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Auf einem Luftpolster über Feldwege

Auf einem Luftpolster über Feldwege

Volvo bietet nun auch eine Cross-Country- Version des neuen V90 an. Der große Kombi hat Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit.

Köln Viele Sicherheitssysteme, beachtliche Alltagsqualitäten und klares Design sind die typischen Merkmale, die man mit Volvo in Verbindung bringt. Um bei seinen vernünftig wirkenden Fahrzeugen eins draufzusetzen, hat der schwedische Hersteller schon vor 20 Jahren einzelnen Modellen eine Art Lizenz fürs Grobe mit gegeben: Die Cross-Country-Ausführungen haben Allrad antrieb, erhöhte Bodenfreiheit, Unterfahrschutz und dezente Kunststoff beplankung rundum. Das rüstet sie gut für Ausflüge über Stock und Stein. Derzeit sind V40, S60 und V60 auch als Cross Country erhältlich. Nahezu jeder vierte Käufer dieser Baureihen greift zu der aufgepeppten Querfeldein-Version.
Ein Neuzugang ist der Kombi V90 Cross Country mit stattlichen 21 Zentimetern Bodenfreiheit. Damit liegt er sechs Zentimeter über der herkömmlichen Version. Der V90 Cross Country weist kleine Änderungen am Kühlergrill und einen unscheinbaren Schriftzug am hinteren Stoßfänger auf. Stärker fallen die schwarzen Radverbreiterungen und Seitenschweller sowie der silberfarbene Unterfahrschutz auf.
Im Innenraum ist alles wie bisher: übersichtlich angeordnete Instrumente, nur wenige Schalter und Knöpfe, dafür ein großer, senkrecht stehender Bildschirm in der Mittelkonsole, auf dem per Wischen und Drücken allerhand Funktionen gesteuert werden können.
Feine Ledersitze, schwarze Walnussholzeinlagen sowie zehn Lautsprecher mit Konzertsaalgüte lassen vermuten, dass Fahrten über landwirtschaftliche Wege meist eine Ausnahme bilden. Der V90 Cross Country ist eher etwas für den städtischen Lodenmantelträger als für den Waldarbeiter, der sich durch den Schlamm kämpfen muss.
Der schwedische Allradkombi fasst bis zu 1,5 Kubikmeter Gepäck und kann bis zu 2,4 Tonnen an den Haken nehmen. Vier Motoren sind im Programm. Stets aus zwei Litern Hubraum und vier Zylindern werden aus den beiden Benzinern 254 PS/187 kW und 320 PS/235 kW sowie aus den beiden Dieseln 190 PS/140 kW und 235 PS/173 kW gekitzelt. Obendrein baut der Hersteller, der seit 2010 zum chinesischen Geely-Konzern gehört, in jeden Cross Country serienmäßig seine komfortabel schaltende Acht stufen-Automatik ein.
Bei ersten Testfahrten mit dem 190 PS/140 kW starken Einstiegsdiesel fühlten wir uns nicht untermotorisiert. Es schmerzte aber ein wenig, dass der Bordcomputer bei gemäßigter Fahrweise einen Verbrauch von 7,5 Litern anzeigte. Das liegt beinahe zweieinhalb Liter über dem Normverbrauch.
Mit dem soliden Fahrwerk, das guten Komfort bietet, aber nicht so weich abgestimmt ist, dass der Wagen aufschaukeln würde, sowie den guten Sitzen werden selbst stundenlange Fahrten zu angenehmen Touren. Manche Kunden werden für 2000 Euro Aufpreis das adaptive Luftfahrwerk einschließlich automatischer Niveau regulierung an der Hinterachse ordern. Sie können dann zwischen den Einstellungen Eco, Comfort sowie Dynamic wählen.
Über das Übliche hinaus gehen die Sicherheitssysteme im V90 Cross Country: Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsanpassung, teilautonomes Fahren bis 130 km/h, Heckaufprallschutz und Querverkehrswarnung beim Rückwärtsausparken gehören zu den sinnvollen Angeboten, ebenso ein intelligenter Einpark assistent. Dass aber ein Gepäckraum-Trennnetz im Kombi ausgerechnet beim Sicherheitspionier Volvo mit 140 Euro Aufpreis zu Buche schlägt, finden wir kläglich.
Der Volvo V90 Cross Country steht ab sofort mit dem Basis diesel für 56 350 Euro beim Händler. Knapp einen Tausender mehr kostet der Einstiegsbenziner.