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Autokauf im Internet - mit wenigen Mausklicks zum eigenen Wagen

Gekauft über das Internet. Käuferin macht eine Probefahrt.
Gekauft über das Internet. Käuferin macht eine Probefahrt. FOTO: Vladyslav Starozhylov - 324296594 / Shutterstock.com
Wie oft hört man heutzutage den Satz "was täten wir nur ohne das Internet"? Tja, vermutlich nicht allzu oft vor dem PC sitzen. Es wären aber vor allem viele Annehmlichkeiten, die wegfallen würden.

Zum Beispiel das Einkaufen per Mausklick. Es ist schon sehr bequem, zu Hause am Bildschirm etwas einzukaufen, was man direkt bezahlen kann und in wenigen Tagen schon geliefert bekommt. Niemand muss mehr nach draußen und kann gemütlich vom Schreibtisch aus alles regeln. Gerade beim Einkaufen von Waren gibt es kaum Grenzen - nichts, was nicht online zur Verfügung steht. Auch der Automarkt hat das World Wide Web bereits für sich erobert.

Zur Jahrtausendwende haben vor allem die Gebrauchtwagenportale geboomt. Wer seinen Gebrauchten verkaufen wollte, hat dies einfach online getan. In den letzten Jahren rückte dann die Neuwagenvermittlung immer mehr in den Fokus der Verbraucher. So können sich fast zwei Drittel der Kaufwilligen vorstellen, einen Neuwagen im Internet zu erwerben. Zwischen 2010 und 2013 ist die Anzahl verkaufter Wagen daher stetig angestiegen. Waren es 2010 noch 25.000 konnten Autohändler 2013 40.000 verkaufte Neuwagen im Internet verbuchen.

Preis kommt vor Qualität

Des Deutschen liebstes Kind ist sein Auto. Zumindest war das früher der Fall. Heutzutage scheint es beim Kauf eines Autos allerdings so zu sein, dass die Qualität gar nicht mehr so wichtig scheint. Der Preis steht nämlich beim Onlinekauf an erster Stelle. Das sind die wichtigsten Kriterien (Quelle: Dekra), wenn Deutsche online Autos kaufen:

· 34 Prozent setzen auf den Preis des Fahrzeugs

· 27 Prozent finden die Sicherheit besonders wichtig

· 15 Prozent achten auf die Qualität

· 7 Prozent legen Wert auf den Komfort des Wagens

· 6 Prozent ist die Umweltfreundlichkeit ausschlaggebend

· 5 Prozent entscheiden sich wegen des Markenimages für ein Auto

· 4 Prozent schauen besonders auf die Leistung und die Qualität

· 2 Prozent ist es der Händler wichtig

Online sind Neuwagen im Schnitt 5 Prozent günstiger, als beim Händler. So gewährten Vertragshändler rund 11 Prozent Rabatt, während man online bis zu 16 Prozent bekommen kann. Verkauft werden die Autos online in der Regel über Vermittlungsportale. Und hier sollte man genau hinsehen, denn online können zahlreiche versteckte Gebühren, wie etwa bei der Konfiguration, der Abholung oder Lieferung und nicht zuletzt durch Vermittlungsgebühren die Rabatte schnell schrumpfen lassen.

Vor- und Nachteile beim Onlinekauf von Neuwagen

Sich einen Neuwagen einfach online zusammenzustellen, nicht mehr Nachmittage bei diversen Autohändlern verbringen zu müssen - es hat durchaus Vorteile, sein neues Auto im Internet zu kaufen. Dazu gehören:

· Einfacher Preisvergleich verschiedener Modelle und Marken

· Höhere Rabatte

· Keine lästigen Preisverhandlungen

· Keine Bindung an Öffnungszeiten

· Autokauf von zu Hause aus

Wo Vorteile sind, sind Nachteile nicht fern. Laut einer Umfrage von Statista ist für die meisten Befragten, nämlich für fast jeden Zweiten (45 Prozent) das größte Manko, dass keine Probefahrt des Wunschwagens möglich ist. Weitere Kriterien sind:

