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Modellvorstellung
Für Offroad in Eifel, Hunsrück, Mosel: Der neue Suzuki Jimny

FOTO: Jürgen Braun
Trier. Die Nachfrage nach SUV in allen Variationen boomt. Die höher gelegten Alltagsautos bevölkern unsere Straßen immer mehr und sind omnipräsent. Kein Wunder, dass sich alle um die Gunst der Käufer balgen. Einer aber sticht aus der Masse der Kleinen heraus: Was ist so faszinierend am kleinen Suzuki Jimny, den viele Freunde des Offroad-Vergnügens plötzlich haben möchten? Von Jürgen Braun

Der Jimny ist keiner von der Sorte: Kennste einen, kennste alle. Irgendwie ähneln sich die meisten der hochgelegten Kleinst- und Kleinwagen um die oder knapp unterhalb der 18.000 – 20.000 Euro. Halb Fisch, halb Fleisch, hübsch zurecht gemacht. Ein bisschen sportliche Chic, etwas Lifestyle. Poppiger, bunter Zeitgeist. Autos, die durchaus gefallen, die den Betrachter aber nicht vom Stuhl reißen. Mehr Crossover als Offroader.

Und dann kommt dieser Jimny daher. Kantig, knuffig, spartanisch. Nix weich gespültes, nix glatt gebügeltes. Und der zu fragen scheint: „Was soll ich sein? Ein Lifestyle-Autos? Bloß nicht.“ Nein, in diese Schublade lässt sich der Suzuki, und so einer ist er nun mal rundum, nicht pressen. Dieses Teil, das sieht man auf den ersten Blick, ist ein Offroader. Ein Geländewagen. So, als sei er eben aus dem Ei geschlüpft. Also wolle er sagen: „Wartet erst mal, bis ich groß kann. Aber ich zeige Euch schon mal, was ich alles kann. Auch wenn ich nur 3,68 Meter kurz bin!“

FOTO: Jürgen Braun

Der neue Suzuki Jimny kann einiges. Und zwar dort, wo sich andere erst gar nicht hintrauen. Außerdem: Wer hat denn schon ein Auto in Dschungelgrün, Saharabeige oder in „Kinetic Yellow“ mit schwarzem Dach. Gibt es nämlich auch. Sogar schon ab 17.915 Euro. Und die etwas umfangreicher ausgestattete Version „Comfort + “ bekommt man ab 19.985 Euro.

Ein Auto zu bauen, dessen Frontscheibe fast im rechten Winkel zur Motorhaube steht, dafür muss man entweder jede Menge Selbstvertrauen haben oder völlig am Geschmack der Zielgruppe vorbei fabriziert haben. Hat Suzuki aber nicht. Definitiv. Schon jetzt nämlich gibt es mehr Interessen als Vorbestellungen und die Japaner können für die Ozeanpassage nach Europa nicht liefern. So verprellt man entweder seine Kunden oder man gibt ihnen das Gefühl, etwas Besonderes zu bekommen. Etwas, das viele haben wollen, das aber dennoch sehr exklusiv ist.

Die vierte Generation des Jimny ist fast eine Kopie seiner eigenen Einstiegsversion. Optisch zumindest. Ab 1980 gab es den L J 80 hierzulande, und der wurde rasch Kult bei den wenig Angepassten. Und gegen wen soll so ein Allradler eigentlich antreten? Die zweite Achse kann, oder besser gesagt, muss man nämlich mittels Schalter in der Mittelkonsole zuschalten. Und drückt man dann den Hebel am Mitteltunnel noch einmal nach unten, aktiviert man die Untersetzung. Dann geht’s los: Versehen mit einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern, auf einem deutlich verstärkten Leiterrahmen.

So ist er gerüstet für die ganz „bösen“ Passagen, die richtig Spaß machen. Also gegen wen? Lada Niva vielleicht? Der ist 40 Jahre alt und so gut wie unverändert. Der Jeep Wrangler ist zu groß und zu teuer. Der Panda 4X4 auch wieder eine andere Kategorie. Mit 1165 Kilo und kurzen Überhängen, seiner steilen „Verpackung“ und seiner technischen Attitüde steht er ziemlich alleine da.

Neu ist der Antrieb des Zweitürers: Der 1,5 Liter große Vierzylinder (102 PS, 130 Nm Drehmoment bei 4000 / min) saugt ohne Turboaufladung. Nützliche „Assis“ gibt es auch: Bergan- und Bergabfahrhilfe, Kollisionswarner, Müdigkeits-Erkennung, Spurhalte-Warnsystem, Fernlichtassistent und sechs Airbags sind serienmäßig. Das wichtigste: Der Jimny bleibt der Jimny. So wie vor fast 40 Jahren. Kantig, ehrlich, geradeaus.