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Auf Nässe, Schnee und Eis: Was muss ein guter Winterreifen können?

Auf Nässe, Schnee und Eis: Was muss ein guter Winterreifen können?

Der Winter hat in der Region noch nicht begonnen. 2013 / 2014 ist er zudem fast ganz ausgeblieben. Dennoch gilt auch an der Mosel, in Hunsrück und Eifel: Ohne Winterreifen unterwegs zu sein, ist grob fahrlässig, wenn man sicher vorwärtskommen will. Auch dann, wenn die kalte Jahreszeit bei uns nicht aus Schnee und Eis, sondern hauptsächlich aus nassen Straßen besteht.

Ein guter Reifen für die Jahreszeit, die der Autofahrer so gar nicht liebt, muss sich also nicht nur auf zugefrorenen und verschneiten Straßen bewähren, sondern auch gute Nässe-Eigenschaften vorweisen. Nasshaftung nennt der Experte das. Woran aber kann man bei einem Winterreifen erkennen, ob der Pneu über exzellente Nass-Eigenschaften verfügt? Aus diesem Grund gibt es das seit 2012 verpflichtende EU-Reifenlabel. Es indiziert neben Rollwiderstand und Geräuschniveau auch die Nasshaftung eines Reifens.Nach vorgegebenen Testrichtlinien werden neben den beiden ersten Kriterien auch die Ergebnisse des Bremsens auf einer nassen Fahrbahn bewertet. Sie werden in verschiedenen Kategorien von A bis E eingestuft. Mehr als 90 Prozent aller derzeit auf dem Markt angebotenen Winterreifen weisen die Labelklasse C oder E auf. Die Klasse D ist nicht vergeben. Doch die Bremsunterschiede können hier schon bis zu zehn Metern ausmachen. Dazu ein Beispiel aus der Praxis: Wird ein Fahrzeug mit den C-Reifen von 80 auf 20 km/h herunter gebremst, dann hat das Auto mit den E-Reifen im gleichen Moment noch eine Restgeschwindigkeit von 38 km/h. Man kann sich unschwer vorstellen, was dies bei einem Aufprall bedeutet. Neben dem beträchtlich gestiegenen Sachschaden ist vor allem die Gefahr für Leib und Leben der Insassen ungleich höher. Dipl.-Ing Lars Hannawald von der Unfallforschung der Technischen Universität (TU) Dresden erläuterte bei einem Seminar des Reifenherstellers Goodyear-Dunlop, das zwischen Oktober und März knapp doppelt so viele Autos auf nasser Straße verunfallen wie im Sommer. Das hatte die Analyse realer Unfalldaten seines Institutes ergeben. Der Grund hierfür ist einleuchtend: Wenn es feucht ist, mangelt es an Grip, die Bremsleistung der Reifen bei Nässe ist schlechter als auf trockener Fahrbahn. Also sagt Hannawald: „Diese Zahlen verdeutlichen die Wichtigkeit der Nasshaftung eines Winterreifens.“Ein empfehlenswerter Winterreifen muss aber mehr können als nur auf nasser Fahrbahn gut zu bremsen. Wichtig bei einem funktionstüchtigen Winterreifen ist neben der Nasshaftung vor allem die Profiltiefe. Ein „abgelutschter Schlappen“ taugt nicht für den Straßenverkehr. Schon gar nicht im Winter. Über die Qualität der angebotenen Winterreifen auf dem Markt können sich die Autofahrer der Region neben den Bewertungen im EU-Reifenlabel auch bei den unabhängigen Tests der Fachmagazine und der Autoclubs informieren. Bei jedem fünften in einen Unfall verwickelten Pkw, so das Ergebnis der Dresdener Unfallforscher, habe die Profiltiefe der Reifen unter den empfohlenen vier Millimetern gelegen. Bei drei Prozent der Fahrzeuge waren es sogar weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimeter.Goodyear Dunlop bringt mit Beginn des Winters den „Ultra Grip 9“ heraus. Er ist als Winterreifen für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse entwickelt worden und hat die erwähnten objektiven Tests durchlaufen. Demnach zeichne er sich „durch hervorragende Brems-, Handling- und Traktionseigenschaften auf Schnee aus.“ Der Hanauer Reifenhersteller kam 1971 mit dem Ultra Grip 1 auf den Markt. Seitdem sind in 43 Jahren von dieser Modellfamilie mehr als 60 Millionen Stück verkauft worden.“