· 37 Prozent: Preis- und Produktinformationen unvollständig

· 31 Prozent: Fotos vom Innenraum des Wagens fehlen

· 23 Prozent: Preis nicht online verhandelbar

· 21 Prozent: Kein direkter Kontakt mit Verkäufer/Händler möglich

· 17 Prozent: Tatsächliche Verhandlungen nicht möglich

· 17 Prozent: Altes Fahrzeug kann nicht in Zahlung genommen werden

· 10 Prozent: Neues Fahrzeug kann nicht direkt finanziert werden

· 8 Prozent: Hersteller/Händler/Verkäufer kann Fahrzeug nicht liefern

Auch wenn das Auto über ein Vermittlungsportal gekauft wird , wird der Vertrag immer mit dem Händler geschlossen. Dieser ist bei Mängeln auch der Ansprechpartner. Da man auf Anhieb nicht sehen kann, ob eine Vermittlungsplattform transparent und seriös ist, sollte man sich im Vorfeld kundig machen. Von einer hohen Anzahlung oder gar der gesamten Begleichung des Rechnungsbetrages vor der Lieferung sollte man Abstand nehmen. Wer zudem beim Bestellvorgang den Preis im Auge behält (Veränderungen durch Zusatzkosten sind möglich) und sich die Bestellung ausdruckt, der hat vieles richtiggemacht.

Der Gebrauchte aus dem Kleinanzeigenmarkt

Neben Neuwagen tauchen auch Gebrauchte immer wieder in Vermittlungsportalen auf. Um einiges öfter findet man sie aber in Kleinanzeigenmärkten. Dort werden sie in der Regel direkt vom Besitzer angeboten - der Weg über den Händler entfällt somit. Diese Möglichkeit ist nicht neu und gab es schon, als es das Internet noch nicht gab. Kleinanzeigen rund ums Auto findet man heutzutage immer mehr online als in Zeitungen. Heute ist es um ein Vielfaches einfacher, kann man meist per Telefon oder per Mail mit dem privaten Verkäufer in Kontakt treten.

Durch diesen Direktverkauf, also von Verbraucher zu Verbraucher, schaut für den Verkäufer meist mehr raus, als würde er seinen Gebrauchten an einen Händler verkaufen. Und auch der Käufer profitiert davon, denn kauft er vom Händler, ist das mit Sicherheit teurer. Online ist das natürlich um einiges praktischer, als "auf der Straße". Zwar gibt es in vielen Städten Gebrauchtwagenmärkte, an denen man sich die Fahrzeuge vor Ort ansehen kann, online ist die Auswahl aber wohl um einiges größer.

Achtung beim Kauf von Privat

Ob es wirklich Nachteile beim Kauf von Fahrzeugen über Kleinanzeigen gibt, sei mal dahingestellt. Wer einige Punkte beachtet, muss sich darüber keine allzu großen Gedanken machen. Ein paar Tipps für alle Kaufwilligen:

· Wer sich die Fahrkosten für die Abholung des Wagens sparen möchte, sollte sich einen Kleinanzeigenmarkt bzw. Kleinanzeigen in seiner Umgebung suchen.

· Der Gebrauchte sollte vor dem Kauf immer begutachtet werden. Ein Privatkauf von gebrauchten Fahrzeugen, ohne diese gesehen zu haben, sollte vermieden werden.

· Man sollte immer einen Kaufvertrag über ein Gebrauchtkraftfahrzeug von privat abschließen. So haben die Vertragsparteien etwas hin der Hand, wissen, mit wem sie Geschäfte gemacht haben und können auch Punkte wie "Bezahlung", "Ummeldung" und "Sondervereinbarungen" schriftlich festhalten.

· Ein Kaufvertrag hat zudem den Vorteil, dass man ihn individuell gestalten kann. Wichtig ist der Punkt der Gewährleistung . Diese kann niemals komplett ausgeschlossen werden. Der Grund: Grobe fahrlässige Pflichtverletzungen würden den Käufer sonst benachteiligen.

· Wer etwas von Autos und Technik versteht, sollte das Fahrzeug vor dem Kauf genau inspizieren. Alternativ jemanden mitnehmen, der vom Fach ist und versteckte Mängel oder Schäden erkennen kann - diese werden nämlich nicht selten verschwiegen.

Der schnelle Weg zum neuem Auto: Über das Internet.
Der schnelle Weg zum neuem Auto: Über das Internet. FOTO: pichetw - 178209608 / Shutterstock.com