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An Ausstattung mangelt es nicht

An Ausstattung mangelt es nicht

Die italienische Edelmarke Lancia kämpft ums Überleben. Nicht nur im Stammland Italien, sondern auch bei uns. Fahrzeuge wie der kompakte Delta, der vor drei Jahren eingeführt wurde, oder der neue Stadtflitzer Ypsilon sollen für frischen Wind und - möglichst betuchte - neue Kundschaft sorgen. Der Kleine trägt jetzt die größten Hoffnungen.

Trier. Ohne den ungestümen Vincenzo Lancia, der sich 1906 von der damals noch sehr jungen Firma Fiat lossagte und ein nach ihm benanntes Unternehmen gründete, wären viele Bestandteile eines modernen Automobils nie zu der Selbstverständlichkeit geworden, die sie heute sind. Und die wenigsten Autofahrer werden sich je darüber Gedanken gemacht haben, woher so nützliche und elementare Dinge aus dem automobilen Alltag wie eine komfortable Einzelradaufhängung, eine selbsttragende Karosserie oder auch ein Sechszylinder motor stammen. Aus dem Hirn und der Feder von Vincenzo Lancia nämlich, dem der ständige Drang nach innovativer Perfektion nachgesagt wurde.
Schick und schnell


Lancia taugte nie zur Massen produktion, war nie für die Imbissbude, sondern stets für das feine Restaurant gemacht. Ein Lancia war immer eine Art Fiat al dente: Etwas für Leute, die in jeder Hinsicht Freude an den schönen Dingen des Lebens hatten. Fahrzeuge aus dem Hause des Firmengründers mussten schick und schnell sein. Und sie mussten außerhalb von Normen und Konventionen fahren.
Als Lancia im Motorsport seine Triumphe feierte, als Modelle mit so klangvollen Namen wie Fulvia und Flavia die Straßen, Pisten und Prüfungen der Welt adelten, war die italienische Manufaktur auf dem Höhepunkt ihres Ansehens. Stars und Sternchen wie Marlene Dietrich oder Max Schmeling nannten schon vorher einen Lancia ihr Eigen. Auch in der Region standen in den 1980er Jahren Zehntausende für die Wertungsprüfungen am Straßenrand, wenn die dröhnenden Lancia Delta Inte grale mit ihren ultrabreiten Radkästen die Hunsrück-Rallye dominierten. Irgendwann aber war die Zeit von Glanz und Glamour beendet. Modelle wie Lybra oder Thesis wurden zu Ladenhütern. Und auch der Delta behauptete sich im Land von Golf und Astra nur noch am Rande. Der Name Lancia wurde irgendwann auf den kleinen Y10 reduziert. Mit einem 75 PS starken Sechzehn-Ventiler war er vor einem Vierteljahrhundert bei weitem flotter und schicker als die deutsche und französische Konkurrenz. Und Alcantara-Sitze im Interieur: So was gab es ohnehin bei keinem anderen Hersteller. Aber dem Angebot mangelte es an Nachfrage.
Aus dem Y10 wurde später der rundere Y, dem der Ypsilon folgte. Dessen neueste Generation, die jetzt eingeführt wird, soll nicht nur an Glanz und Gloria früherer Jahrzehnte erinnern, sondern dem Kunden auch im Bereich der kleinen Stadt flitzer wieder jenen Hauch von Exklusivität und Anderssein suggerieren, den eben nur Produkte aus dem Hause Lancia bieten können. Zudem steht die Marke Lancia nach der schrittweisen Übernahme von Chrysler durch Fiat vor einer Zäsur.
Technisch basiert der neue Ypsilon auf dem Fiat Panda, dessen nächste Generation für Herbst avisiert wird. Um dessen Alltagsnutzen zu steigern, wird er nur noch als Fünftürer angeboten. Auf 2,39 Meter Radstand haben die Ingenieure eine Art geräumiges Wohnzimmer gebaut, und für den Stadtbummel bietet der neue Ypsilon auch in der zweiten Reihe genügend Platz.
Wie bisher ist die Instrumententafel unverändert in der Mitte des Armaturenbretts angebracht, was schon beim Mini nicht nur Anhänger hat. Mit einem Hauch außergewöhnlicher Eleganz hebt sich der neue Ypsilon immer noch von der Konkurrenz ab. Und an technischen Zusatzausstattungen, wie etwa einem Park assistenten, der dem Fahrer noch das Kurbeln am Lenkrad abnimmt, mangelt es ebenfalls nicht.
Zwei Benzinmotoren mit 69 und 85 PS sowie ein Diesel mit 112 PS stehen für den Antrieb bereit. Eine Stopp-Start-Automatik ist in allen Versionen serien mäßig. Die Preisliste des Ypsilon beginnt bei 12 500 Euro für die Basisversion.