Vergangenheit zeichnen. Diese Entwicklung nimmt die Bevölkerung positiv wahr; schon jetzt gilt Wuppertal als Stadt der Macher.

Mehr Lebensqualität durch verbesserte Infrastruktur

Das Wahrzeichen von Wuppertal ist weltweit bekannt: Seit über 110 Jahren schwebt die Schwebebahn über die Wupper und verbindet die Stadtteile Oberbarmen und Vohwinkel miteinander. Legendär ist auch die Geschichte um die Elefantenkuh Tuffi, die am 21. Juli 1950 im Rahmen einer PR-Aktion als erster Elefant über die Wupper schweben sollte. Vor den Kameralinsen der Fotografen wurde sie in einen Schwebebahnwaggon geführt, wobei sie nur knapp durch die Tür passte. Die Elefantendame geriet schnell in Panik, durchbrach die Wand der Schwebebahn und fiel rund 10 Meter in die Tiefe - doch sie überlebte leicht verletzt. Jeder Wuppertaler kennt diese Geschichte.

In den letzten Jahren hat Wuppertal zudem viel Geld in die Infrastruktur gesteckt. So hat die Stadt vor allem die Fahrradförderung vorangetrieben und die Trasse als Fahrradweg ausgebaut. Mittlerweile ist die Strecke von Vohwinkel bis Nächstebreck fast durchgängig mit dem Rad befahrbar und die Wege, die die Radfahrer innerhalb der Stadt zurücklegen müssen, sind nun deutlich kürzer. Auch der Umbau des Döppersberg gilt als Paradebeispiel für die Umstrukturierung innerhalb der Wuppertaler Innenstadt. Um für Fußgänger eine direkte Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt zu schaffen, wurde die B7 im Bahnhofsumfeld tiefer gelegt, sodass der Verkehr nun unterirdisch verläuft. Bis der Döppersberg jedoch in ein beliebtes Viertel mit Freizeit- und Kulturangeboten umgewandelt ist, werden noch ein paar Jahre vergehen.

Nichtsdestoweniger macht sich dieser positive Wandel schon jetzt in einer steigenden Lebensqualität bemerkbar, denn die Wuppertaler schätzen auch die zahlreichen Landschafts- und Stadtparks. So ist die Großstadt an der Wuppertal auch für Zugezogene reizvoll, die bei dem vielfältigen Wohnungsangebot in Wuppertal schnell ein neues Zuhause finden.

Wuppertal ist Modellstadt in Nordrhein-Westfalen

Nun wurde bekannt, dass eine Kommission Wuppertal beim Projekt Modellkommunen ausgewählt hat und das Land die Stadt in Zukunft finanziell fördert. Dies soll sich nicht nur positiv auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Bürger auswirken. Bei dem Projekt sollen Digitalisierungsprozesse in Wirtschaft und Verwaltung vorangebracht werden, wobei Wuppertal exemplarisch für andere Kommunen Strategien dazu entwickelt, die übertragbar sind.

Oberbürgermeister Mucke sieht beispielsweise beim sogenannten eGovernment Potenzial. So sollen Prozesse wie die Anmeldung eines Autos oder eines Gewerbes digitalisiert werden und online möglich sein. Besonders in diesem Bereich hat Wuppertal Bedarf, denn es scheiden immer mehr ältere Mitarbeiter aus dem Dienst aus und die Stadt hat mit der Reduzierung des Personals zu kämpfen. Durch digitalisierte Prozesse können nicht nur die Mitarbeiter entlastet werden, sondern auch die Bürger, die momentan lange auf einen Termin in den Ämtern warten müssen.

Für dieses Projekt bietet sich Wuppertal auch aufgrund der Teststrecke für selbstfahrende Autos sowie der Bergischen Universität an. Letztere könnte ein strategischer Partner sein, um Digitalisierungsprozesse im Tagesgeschäft bestmöglich einzusetzen. Die Macher-Mentalität ist an vielen Ecken Wuppertals zu spüren, denn kreative und innovative Ideen sind hier immer gern gesehen.