Golf bleibt Golf

Der neue Volkswagen Golf ist wieder der Primus des Segments, das sogar nach ihm benannt ist: Golfklasse. Die siebte Generation bietet mehr Platz, mehr Sicherheit und mehr Komfort und ist vor allem sparsamer.

Wolfsburg. Die Maße des neuen Golf haben sich nur wenig verändert: sechs Zentimeter mehr Länge (4,26 Meter), ein Zentimeter mehr Breite (1,79 Meter), drei weniger in der Höhe (1,45 Meter). Lieferbar ist die siebte Generation ab 10. November.
Wie fährt der Neue? Golf bleibt Golf, um es einfach zu sagen. Schon von weitem ist er vor allem an den typisch breiten Heck säulen zu erkennen. Die behut same Weiterentwicklung seiner Form ist eines der Erfolgs geheimnisse. Andere verändern ihre Form hektisch, der Golf bleibt seiner Grundlinie treu. Das mögen die Käufer offensichtlich schon deswegen, weil ihre bisher gefahrenen Modelle nicht alt aussehen.
Im Vergleich mit dem Vorgänger wirkt der neue Golf etwas stämmiger und breiter. Die neue Lage von Motor und Getriebe (modularer Querbaukasten) ermöglicht es, die Vorderachse um sechs Zentimeter nach vorne zu schieben. Der vordere Überhang ist kürzer, die Motorhaube optisch länger. Der sehr flache Kühlergrill und die keilförmigen Scheinwerfer betonen die Breite weiter. Das gilt auch für das Heck mit kleinem Spoiler und breiten Leuchten. Innen gibt es trotz der geschrumpften Höhe genügend Platz über dem Kopf. Die Hinterbänkler freuen sich über spür bare eineinhalb Zentimeter mehr für ihre Knie. Besonderes Lob verdienen die wieder weiß beleuchteten, sehr klaren Instrumente und die hervorragend ausgeformten Sitze. Der Kofferraum wuchs um 30 auf 380 Liter, die sich durch Umklappen der jetzt in allen Ausstattungen asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne auf 1270 Liter erweitern lassen. Die Abdeckplatte kann unter dem Kofferraumboden verschwinden, das Warndreieck steckt schnell greifbar im Kofferraumdeckel. Eine neue Arretierung hält die Türen in jeder gewünschten Position fest.
Viele Assistenzsysteme


Die neue Karosserie hat zehn Prozent weniger Luftwiderstand. Das gesamte Auto wurde bis zu 100 Kilogramm leichter, ohne dass der sehr solide Eindruck darunter leidet. Der neue Golf kann mit den neuesten Assistenzsystemen ausgerüstet werden: von der Müdigkeitserkennung bis zur automatischen Distanzregelung samt City-Notbremsfunktion, von der Fernlicht-Automatik bis zur Verkehrszeichen-Erkennung, vom automatischen Einparken bis zum proaktiven Insassenschutz, der bei Gefahr die Gurte strafft sowie Fenster und Schiebedach schließt. Serienmäßig in der Grundausstattung sind Klima anlage, ein Berührbildschirm für den Bordcomputer, die Differenzialsperre namens XDS und eine Multikollisionsbremse. Diese hält den Bremsdruck nach einem Anprall aufrecht, so dass der Wagen nicht ungewollt weiterrollen kann.
Neuer Basismotor ist ein 1,2-Liter-Benziner mit Turbolader, Direkteinspritzung und 85 PS/ 63 kW. Er ist mit 160 Nm Drehmoment schon ab 1400 U/min und 179 km/h Spitze deutlich lebendiger als der 1,4-Liter-Sauger vorher, dazu mit 4,9 Litern Normverbrauch um 23 Prozent sparsamer. Den 1.2 TSI gibt es auch mit 105 PS/77 kW. Hinzu kommen zwei 1,4-Liter-Turbos mit 122 PS/90 kW und 140 PS/ 103 kW, alle mit Stopp-Start-System, Letzterer auch mit Zylinderabschaltung. Der 1,6-Liter-Diesel leistet 105 PS/77 kW und der 2,0-Liter-TDI nunmehr 150 PS/ 110 kW. Vom kleinen Diesel wird es eine Sparversion geben mit 110 PS/81 kW. Mit ihr verbraucht der 202 km/h schnelle Golf nach Norm nur 3,2 Liter.
Die Nummer sieben ist der beste Golf aller Zeiten. Trotz Mehrausstattung und Leistungsplus ist er in der Trendline-Basisversion nicht teurer als bisher: 16 975 Euro. Mehr Leistung und mehr Ausstattung verlangen allerdings wie bisher tiefe Griffe in den Geldbeutel.