Fahrbericht : Viel Talent(o) auf dem Viehmarkt

An jedem Dienstag ist auf dem Viehmarktplatz in Trier Wochenmarkt. Und genau dort platzierten wir nach ausgiebigen Überlandfahrten unser Testfahrzeug, den Kastenwagen Fiat Talento. Einfach, weil ein solches Auto dort am besten aufgehoben ist. Ein leichtes Nutzfahrzeug, etwas für den Handwerksmeister. Für Handel, Dienstleistung und Gewerbe.

Vor etwas mehr als zwei Jahren, genau 2016, kündigte Fiat Professional, die Nutzfahrzeug-Sparte von FCA (Fiat Chrysler Automobiles) an, seine gesamte Modellpalette zu erneuern. Das ging los beim kleinen Stadtlieferwagen, dem Fiorino über den Doblo Cargo, den Talento und den großen Ducato bis hin zum Pick-Up Fullback. Und die Italiener haben Wort gehalten bei diesem Versprechen.

Wer heutzutage ein Auto in diesem Segment neu auf den Markt bringt, der muss einen Spagat vollführen. Den zwischen Zweckmäßigkeit und Fahrkomfort. Zwischen dem reinen „Nutzen“, den der Name schon vorgibt und Fahreigenschaften sowie Ausstattung und Bequemlichkeit eines Personenwagens.

Foto: Jürgen Braun

Fiat bietet den Talento in vier Versionen an: Unser Testfahrzeug war ein Kastenwagen mit Trennwand, Schiebetür und zwei Heck-Flügeltüren. Zudem gibt es noch einen Doppelkabiner, einen Personentransporter und ein Fahrgestell mit Flachboden.

Der Talento, eine Gemeinschafts-Entwicklung mit Renault (dort heißt er Traffic) deckt das Segment unter dem Ducato ab. Mit 5,40 Metern Länge, 1,95 Metern Breite und einer Höhe von 1,97 Metern ist er relativ kompakt, also durchaus für den städtischen Lieferverkehr geeignet. Der Laderaum fasst drei Euro-Platten.

Zahlreiche Verzurr-Ösen, ein Holzboden mit abwaschbarer und rutschfester Gummimatte, eine wahlweise abschließbare oder zu öffnende Durchreiche für lange Transport-Gegenstände am Boden dominieren den Laderaum. Je nach Karosserie-Variante changiert der zwischen 5,2 und 8,6 Meter Stauraum. Bei einem Radstand von 3,50 Metern bietet sich ein Laderaum-Volumen von 6000 Litern Leer wiegt der Talent 1871 Kilo. Laden darf man 1189 Kilo.

In der dreisitzigen Fahrerkabine hat Fiat pfiffige Detaillösungen für das Unterbringen verschiedenster Utensilien angebracht. Das gilt für Armaturenbrett, Seitentüren und Handschuhfach, aber auch für die Sitze. Die Doppelsitzbank lässt sich aufklappen, offeriert darunter noch einmal zusätzlichen Stauraum. Zudem findet der Fahrer / die Fahrerin dort ein Klemmbrett, auf dem man die Liefer- / Frachtpapiere anbringen kann.

Mit Hilfe eines kleinen Bedienungsknopfes neben dem Warnblinker lässt sich die Fahrerkabine extra abschließen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Besatzung hinten bei geöffneten Türen hantieren und Fracht zum Kunden bringen muss.

Für den Antrieb sorgt ein 145 PS starker aufgeladener Diesel mit 300 Newtonmeter Drehmoment. Der hat richtig schön „Bumms“ unten raus, die Handling-Eigenschaften Kleinlasters stehen denen eines Pkw kaum nach. Das Gleiche gilt für die Ausstattung mit den üblichen passiven und aktiven Sicherheits-Features.

Im Innenraum herrscht natürlich viel Plastik vor, aber im Gewerbe, wo es auch staubig und schmutzig zugeht, macht das Sinn. Die Sitze haben genügend Auflagefläche , die asphärischen Spiegel und natürlich die Rückfahrkamera erleichtern das rangieren.

Der Basispreis des Testfahrzeugs beträgt 28.130 Euro, exklusive Mehrwertsteuer.

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