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Kfz-Versicherung – Mythen und Irrtümer

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Kfz-Versicherung ist nicht gleich Kfz-Versicherung. Viele glauben, mit dem Vertragsabschluss ist das Auto umfassend versichert und Schäden, die bei einem Unfall entstehen, sind abgedeckt. Das ist leider nicht immer der Fall. In Bezug auf Teilkasko, Vollkasko oder Haftpflicht kursieren einige Mythen und Irrtümer.

Haftpflichtversicherung ist gesetzliche Pflicht für jedes Kraftfahrzeug

Bereits vor der Zulassung müssen Autofahrer sich für einen Versicherer entscheiden. Denn aufgrund der Haftpflichtversicherungspflicht in Deutschland muss jeder Fahrzeughalter schon bei der Zulassung eines Fahrzeugs die Deckung durch eine Versicherung anzeigen. Dies erfolgt mithilfe der eVB-Nummer - der Nummer für die elektronische Versicherungsbestätigung. Diese eVB-Nummer lässt sich einfach im Internet beantragen, bei verschiedenen Vergleichsportalen gibt es neben einem umfassenden Vergleich der Versicherungsprämien und der Leistungen der einzelnen Versicherer auch sofort die Möglichkeit, diese eVB-Nummer einfach und unkompliziert zu beantragen. Der Versicherer schickt die Nummer dann per SMS oder E-Mail und der Fahrzeughalter kann sich ohne Umwege direkt zur Zulassungsstelle begeben.

Wenn es zu Beulen und Kratzern kommt

Manchmal verkratzen Äste ein Fahrzeug. Dann gehen viele Versicherte davon aus, dass das ein Fall für die Kaskoversicherung ist und melden den Schaden. Jedoch zahlt diese Art von Schäden nur die Vollkaskoversicherung. Darüber hinaus stuft der Versicherer die Schadenfreiheitsklasse zurück, sodass dann unter Umständen die Prämie teurer wird. Schäden durch Äste am Fahrzeug zahlt die Teilkaskoversicherung erst bei einem Sturm ab Windstärke 8. Weitere Informationen zur Kaskoversicherung sind beim Verbraucherverband des GdV (Gesamtverband der deutschen Versicherer) nachzulesen.

Der Wildunfall

Wildunfälle übernimmt die Kaskoversicherung normalerweise dann, wenn der Unfall während der Fahrt passiert. Rammt hingegen ein wilder Eber ein parkendes Fahrzeug, ist der Versicherte in der Pflicht, zu beweisen, dass es ein Unfall war, den die Versicherung begleichen muss. In diesen Fällen ist es empfehlenswert, entweder die Polizei oder einen Förster anzurufen. Diese Personen können dann den Unfall gegenüber der Versicherung bezeugen. Sind freilaufende Hunde, Pferde, Kühe oder Katzen für einen Schaden verantwortlich, ist der Halter zum Schadenersatz verpflichtet. Hier zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung nichts.

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Schäden durch Vandalismus

Kommt es zu unschönen Szenen auf der Straße, in deren Folge ein Cabriodach aufgeschlitzt oder ein Außenspiegel zerstört wird, haftet dafür nur die Vollkaskoversicherung. Entstehen Schäden durch Vandalismus im Zusammenhang mit dem Versuch, das Auto aufzubrechen und etwas zu stehlen, zahlt auch die Teilkaskoversicherung.

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Aus dem Auto geklaut

Stiehlt jemand etwas aus dem Auto, beispielsweise ein mobiles Navigationsgerät, so ist das kein Fall für die Teilkaskoversicherung. Lediglich bei Diebstahl von festmonierten Geräten leistet die Versicherung Ersatz. Für einen Schadenersatz bei lose im Auto befindlichen Gegenständen, wie mobiles Navigationsgerät, Handtasche, Mobiltelefon oder andere Wertsachen, ist eine Vollkaskoversicherung notwendig. Eventuell kann noch die Hausratversicherung unter bestimmten Voraussetzungen den Schaden regulieren.

Alkohol am Steuer - Prüfung der Teilschuld

Passiert ein Unfall unter Alkoholeinfluss, auch wenn die Menge unterhalb der 0,5-Promiille-Grenze war, ist stets mit einer Teilschuld zu rechnen. Die Versicherer prüfen dann immer, ob der Unfall ohne Alkoholeinfluss auch passiert wäre.

Das Auto ist nicht verkehrstüchtig

Stellen die Behörden nach einem Unfall fest, dass ein Fahrzeug nicht verkehrstüchtig war zum Zeitpunkt des Unfalls, übernimmt die Versicherung den Schaden nicht. Das fällt für die Versicherer unter grob fahrlässiges Verhalten. Ist die Versicherung kulant, zahlt sie einen Schaden, auch wenn der TÜV schon abgelaufen war. Voraussetzung dafür ist allerdings: Das Fahrzeug muss noch vollständig verkehrssicher sein.

Viele Schäden - Folgen für den Versicherungsnehmer

Natürlich kann jeder beliebig viele Schäden und Unfälle an seine Versicherung melden. Das hat allerdings meistens Konsequenzen, auch wenn der Versicherungsnehmer regelmäßig und pünktlich die Beiträge zahlt. Zunächst kommt es zu einer Zurückstufung in der Schadenfreiheitsklasse und zu höheren Beiträgen. Schlimmstenfalls kündigt der Versicherer den Vertrag.

Im "Infoblatt - Kraftfahrzeugversicherung" hat der Bund der Versicherten viele weitere Informationen dazu veröffentlicht.