Auch Allradler brauchen Winterreifen

Auch Allradler brauchen Winterreifen

Von Oktober bis Ostern: Diese Faustregel beherzigen viele Autofahrer beim Umrüsten auf Winterreifen. Dabei gilt: Auch allrad getriebene Autos kommen bei Eis und Schnee nicht ohne aus. Der permanente Antrieb beider Achsen hat zwar Vorteile, ersetzt die richtige Bereifung aber nicht.

Trier. Seit 2006 gib es in Deutschland eine gesetzlich vorgeschriebene sogenannte situative Winterreifenpflicht, die im vergangenen Jahr präzisiert wurde. Auch in der Region, in Eifel und Hunsrück, lassen saisonale Bedingungen wie etwa der lang anhaltende vergangene Winter, keine Zweifel daran aufkommen, dass ohne eine entsprechende Bereifung Chaos auf den Straßen herrschen würde und kein Vorwärtskommen möglich wäre. Die Umrüstquote - nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland - betrug demzufolge 2010/2011 knapp 90 Prozent. Drei Jahre zuvor waren es nur 78 Prozent gewesen
Etwas anders ist es bei den Besitzern von sportlichen Mehrzweckfahrzeugen, kurz SUV genannt, sowie Pick-Ups oder Allrad-PKW. Sie erliegen mitunter dem Trugschluss, die Beschaffenheit ihrer Autos mache den Einsatz von Winterreifen unnötig. Tatsache ist jedoch, dass Allradler zwar auf schneebedeckter Fahrbahn bessere Fahreigenschaften als ein Front- oder Hecktriebler haben. Allerdings hilft der Allradantrieb beim Bremsen keinen Deut weiter. Ein Test auf schneebedeckter Fahrbahn zeigt die möglichen Folgen in aller Deutlichkeit auf: Ein SUV auf Winterreifen mit Tempo 50 kam nach 28 Metern zum Stehen. Mit Sommerreifen waren es dagegen über 65 Meter. Reifen-Experte Andreas Topp vom Hersteller Continental erklärt, dass auch das hinlänglich bekannte M+S-Symbol (für Matsch und Schnee) am Reifen keine Gewissheit über dessen Winter-Eigenschaften gibt. Er empfiehlt, auf das Schneeflockensymbol an der Reifenflanke zu achten, das im Gegensatz zu M+S rechtlich geschützt ist. Denn das Buchstabenkürzel kann jeder Hersteller nach Belieben auf seinen Erzeugnissen anbringen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um einen Winter-, Ganzjahres- oder Sommer pneu handelt.
Passionierte Wintersportler aus der Region, die ihren Ski-Urlaub in Österreich verbringen wollen, sollten zudem wissen, dass in der Alpenrepublik wie bei der Autobahnvignette eine besondere Handhabung in Bezug auf die Bereifung gilt. Das Land schreibt nicht nur eine generelle Winterreifenpflicht vor, sondern auch eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern. Reifen, die diesen Wert unterschreiten, gelten als Sommerpneus. Und das wird in Österreich nun mal finanziell sanktioniert. Geld, das man besser in den Skipass investieren sollte. jüb

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