Fahrbericht : TV-Check Dacia Duster: Viel mehr als nur günstig

Er ist immer noch Deutschlands günstigster SUV. Aber er ist längst auch viel mehr als nur günstig. Der Duster, mit dem (Ex)-ARD-Experte Mehmet Scholl gemeinsam mit einer wilden jungen Kicker-Bande den arrivierten Golf-Spielern das Fürchten lehrte, hat inzwischen mehr Frankreich als Rumänien in seinen Genen.

Die rumänische Tochter Dacia stützt sich bei der Weiterentwicklung und Ausstattung des Fahrzeugs auf viele Teile aus den Regalen der französischen Mutter Renault. Und das tut dem Duster in seiner mittlerweile zweiten Generation rundum richtig gut. Wir waren mit dem West-Ost-SUV rund um den Nürburgring unterwegs.

Schon beim Einsteigen, bei der ersten Haptik, beim sich umschauen wird schnell klar: Das da ist mehr als nur ein Generationenwechsel. Auch wenn der Einstiegspreis von 11.490 Euro in der Version ohne Allradantrieb immer noch eine „Hausnummer“ in Sachen Preispolitik ist. Wie zum Beweis unseres persönlichen Empfindens entnehmen wir den Unterlagen: Zur Serienausstattung gehören nun auch ein Tempomat, eine Berganfahrhilfe, sowie ein Lichtsensor für das Abblendlicht.

Fahrbericht Dacia Duster
Foto: Jürgen Braun

Mehr Ausstattung in der neuen Generation

Fahrbericht Dacia Duster
Foto: Jürgen Braun

Dacia, und in diesem speziellen Fall der Duster, entwickelt sich weiter. Der Autobauer ist bestrebt, sich eine neue Kundenklientel zu angeln, ohne aber dabei diejenigen zu verprellen, die einst aufgrund des günstigen Preis/Leistungs-Verhältnisses zu den Produkten der Marke gefunden haben. Von den Abmessungen her hat sich allerdings wenig geändert. Der größer geratene silberne Unterbodenschutz signalisiert mehr Outdoor-Charakter. Die Rückleuchten wurden etwas weiter nach außen gerückt. Das Fenster zur C-Säule hing wirkt jetzt etwas bulliger. Insgesamt steckt da ein Hauch von G-Klasse mit seinen betont auffälligen Kanten drin.

Doch die neue Generation, die mit zwei Diesel-Aggregaten (95, 115 PS) und zwei Benzinern (115, 125 PS) erhältlich ist, wird auch als LPG (Flüssiggas)-Variante als SCe 115 angeboten. Beide Selbstzünder weisen in der neuen Generation einen SCR-Kat und AdBlue-Abgasreinigung auf. Die stärkeren Antriebsaggregate sind als Diesel und Benziner auf Wunsch auch mit Allradantrieb erhältlich. Dann allerdings nur mit manuellem Getriebe. Für den Top-Diesel gibt es auch ein Doppelkupplungs-Getriebe.

Bessere Geräschdämmung

Was uns auf unseren ersten Fahrten mit Diesel und Benziner-Varianten besonders beeindruckt hat, war die gegenüber der ersten Generation optimierte Geräuschdämmung und das Niveau der Sitze. Die weisen nicht nur eine erheblich längere Auflagefläche auf, sondern sind auch von den Konturen her akzeptabel. Das Lenkspiel ist direkt, die Motoren haben ansprechendes Durchzugsvermögen. Das Fahrwerk könnte für unseren Geschmack etwas härter ausgelegt sein. Aber das ist Empfindungssache.

So günstig wie der neue Duster als Einstiegsversion auch ist, so lässt er sich aber auch individuell konfigurieren. Dabei entsteht dann auch das, was man durchaus als Nobelversion bezeichnen kann. Als erstes Dacia-Modell überhaupt weist der Duster Fenster-Airbags für beide Sitzreihen auf. Mit etlichen Gimmicks und Assistenz-Systemen wie einem Toter-Winkel-Warner kommt man da inzwischen auch schon an die Marke von 20.000 Euro. Doch für diesen Preis bieten andere Hersteller nicht einmal die Basisversion an.