Ein vielversprechender Hoffnungsträger

Weiterstadt · Volkswagens spanischer Tochter Seat ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, mit sportlichen Modellen, die Emotionen wecken sollten, den Absatz anzukurbeln. Nun kommen pragmatischere Wagen von der Marke.

 Der neue Seat Leon ist ein flott gezeichneter Kompaktwagen auf Basis des VW Golf. Foto: Seat

Der neue Seat Leon ist ein flott gezeichneter Kompaktwagen auf Basis des VW Golf. Foto: Seat

Weiterstadt. Der neue Kompaktwagen Leon und das neue Mittelklassemodell Toledo, die bei Seat die schwachen Verkaufszahlen wieder in die Höhe treiben sollen, kommen in einer wirtschaftlich ungünstigen Zeit. Vor allem Seats Heimatmarkt Spanien schwächelt. In Deutschland wird der neue Leon bereits zu Preisen ab 15 390 Euro angeboten.
In der dritten Generation ist er zu einer ernstzunehmenden Alternative im Kompaktsegment gereift. Schon die Vorzüge des neuen VW-Golf-Baukastens sorgen für die beste Grundlage, die Seat bisher zur Verfügung stand.
Dank des geschickten Designs und gekonnter Proportionen wirkt der kompakte Fünftürer mit großer Heckklappe optisch sehr ansprechend. Dazu trägt der lange Radstand mit den an die äußersten Ecken der Karosserie gewanderten Rädern ebenso bei wie die athletischen Linien. Auffallend sind auch die kantigen Scheinwerfer und Außenspiegel.
Der Leon hat insgesamt 90 Kilogramm abgespeckt, was ihn agiler und im Schnitt 15 Prozent sparsamer macht. Die Gewichtsabnahme beträgt immerhin acht Prozent, trotzdem hat der Neue eine um zehn Prozent steifere Karosserie.
Im Innenraum des 4,27 Meter langen Leon - er ist fünf Zentimeter kürzer als bisher - herrschen nicht nur vorn, sondern auch im Fond für diese Klasse üppige Platzverhältnisse. Im Gepäckabteil lassen sich mit 380 Litern jetzt knapp 40 Liter mehr unterbringen. Bei umgeklappten Rücksitzen wächst das Volumen auf bis zu 1210 Liter. Die Ladekante fällt allerdings ziemlich hoch aus. Im Innenraum hinterlassen Materialien und Verarbeitung einen ausgezeichneten Eindruck. Die bequemen Sitze bieten genügend Seitenhalt. Instrumente und Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet.
Vier verschiedene Ausstattungsstufen lassen sich ordern. In der Basisversion sind unter anderem sieben Airbags, Tagfahrlicht, elektrische Fensterheber und höhenverstellbarer Fahrersitz an Bord. Auf Wunsch gibt es eine Reihe von Assistenzsystemen, darunter eine Verkehrs zeichenerkennung, außerdem Soundanlagen und erstmals in diesem Segment LED-Licht.
Erstaunlich breit ist die Motorenpalette: Fünf Benziner mit Leistungen von 86 PS/63 kW bis 180 PS/132 kW und vier Turbodiesel mit Leistungen von 90 PS/ 66 kW bis 184 PS/135 kW stehen zur Auswahl. Zur Markteinführung gibt es zunächst den Benziner 1.4 TSI in zwei Leistungsstufen (122 und 140 PS) sowie den Diesel 1.6 TDI mit 105 PS und den 2.0 TDI mit 150 PS. Die weiteren Motoren werden schrittweise ab Anfang 2013 ausgeliefert.
Zwei Fahrwerksversionen


Der von uns gefahrene 1,6-Liter-Turbodiesel mit 105 PS/77 kW arbeitet kultiviert. Bereits aus niedrigen Touren kaum über Standgas zieht er kräftig durch. Das Fünfganggetriebe lässt sich leicht schalten. Der Normverbrauch liegt bei 4,1 Litern Diesel, bei der Ausführung mit Stopp-Start-System und Energierückgewinnung sogar bei 3,8 Litern (CO{-2}-Ausstoß: 99 g/km).
Im Leon kommen zwei Fahrwerkstechniken zum Einsatz. Bis 150 PS erhält der Kunde eine Verbundlenkerachse, die Top versionen bekommen eine aufwendige Vierlenkerachse. Die bei früheren Seat-Modellen um der Sportlichkeit willen zu straffe Abstimmung gehört damit der Vergangenheit an.