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Freie Fahrt mit Wasserstoff

Freie Fahrt mit Wasserstoff

Angesichts der Endlichkeit unserer fossilen Energieträger werden die Bemühungen um die persön liche Mobilität ohne Verbrennungsmotor immer weiter intensiviert. Es gibt etliche Mög lichkeiten , allerdings müssen in den meisten Fällen bis zur Serienreife noch hohe Klippen umschifft werden. Mit Daimler und Linde haben sich jetzt erstmals ein Autobauer und ein Hersteller von Industriegasen auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie zusammengetan.

Trier. Der Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" wurde in den 1970er Jahren von der Auto industrie und den Automobil verbänden propagiert. Zumindest Ähnliches wollen die beiden Industriegiganten Daimler und Linde jetzt auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie umsetzen. Denn nach deren gemeinsamen Absichtserklärungen und auch nach dem derzeitigen Forschungs- und Entwicklungsstand soll freie Fahrt für Brennstoff zellenautos demnächst möglich sein.
Beide Konzerne treiben massiv den Aufbau einer Infrastruktur für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge weiter voran. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in den kommenden drei Jahren mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe in Deutschland 20 zusätzliche Wasserstofftankstellen errichtet werden. Damit wollen beide Partner die Versorgung von Brennstoffzellenfahrzeugen mit ausschließlich regenerativ erzeugtem Wasserstoff sicher stellen. Derzeit gib es in Deutschland etwa 30 Wasserstofftankstellen. Sieben davon sind in einen öffentlichen Betrieb integriert. Bereits im kommenden Jahr soll der Aufbau der neuen Tank stellen beginnen. Daimler und Linde wollen für ihr Projekt weitere Industriepartner aus der Energie-, Mineralöl- oder Automobilwirtschaft ins Boot holen. Die neuen Stationen sollen in den bereits bestehenden Wasserstoff-Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung entstehen. Ziel sei es, verkehrstechnisch günstig gelegene, bestehende Standorte unterschiedlicher Mineralölfirmen zu nutzen. Damit würden erstmals alle Orte in Deutschland mit einem Brennstoffzellenfahrzeug erreichbar sein, sagt Daimler.
Linde versteht sich laut seinem Chef, dem ehemaligen BMW-Vorstand Wolfgang Reitzle, als "Impulsgeber für bereits bestehende Initiativen". Er wolle die Kommerzialisierung gezielt unterstützen. Reitzle: "Mit der konsequenten Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie kann Deutschland eine Vorreiterrolle und die Industrie führerschaft auf dem Weg zu einer emissionsfreien Mobilität übernehmen."Eine Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische Energie in elek trische umwandelt. Erfunden hat sie 1838 Christian Friedrich Schönbein. Im Aufbau ähnelt die aus zwei Elektroden bestehende Brennstoffzelle einer Batterie. Ihre Einsatzmöglich keiten reichen vom Erzeugen von Hauswärme bis zum Antrieb von Autos. red