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24h Nürburgring 2022: Audi-Werksteam feiert Sieg

Motorsport : 24-Stunden-Rennen am Nürburgring: Audi-Werksteam feiert Sieg

Bei der 50. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring hat das Team Phoenix seinen insgesamt sechsten Sieg gefeiert. Damit bescherte das Team am Sonntag dem Autobauer Audi nach 2012, 2014, 2015, 2017 und 2019 ebenfalls den sechsten Triumph beim berühmten Langstreckenklassikers in der Eifel.

«Jeder Sieg vor meiner Haustür ist ein besonderes Geschenk», sagte Phoenix-Teamchef Ernst Moser der Deutschen Presse-Agentur. «Der heutige Erfolg macht mich sehr stolz, weil die Konkurrenz mit sieben Herstellern so stark war, wie schon lange nicht mehr.»

In einem Rennen, in dem am Ende sechs Teams innerhalb einer Runde lagen, siegten die Audi-Werksfahrer Robin Frijns, Dries Vanthoor, Frederic Vervisch (alle Belgien) sowie der Südafrikaner Kelvin van der Linde in ihrem R8 LMS Evo 2. Sie hatten 55,276 Sekunden Vorsprung auf den DTM-Champion Maximilian Götz (Uffenheim), der im Mercedes-AMG GT3 vom Briten Adam Christodoulou sowie Fabian Schiller (Troisdorf) unterstützt wurde.

Für van der Linde war es nach 2017 ebenso der zweite Erfolg wie für Vanthoor und Vervisch, die bereits 2019 mit Audi gewonnen hatten. Frijns siegte erstmals bei diesem Rennen, bei dem nach zweijähriger Corona-Pause auch wieder Zuschauer zugelassen waren. Offiziell kamen 230 000 Fans zum Ring und sorgten rund um die Nordschleife für überfüllte Parkplätze und ein zeitweiliges Verkehrschaos.

Update Sonntagmorgen:

Der Manthey-Porsche 911 GT3§, den Startfahrer Kevin Estre in einer sensationellen Aufholjagd nach dem Start nach der Straf-Rückversetzung auf Position 35 durch das Feld gepflügt und an die Spitzenposition gesetzt hatte, verabschiedete sich nach einem spektakulären Unfall aus dem Rennen. Dabei war der Franzose nach seinem ersten Einsatz noch sehr zufrieden gewesen: „Es war ein heißer Stint. Da wir am Ende der Gruppe starten mussten, haben wir sicher ein bisschen mehr Risiko als normal, aber es ist alles aufgegangen. Ich hatte ein paar Kontakte mehr, aber das Auto ist noch ganz.“

24h-Rennen: Porsche kracht in die Leitschienen

Mit Laurens Vanthoor am Steuer duelliert sich der „Grello“ genannte Vorjahressieger danach lange mit dem Phoenix Racing Audi R8 LMS GT3, den Dries Vanthoor zu diesem Zeitpunkt fuhr. Kurz vor der Hohenrain-Schikane führte eine Berührung zu einem Abflug des Porsche samt Einschlag in die Leitschienen. Laurens Vanthoor blieb zwar unverletzt, der Porsche war jedoch endgültig aus dem Rennen. Der Unglücksfahrer war danach geknickt: „Ich habe keine Blessuren, aber es ist natürlich schwierig, die Situation in Worte zu fassen. Es war vielleicht der dümmste Moment, an den ich mich erinnern kann. Mit Dries habe ich gesprochen. Wir fahren hier beide unseren absoluten Traum, und kämpfen beide für den Erfolg. Ich hätte sicherlich anders reagiert, wenn es nicht mein Bruder gewesen wäre. Aber ich habe mich vom Bruderkampf fangen lassen – das darf nicht passieren. Mir tut es unheimlich leid."

Thomas Mutsch beim 24h-Rennen auf Position 14

Ein gutes Auftaktrennen fuhr der Bitburger Thomas Mutsch als Startfahrer im Glickenhaus-Renner SCG004C in der Klasse SP-X. In den frühen Abendstunden lag der Exot des US-Milliardärs als Spitzenreiter seiner Klasse in der Gesamtwertung auf Position 14.

Obwohl das Rennen in der Nach ohne Beeinträchtigungen durch Nebelbänke oder heftigen Regen weiterging, häuften sich die Ausfälle prominenter Namen. Wieder einmal behauptete sich, dass das 24h-Rennen mittlerweile ein Dauersprint zweimal rund um die Uhr geworden ist. Noch vor Mitternacht hatte sich der ROWE Racing BMW M4 GT3 bei der Anfahrt zum Bergwerk nach einem Unfall aus dem Rennen verabschiedet. Ebenfalls raus sind mittlerweile der Walkenhorst BMW M4 nach Unfall im Schwalbenschwanz sowie der Pole-Setter, der Ferrari 488 nach gebrochener Spurstange inklusive Folgeschäden. Das Auto der BMW-Junioren landete in den frühen Morgenstunden in der Mutkurve in den Leitplanken und musste ebenfalls als Ausfall vermeldet werden.

Bei Sonnenaufgang wechselten sich an der Spitze der Schubert Motorsport BMW M4 GT3 mit dem Trierer Niklas Krütten sowie Phoenix Racing Audi R8 LMS GT3 ab. Torsten Schubert, der Teamchef des Trierer Piloten, fasste in den frühen Morgenstunden zusammen: „Für die Fahrer ist es sehr schwer da draußen. Manchmal hat man eine Flagge, die man sieht, manchmal sieht man sie nicht. Manchmal hat man normales Gelb, dann wechselt es plötzlich zu doppelt Gelb, manchmal geht es direkt von Gelb in einen Code 60. Die Streckenposten geben ihr Bestes, aber für die Fahrer ist es schwer das immer richtig zu sehen und nicht in einen Fehler hineinzulaufen. Das habe ich auch selber gemerkt."

Auf den Rängen drei und vier etablierten sich die beiden Getspeed AMG Mercedes GT3, die beide kurze Schrecksekunden in der Nacht hatten, aber keine bleibenden Schäden davontragen. In der gleichen Runden lagen nach 15 Stunden aktuell noch die ersten 11 Fahrzeuge. Der Glickenhaus SCG004 mit Thomas Mutsch ist auf Gesamtrang 16 das schnellste Auto außerhalb der SP9 Kategorie.

Alle Piloten waren von der Atmosphäre auf den Campingplätzen rund um die Nordschleife begeistert. „Die vielen Lagerfeuer, die die ganz Nacht hindurch brannten, sorgen mit den Fans, die scheinbar wie wir kein bisschen schlafen, für eine phantastische Stimmung.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: 24-Stunden-Rennen 2022 auf dem Nürburgring