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Fahrbericht Volvo V90 Cross Country Ocean Race

Test : Kreuzfahrt auf Rädern: TV- Fahrbericht Volvo V90 Cross Country Ocean Race

Dass eine Segelregatta Namensgeberin einer Automobil-Edition ist, dürfte eher ungewöhnlich, wenn nicht sogar einzigartig sein. Dass aber ein schwedischer Autobauer, von seinen geographischen Wurzeln her der See ohnehin verbunden, ein solches Sondermodell auflegt, das passt irgendwie. Weshalb Volvo als Hauptsponsor und Namenspate des Rennens zu jeder Auflage des weltweiten „Ocean Race“ ein Sondermodell auflegt. Wir fuhren den Kombi V90 in der Cross-Country Version als Edition Ocean Race. Unser erstes Fahrzeug mit „maritimem Hintergrund.“

Cross-Country: Das bedeutet auf Deutsch so viel wie Querfeldein: Da werden Bilder im Kopfkino wach. Fahrspaß abseits befestigter Wege wird suggeriert. Ein wenig Abenteuer auf Rädern halt. Ein Umstand, der in diesem Fall bei der Wahl des Antriebs (Allrad) beginnt und sich mit einer erhöhten Bodenfreiheit (210 Millimeter), höherer Sitzposition, Unterbodenschutz, adaptivem Luftfahrwerk mit Niveau-Regulierung (Ausstattungslinie Ocean Race), Bergabfahrhilfe und robusten Karosserie-Leisten fortsetzt.

Als „Ozean-Riese“ ist der Cross-Country-Kombi aus Schweden stets perlweiß lackiert. Zudem setzt er sich mit mattgrauen Zierteilen und orangefarbenen Design-Elementen (etwa den Sicherheitsgurten) ab. Im Interieur verwendet Volvo zudem Fußmatten aus recycelten Fischernetzen. Ein „grünes“, biologisches Zeichen zur Notwendigkeit des Meeresschutzes, das der Hersteller damit setzen will.

 Volvo V90 Cross Country Ocean Race
Volvo V90 Cross Country Ocean Race Foto: Jürgen Braun

Sinnvolles Zubehör für den Outdoor-Einsatz

Darüber hinaus findet man eine integrierte Taschenlampe oder besonders schmutzabweisende Materialien. Für den Outdoor-Bedarf sinnvoll auch die zusätzlichen Stromanschlüsse. Das im „Business-Paket Ocean Race“ enthaltene Navigations-System mit der „Volvo-on-Call“-Funktion, Apple Carplay und Android Auto sowie einem WLAN-Hotspot macht aus dem Fahrzeug einen mobilen Alltagsbegleiter auf digitalem „State-of-the-Art“-Stand.

Mit fast fünf Metern Länge ist dieser außergewöhnliche Schweden-Kombi eine imposante Erscheinung, die ihren Platz braucht. Umso erstaunlicher, dass sich dieses „Dickschiff“ auf und neben dem Asphalt wie ein „Tretboot“ bewegen lässt. Das ist in erster Linie Verdienst des perfekt funktionierenden Zusammenspiels der Fahrwerks-Komponenten wie des 326 PS starken aufgeladenen Vierzylinders unter der Haube. Seit geraumer Zeit haben die Schweden ihren Verzicht auf mehr als vier „Pötte“ (Zylinder), sowohl beim Benziner wie auch beim Diesel, bekannt gegeben.

Das satte Drehmoment von 430 Newtonmetern bei viereinhalb Tausend Umdrehungen sorgt dafür, dass die Kraft dann vorhanden ist, wen sie benötigt wird. Die seidenweiche, aber resolut auf den Punkt arbeitende Achtgang-Automatik erledigt dazu das Ihre. Sofern man sich nicht dem manuellen Spiel mit den Paddeln am Lenkrad-Kranz hingibt.

Im Interieur hat Volvo quer durch die Angebotspalette längst Premium-Niveau erreicht. Das gilt für Auswahl und Verarbeitung der verwendeten Materialien genauso wie für das 12 Zoll große Display mit den übersichtlich angeordneten Funktionen. Die Schweden spielen – vor allem mit einem solch komplett ausgestatteten Fahrzeug als Spezial-Edition – in der Champions League der Automobil-Anbieter. Dass die „Ablösesumme“ für den Interessenten dabei auch CL-Niveau erreicht, lässt sich bei der Fülle des Angebotes nicht vermeiden. Als adäquate nordische Alternative zu den süddeutschen Konkurrenz-Modellen aber hat sich der Hersteller etabliert.