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Eine S-Klasse für die Weiten der Prärie

Eine S-Klasse für die Weiten der Prärie

Es ist die S-Klasse unter den Geländewagen von Mercedes-Benz. Daher hat der Hersteller sein luxuriöses sportliches Mehrzweckfahrzeug (SUV) auch um benannt: von GL in GLS. Nun wurde der Wagen optisch und technisch modernisiert.

Stuttgart. Seine geländegängigen Wagen kennzeichnet Mercedes-Benz mit den Buchstaben GL. Hinzu kommt ein dritter Buchstabe, der darauf hinweist, auf welcher Fahrzeugklasse das SUV basiert. Demzufolge entspringt der GLA der A-Klasse, der GLC der C-Klasse, der GLE der E-Klasse und der GLS der S-Klasse.
Seit vier Jahren rollt die zweite GLS-Generation im US-amerikanischen Werk Tuscaloosa vom Band. Bei einer Modellpflege haben die Designer nun in erster Linie an der Bugpartie gearbeitet. Neu gestaltet sind Kotflügel, Motorhaube und Scheinwerfer, was dem Wagen ein frischeres Aussehen verleiht. Außerdem geändert: der Stoßfänger am Heck und die Rückleuchten.
Marktführer in den USA


Andreas Zygan, der bei Mercedes-Benz für die Sparte SUV als Entwicklungsleiter verantwortlich ist, betonte bei der Vorstellung des überarbeiteten GLS, "dass der Vorgänger klarer Marktführer seines Segments in den USA ist". Dort gehört der Geländeriese aufgrund der weiten Landschaften vorzugsweise auch hin. Denn mit 5,13 Metern Länge und einer Breite von 1,93 Meter ähnelt er eher Staatskarossen als einem wendigen Alltagsauto. Wer jedoch einen Pferde- oder Bootsanhänger zu ziehen hat, sein Auto in einer Scheune statt in einer handelsüblichen Garage unterstellen kann oder als neu zeitlicher Cowboy in einsamen Gegenden wohnt, der mag auf den 2,5-Tonnen-Koloss angewiesen sein. In Deutschland haben bisher circa 1800 Menschen pro Jahr einen GL gekauft. Ungefähr genauso viele haben den kernigen Klassiker G-Modell gewählt.
Im Cockpit des GLS ragt ein Bildschirm à la iPad senkrecht aus der Mittelkonsole. Er ist einwandfrei bedien- und ablesbar. Sieben Plätze, von denen auch die beiden Einzelsitze in der dritten Reihe für Erwachsene passende Kopfstützen haben, sind für manchen Käufer weiterhin ein mitentscheidendes Argument.
Zur Modellpflege hat Daimler die Luftfederung, die variablen Stoßdämpfer und die Motoren überarbeitet. Sie bieten nun allesamt bis zu 28 PS/21 kW mehr Leistung bei teilweise geringerem Verbrauch. Schwachbrüstig ist keine der Motorisierungen - ganz gleich, für welchen Einsatz das Dickschiff geordert wird.
Wie bisher markiert der 3,0- Liter-V6-Diesel mit 258 PS/190 kW die Einstiegsmotorisierung des GLS. Diese Version kostet ab 74 791 Euro und bietet 620 Newtonmeter maximales Drehmoment. Den Normverbrauch gibt der Hersteller mit 7,1 Litern an. Nach ersten Testfahrten über Berg und Tal zeigte der Bord computer des GLS 350d gut eineinhalb Liter mehr an. Die nächste Leistungsstufe bildet der GLS 400 mit seinem 333 PS/ 245 kW starken 3,0-Liter-V6-Benzinmotor. Hier beträgt das maximale Drehmoment 480 Nm.
GLS 63 AMG ab 135 000 Euro



Der 4,7-Liter-V8-Benziner im GLS 500 kommt auf 455 PS/335 kW und 700 Nm Drehmoment. Jenseits der Schwindelfreiheit bewegt sich der AMG-GLS 63 mit 5,5-Liter-V8-Benzinmotor, der 585 PS/430 kW leistet und maximal 760 Nm entwickelt. Den Normverbrauch gibt Mercedes mit 12,3 Litern Super an. Allerdings stand diese Rakete, die ab 135 000 Euro zu haben ist, noch nicht für Testfahrten zur Ver fügung.
Im AMG überträgt das über arbeitete Getriebe Speedshift Plus 7G-Tronic die Kraft. In den anderen Versionen des GLS feiert eine Neunstufen-Automatik Premiere. Sie sorgt für sehr sanfte Gangwechsel und kann mit Geländeuntersetzung und Zentralsperre kombiniert werden.