1. Magazin
  2. Auto & Motor

Fahrbericht Renault Twingo

Fahrbericht : Ein Vierteljahrhundert später … der Renault Twingo mit einem 0,9 Liter großen Dreizylinder

In diesem Jahr feiert er hierzuland seinen 25. Geburtstag, ein richtiges Jubiläum also. Bereits ein Jahr früher (1992), auf der Mondial de l’Automobile in Paris vorgestellt, erfolgte der Marktstart in Deutschland im Jahr 1993. In diesem Viertel Jahrhundert hat sich der Renault Twingo mit dem damals revolutionären Monospace-Konzept einen Namen gemacht und – ob gewollt oder nicht - wohl das Segment der sogenannten Cityflitzer und gleichzeitig auch der Herzensbrecher in der Damenwelt geschaffen. „Ich schau Dir in die Augen, Kleiner“, titelte der Trierischen Volksfreund damals frei nach dem Leinwand-Klassiker „Casablanca“ über den niedlichen Kleinen mit dem schüchternen „Augenaufschlag“ als Leuchteinheiten. Hier unserer Erfahrungsbericht 25 Jahre danach mit dem Twingo Energy TCe 90.

Vieles hat sich – und das ist gut so – natürlich in dieser Zeit verändert. Optisch , technisch, bei Sicherheits- und Umweltvorgaben. Fahrzeuge in diesem Segment, und da macht der Twingo keine Ausnahme, versuchen allesamt mit möglichst geringen Außen-Dimensionen, also größtmöglicher Kompaktheit, ein hohes Maß an individueller Gestaltung und Ausnutzung des Innenraums zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden beim Antrieb – in diesem Fall ein 90 PS starker eingedampfter Dreizylindern mit 0,9 Liter Hubraum – viel mehr Zugeständnisse an ökologisch sensible Forderungen gemacht, als das damals üblich war.

Dank des Heckmotor-Prinzips und des vergleichsweise langen Radstands von 2,50 Meter bei einer Außenlänge 3,60 bietet der aktuelle Twingo jede Menge Platz. Und die Konstrukteure haben sich ein paar pfiffige Stauraum-Lösungen einfallen lassen. Wie das zur Handtasche umfunktionierbare Handschuhfach, das große Staufach (20 Liter) unter der Rückbank und die umlegbare Beifahrerlehne. Da passen erheblich mehr Dinge in das kleine Autochen rein als man beim bloßen Hingucken vorher hätte vermuten können.

Fahrbericht Renault Twingo
Foto: Jürgen Braun

Und die Beinfreiheit des Fahrers darf man getrost als völlig ausreichend bezeichnen, ohne dass man Angst haben müsste, die Gehwerkezeuge würden zwischendurch einmal „einschlafen.“ Erfreulich auch die Tatsache, dass man von der kleinen Kraftquelle im Heck dank exzellenter Dämmung kaum etwas hört. Weil der Twingo ab der zweiten Generation auch als Viertürer zu haben ist, gestaltet sich auch der Einstieg in das Fondabteil problemlos und ohne gymnastische Verrenkungen.

Fahrbericht Renault Twingo
Foto: Jürgen Braun

Der Dreizylinder, hat er erst einmal ein gewisses Drehmoment erreicht, kommt zwar ein wenig knarzend aber durchaus flott und spritzig auf Touren. Und je enger und winkliger es zugeht auf kleinen Sträßchen außerhalb oder in der Stadt, umso mehr ist der Twingo in seinem Element. Der geringe Wendekreis und die dank des langen Radstandes sichere Straßenlage lassen vergnügliches Kart-Feeling aufkommen. Das auch, weil die Lenkung nicht zu schwammig ist und nicht zu viel Spiel hat. ECO-Modus und Schaltpunktanzeige, auf die man allerdings bei etwas Erfahrung und einem guten Gehör auch durchaus verzichten kann, tragen mit zu unserem Testverbrauch von 4,6 Litern Kraftstoff auf 1200 Kilometer (der Hersteller gibt 4,3 an) bei.

Fahrbericht Renault Twingo
Foto: Jürgen Braun

Das Segment der Kleinfahrzeuge ist sehr preissensibel. Renault hat deshalb dem Twingo als Energy TCe 90 in der Ausstattungsvariante Intens zwar schon viele serienmäßige Features mit auf den Weg gegeben. Andererseits kann man sich auch ein Fahrzeug in einem solchen Segment durch diverse Techno- und Komfortdetails weiter individualisieren.

Auch 25 Jahre nach unserer ersten Bekanntschaft blicken wir dem Twingo, auch wenn sich die Frontpartie aufgrund der Crash-Vorschriften erheblich verändern musste, immer noch gerne in die Augen.