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Der talentierte Enkel eines Weltstars

Der neue VW Beetle gleicht dem Ur-Käfer deutlicher als das Vorgängermodell. Foto: Volkswagen
Der neue VW Beetle gleicht dem Ur-Käfer deutlicher als das Vorgängermodell. Foto: Volkswagen
Wolfsburg. VW hat den neuen Beetle vorgestellt, der die Vergangenheit trefflich mit der Zukunft verknüpft. Ob er ein solcher Bestseller wird wie sein Urahn, sei dahingestellt. Es ist jedoch anzunehmen, dass er dazu beiträgt, Volkswagens Erfolgs geschichte fortzusetzen. Michael Kirchberger

Wolfsburg. Der VW Käfer ist nach dem Golf und dem Toyota Corolla das meistverkaufte Auto der Geschichte. 22,2 Millionen Exem plare des unverwüstlichen Zweitürers haben seit Beginn seiner Serienproduktion in den 1940er Jahren einen Käufer gefunden.
Der neue Beetle, wie ihn die Amerikaner nennen, bricht wie sein 1998 vorgestellter Vorfahr mit vielen Traditionen des Ur-Modells. Er hat keinen Boxermotor im Heck, sondern einen modernen Vierzylinder unter der Fronthaube sowie Front- statt Hinterradantrieb. Und doch weist der neue Beetle, der im Oktober auf die Straßen rollt, viele Eigenheiten des Altvorderen auf.
Den New Beetle von 1998 hatten die Designer beim Versuch, an Traditionen anzuknüpfen, allzu weich gezeichnet. Seine Silhouette ließ sich mit drei Halbkreisen darstellen - was nett, aber auf Dauer langweilig aussah. Der neue Käfer trägt seinen Namen mit weitaus größerer Berechtigung. Die Frontscheibe reicht weiter nach hinten als bisher, die Haube vorne ist länger geworden. Er erinnert stark an das Original aus der deutschen Wirtschaftswunderzeit.
Im Innenraum kann man in Erinnerungen schwelgen. Auf Wunsch wird bei der Design-Edition das Armaturenbrett in Wagenfarbe lackiert, ebenso die Innenseiten der Türen. Das Handschuhfach scheint aus alten Teilebeständen zu stammen, ist aber besser verarbeitet als früher. Und unter dem Armaturenbrett gibt es ein richtig großes Ablagefach.
Drei Benzin- und zwei Dieselmotoren bietet VW in Europa an. Basis ist der TSI mit 105 PS/ 77 kW zum Schlagerpreis von 16 950 Euro. Es folgt der TSI mit 160 PS/118 kW, für den noch kein Preis genannt wird, weil er erst zum Jahreswechsel auf den Markt kommt. Grundsätzlich gilt, dass der neue Käfer rund 1700 Euro billiger ist als die vergleichbare Golf-Version.
Spitzenmodell ist der Beetle Sport mit einem 200 PS/147 kW starken 2,0-Liter-Benziner für 27 100 Euro, bei dem das Doppelkupplungsgetriebe DSG zur Serienausstattung gehört. Für alle anderen Ausführungen steht es als Option bereit. Die Dieselversionen mit 105 PS/77 kW und 140 PS/103 kW debütieren ebenfalls erst Anfang des kommenden Jahres.
Die verbrauchsgünstigste Version 1.6 TDI begnügt sich mit 4,3 Litern auf 100 Kilometer.
In den praxisgerecht geschnittenen Kofferraum passen nun 310 Liter hinein, satte 96 Liter mehr als beim Vorgänger. Das Umklappen der Rücksitzlehnen steigert das Volumen auf 905 Liter. Für die Freunde der Musik bietet VW ein maßgeschneidertes Soundsystem der Gitarren- und Verstärker-Kultmarke Fender an. Eine 400-Watt-Anlage gibt es für 650 Euro Aufpreis.