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Geschichts-Stunde gratis: Das Opel-Zelt beim „Oldie“-GP

Geschichts-Stunde gratis: Das Opel-Zelt beim „Oldie“-GP

Der Oldtimer-Grandprix am Wochenende auf dem Nürburgring war ein Fest des historischen Motorsports mit Zehntausenden von Fans. Aber er war auch weit mehr, wie volksfreund.de festgestellt hat.

Im aufwändigen Programmheft ist von Exoten die Rede. Von Penske, von Hesketh, von Tyrell, March oder Arrows. Von den Vintage Cars aus den Anfängen des Motorsports oder den sündhaft teuren Preziosen der Nobel-Produzenten Ferrari, Maserati oder Lamborghini. Alles schön und gut. Die Leute interessieren sich dafür, machen fleißig Handy-Fotos und ziehen dann weiter.

Stehen bleiben, aufhalten, sich erinnern und Geschichten erzählen oder zuhören: Das machen sie woanders. Bei Opel etwa. Was ist das Faszinierende an dieser ur-deutschen Marke Opel? Einem Hersteller, der viele Höhen und Tiefen gesehen und mit gemacht hat. Ein Autobauer, dessen Ausstellungs-Zelt am Wochenende beim Oldtimer-Grandprix auf dem Nürburgring wieder so eine Art Nachrichten-Börse für Geschichten aus "Tausend und einer Opel-Vergangenheit" war.

Detlef Krehl, anerkannter Fachmann für historischen Motorsport und Moderator bei Classic-Veranstaltungen des Hauses Opel, findet dass die Marke mit dem bekannten Blitz bei solchen Veranstaltungen "ihre große Tradition, aber auch ihre Innovation in Sachen Motorsport bestens zur Geltung" bringe. Er behauptet: "Es findet wieder etwas emotionales statt bei Opel" und erzählt eine Geschichte eines DTM-Rennen vor vielen Jahren. Damals stiegen Fans aus einem VW Golf, packten die Opel-Fahne aus und winkten damit Werksfahrer Manuel Reuter zu. Dann setzten sie sich wieder in ihren Golf und fuhren weiter.

Das Opel-Zelt war am Wochenende auch eine Art Transformations-Plattform für Generationen. Wir wurden Zeuge einer Unterhaltung zwischen Enkel, Vater und Großvater vor dem legendären Cliff Calibra des Jahres 1996, den die Rüsselsheimer am Wochenende auf der Strecke mit "Jockel" Winkelhock, aber auch im Zelt als Standobjekt vorführten Als der Enkel sein Handy-Foto gemacht hatte, begleitet von der Bemerkung "Opa, der hat 500 PS", legte der Opa los und erzählte "wie ein Wasserfall" aus seiner eigenen Opel-Vergangenheit. Und die beiden folgenden Generationen hörten ihm gebannt zu.

Eine solche gemeinsame Faszination, eine gemeinsame Geschichte, persönliche Anekdoten über Fahrzeuge, die eine Familie über Jahre und Jahrzehnte hinweg begleitet hat: Das geht unter die Haut. Und das geht mit keinem Tyrell, mit keinem March und mit keinem "Lambo".

Vielleicht war es auch das, was das Opel-Zelt beim "Oldie" so einzigartig auf eine ganz spezielle Weise machte. Es bot kostenlosen Geschichts-Unterricht mit ganz persönlicher Note. Ein deutsches Unternehmen auf Zeitreise in und mit der Bundesrepublik Deutschland. Wer sonst hat das schon in seinen Firmen-Annalen zu bieten?

Text und Foto:Jürgen C. Braun