Fahrbericht : Stromern in der Eifel: Der Leistungs-optimierte neue Renault Zoe mit 108-PS-Aggregat im TV-Check

Der Stadtflitzer Zoe ist neben Twizzy und Kangoo Z.E das mit Abstand größte, „Elektro-Standbein“ von Renault auf dem deutschen Markt. Jetzt gibt es den City-Stromer in einer leistungs-Optimierten Version. Der TV ist den Renault Zoe mit 108-PS-Motor im Umfeld des Nürburgrings gefahren.

Renault ist immer noch der Absatzstärkste Importeur hierzulande. Zwar muss man bei Zulassungszahlen von Stromern andere Maßstäbe anlegen, als dies bei Verbrennern der Fall ist. Aber 2200 Bestellungen für den Zoe, die die Marke mit der Raute in den ersten fünf Monaten dieses Jahres angibt, ist schon eine Hausnummer in diesem Segment. Jetzt wurde der E-Bestseller noch einmal fit gemacht im Rennen um kommende Absatzzahlen. Ein neuer, 108 PS starker Elektromotor, verleiht dem flott geschnittenen Franzosen mehr Spritzigkeit Die 41kWh starke Lithium-Ionen-Batterie macht jetzt eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern im neue, strengeren und authentischen WLTP-Zyklus möglich.

Die Batterie kann gemietet (mindestens 69 Euro im Monat) oder gekauft werden. Im Fall der Miet-Batterie beginnt die Preisliste bei 27.900 Euro. Erwirbt man sie dagegen, sind 35.900 Euro fällig. Der Hersteller stockt die Förderung von 4000 Euro auf 5000 Euro auf. Diese Summe gilt es, beim Kaufpreis mit oder ohne Batterie noch einmal ab zu ziehen. Renault bietet den etwas schwächeren, 92 PS starken, E-Motor für den Zoe aber auch weiterhin an. In dieser Variante ist der Wagen mit einer 22- oder ebenfalls mit der 41 kWh-Batterie zu haben.

Fahrbericht Renault Zoe
Foto: Jürgen Braun

Der Zoe sieht von außen und innen genauso aus, wie man sich einen City-Flitzer vorstellt. Er hat einen Hauch von Frauenlieblings-Charme. Klein, etwas rundlich, knubbelig, knuddelig. Einladend in jeder Beziehung. Aber er hat auch seine Alltags-Qualitäten ohne die er an der Kundenfront verloren wäre. Das heißt, dass der Viertürer (die hinteren Grifftüren sind optisch hübsch versteck) trotz seiner eher geringen Abmessungen (4,08 Meter Länge, 2,50 Meter Radstand, 1,42 Meter Ladelänge bei umgeklappter Rücksitzbank), annehmbare räumliche Gegebenheiten aufweist.

Fahrbericht Renault Zoe
Foto: Jürgen Braun

Wie bei Elektro-Fahrzeugen üblich, steht das Drehmoment (in diesem Falle 225 Newtonmeter) beim ersten Tritt aufs Gaspedal sofort voll umfänglich zur Verfügung. Mit dem neuen 108-PS-Motor macht sich das wohltuend bemerkbar. Vor allem dann, wenn man sich mit dem kleinen Franzosen im Umfeld des Nürburgrings, wie geschehen, lautlos zwischen hochmotorisierten Verbrennern bewegt, die dort auf Herz und Nieren geprüft werden.

Nur bei der Höchstgeschwindigkeit (135 km/h) und dem Spurt von Null auf 100 (3,9 Sekunden) haben die vollmundigen Sportboliden im Dunstkreis der Nordschleife dann doch das akustische Sagen und machen sich laut röhrend aus dem Staub der Eifel. Wer sich ein wenig auskennt im Serpentinen-Geschlängel zwischen Breidscheid, Adenau, Hoher Acht und Meuspath, der wird viele kleine Sträßchen entdecken, auf denen man mit dem Zoe seinen Spaß haben und munter drauf losen wieseln kann.

Nutzt man dann noch den angebotenen Eco-Modus aus, dann wird sich der Verbrauch auch bei „unterhaltsamer“ Fahrweise in Grenzen halten. Für diese Einsatzbereich (Städte, Dörfer, Kreis- und Landstraßen) ist der Zoe geschaffen und ist den modernen Erfordernissen an ein Kleinfahrzeug angepasst.

So verfügt er ab Werk über das Touchscreen-Mediasystem R-LINK Evolution, das eine Anbindung von Android-Smartphones möglich macht. Zudem wird bei der Routeneingabe die Restreichweite ermittelt. Das System arbeitet eine Energie-optimierte Streckenführung aus und weist auf mögliche Ladestationen hin. Mit an Bord ist ein sogenannter Eco-Trainer, der nützliche Tipps zum sparsamen Umgang mit der Batterieleistung gib. Der Lade-Vorgang schwankt zwischen 25 Stunden an der Steckdose und rund zwei Stunden an der Wallbox.