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Celicas Erben

Breites Heck, Doppelrohr-Auspuff, kurzer Spoiler: Auch aus dieser Perspektive lassen sich die sportlichen Gene des GT 86 deutlich erkennen.
Breites Heck, Doppelrohr-Auspuff, kurzer Spoiler: Auch aus dieser Perspektive lassen sich die sportlichen Gene des GT 86 deutlich erkennen. FOTO: Picasa (g_wissen
TRIER. Das Toyota-Sportcoupé GT 86 im TV-Fahrbericht JÜRGEN C. BRAUN

TRIER Ein Toyota wird von den meisten seiner Besitzer stets geschätzt wegen seiner Zuverlässigkeit, seiner guten Alltagsqualitäten und seines hohen Wiederverkaufswertes. Geliebt wurden Fahrzeuge des japanischen Autobauers weniger. Bis der neue GT 86 kam. Der 200-PS-Sportwagen im TV-Fahrbericht.
Der GT 86 ist ein straffes Coupé, das den klassischen Regeln der Sportwagen-Architektur folgt. Er spielt dabei preislich in einer Liga, die ihn für viele Menschen interessant macht, für die sich das Thema Sportwagen in der Regel schon allein aus finanziellen Gründen erledigt hat.
Bei gerade mal 1250 Kilo Lebendgewicht und 200 PS kommt ein verlockendes Verhältnis von Power und den Kilos, die von dem flachen Japaner mit dem kurzen Bürzel bewegt werden müssen, dabei heraus. Für Menschen, die mit Toyota mehr als nur Vernunft-Fahrzeuge verbinden, steht der GT 86 - ob gewollt oder nicht - in der Erbfolge der früheren Celica. Die mischte dereinst die Rallye-WM auf, und in der gezähmten Straßenversion war sie ein echter Hingucker.
Mehr als 170 000 Exemplare wurden seit der Markteinführung vor fünf Jahren verkauft. Die Kombination Frontmotor und Hinterradantrieb, analog zu den angeführten Vorgängern, verheißt viel Fahrspaß und der stellt sich mit dem verwindungssteifen GT auch alsbald ein. Schon auf den ersten Metern entwickelt das Coupé, angetrieben von einem Vierzylinder-Boxer, der aus einer Kooperation mit Subaru stammt, mächtig Dampf. Und lässt dabei auch vernehmlich mit "gutem Ton" von sich hören.
Unser Testfahrzeug war mit einer sechsstufigen Getriebe-Automatik ausgestattet. Wahlweise konnte man die Gangwechsel aber auch per Schaltpaddel am Lenkrad vornehmen, was dem Probanden vor allem in niedrigen Drehzahlbereichen sichtlich gut getan hat. Erst oberhalb von etwa 4500 Umdrehungen macht der Saugmotor richtig Laune.
Der GT 86 ist ein Kurvenräuber, nix für die Autobahn. Auf der Landstraße macht er mit dynamischem Handling richtig Spaß. Vor allem dann, wenn man sich des neuen Track-Modus bedient, der sich über einen Schalter in der Mittelkonsole aktivieren lässt. Dieser bewirkt, dass sowohl die Stabilitätskontrolle des Fahrzeugs als auch die Schlupfregelung des Antriebs erst viel später eingreifen. In diesem Modus hat der Fahrer die Wahl zwischen vier verschiedenen Einstellungen, die unter anderem auch eine höhere Querbeschleunigung zulässt.
Auch die Ausstattung des knackigen Sportlers zeigt die Zielrichtung: breiteres Heck, Doppelrohr-Auspuffanlage, 17-Zöller aus Leichtmetall. Im vergangenen Jahr hat Toyota den GT 86 noch einmal mit sportlichen Design-Elementen umfangreich überarbeitet. Das gleiche Ambiente findet man im Innenraum vor. Alu-Pedalerie, Startknopf, Sportsitze mit hoher Beinauflage, Karbondesign.
Fazit: Der Toyota GT 86 ist ein Sportcoupé, das mit individuellem Handling viel Laune macht und bei dem auch "das Auge mitfährt."Extra: TECHNISCHE DATEN TOYOTA GT 86 2.0


Ausführung: Viersitziges Sportcoupé L/B/ H: 4,24 / 1,77 / 1,29 Meter Motor: Vierzylinder Benziner, Boxer Hubraum: 1998 ccm Leistung: 200 PS bei 7000 U /min Höchstgeschwindigkeit: 226 km/h Verbrauch (Toyota / TV) 7,1 / 8,5 Liter Kofferraum: 243 Liter Preis: GT 86 Automatik ab 33 300 Euro

Die klassische, gestreckte Coupé-Form zeichnet den neuen Toyota GT 86 aus.
Die klassische, gestreckte Coupé-Form zeichnet den neuen Toyota GT 86 aus. FOTO: Picasa (g_wissen