Großes Freiluftkino

Optisch und technisch auf gewertet, unter anderem mit neuer Front und stärkerem Motor, ist seit dem 9. April der Mercedes-Benz SL im Handel. Der zwei sitzige Sportwagen gilt seit mehr als 60 Jahren als Ikone des Automobilbaus.

Stuttgart. Für den Traumsportwagen SL verlangt Mercedes-Benz mindestens 99 097 Euro. So viel kostet das Einstiegsmodell SL 400 mit 367 PS/270 kW starkem 3,0-Liter-V6-Motor, der 500 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Der Wagen sprintet in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist 250 km/h schnell. Er hat einen Normverbrauch von 7,7 Litern Super (CO{-2}-Ausstoß: 175 g/km).
Daneben sind drei weitere Varianten erhältlich: der SL 500, der AMG SL 63 und der AMG SL 65. Die 4,7-Liter-V8-Maschine im SL 500 bietet 455 PS/335 kW Leistung und 700 Nm maximales Drehmoment. Der Achtzylinder wird wie der Sechszylinder im SL 400 erstmals mit einer Neunstufen-Automatik kombiniert. Die 9G-Tronic arbeitet sehr harmonisch und schaltet in der Regel frühzeitig hoch. Das spart ebenso Sprit wie die langen Über setzungen in den oberen Gängen. Wer jedoch auf kurvenreichen Strecken schnell unterwegs sein will, kann jederzeit kräftige Zwischenspurts einlegen, weil dann die Automatik zügig über mehrere Gänge zurückspringt. Beide SL-Versionen verfügen wie die zwei AMG-Ausführungen über jeweils zwei Turbolader (Biturbo).
Vierstelliges Drehmoment

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Foto: Daimler AG - Global Communicatio (g_motor


Im AMG SL 63 kommt ein 5,6-Liter-V8-Motor zum Einsatz, der 585 PS/430 kW Leistung und 900 Nm Drehmoment liefert. Das Topmodell AMG SL 65 verfügt über einen 6,0-Liter-V12. Er hat 630 PS/463 kW und bietet 1000 Nm Drehmoment. In beiden AMG-Versionen ist das Siebenstufen-Sportgetriebe Speedshift verbaut. Der komplett aus gestattete AMG SL 65 kostet ab 239 934 Euro.
Ungetrübten Fahrspaß ermöglicht schon der SL 400, wie erste Testfahrten in gebirgigem Hinterland gezeigt haben. Der Fahrer spürt hier besonders gut die Ver besserungen am Fahrwerk. Schon serienmäßig verringern diverse Regelungen die Karosseriebewegungen beim Anfahren, Bremsen und in Kurven. Zur Serienausstattung zählen verstellbare Dämpfer und das Programm Dynamic Select, das fünf Fahrwerkseinstellungen von komfortabel bis extrem sportlich ermöglicht. Beeinflusst werden jeweils Antrieb, Fahrwerk, Lenkung und sogar die Klima tisierung. Als fünfte Stufe steht Individual parat. Während unseres Ritts durch die Berge passten wir diese Schritt für Schritt an unsere Vorlieben an.
Auf Wunsch wird das Fahrwerk mit der Active-Body-Control-Technologie geliefert (3510 Euro Aufpreis), die Nick- und Roll bewegungen des Fahrzeugs ausgleicht. Am Lenkrad wird schnell klar, wie stark sich die reduzierten Fliehkräfte auf die Fahr dynamik auswirken und den SL noch agiler machen. Keine Frage, der offene Sportwagen hat be sonders beim Fahrwerk zugelegt.
Das Dach öffnet und schließt bis Tempo 40. Die Basis ausführung ist ein in Wagenfarbe lackiertes Magnesium-Kunststoff-Dach. Zudem gibt es ein durchsichtiges Dach aus Poly carbonat. Auf Wunsch kann es per Knopfdruck hell oder dunkel geschaltet werden. Neu ist eine automatische Kofferraum-Abtrennung. Öffnet man das Verdeck, fährt die Abtrennung von selbst nach unten - und um gekehrt. Der Innenraum ist mit edelsten Materialien, Ambientebeleuchtung und Displaytechnik aufwendig ge staltet.
Markanter gezeichnet und nobler ausgestattet sind die beiden AMG-Modelle SL 63 und SL 65. Damit die hohe Leistung auf den Boden kommt, verfügen beide Roadster serienmäßig über ein AMG-Sportfahrwerk mit Active Body Control und ein mecha nisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Beim Beschleunigen krallen sich die Antriebs räder (19 Zoll, 255er vorn, 285er hinten) förmlich in den Asphalt. In allen Situationen geben die ausgezeichneten AMG-Sport sitze festen Halt.