KFZ-Versicherung: Rabatte für Dashcams

Videobeweis : KFZ-Versicherung: Rabatte für Dashcams

In vielen Autos befindet sich bereits eine Dashcam, um bei einem Unfall einen Videobeweis in der Hand zu haben. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sind Dashcams mittlerweile als Beweismittel vor Gericht zugelassen.

Kein Wunder, dass sich auch Versicherungen bei der Regulierung von Schäden für die Aufnahmen interessieren. Die erste Kfz-Versicherung hat nun sogar einen Rabatt eingeführt, mit dem die Prämie für Versicherte mit Dashcam im Auto günstiger wird. Bis zu 15 % Rabatt gibt es bei der "Die Bayrische". Das Angebot gilt für Neukunden wie auch für Bestandskunden.

Das gilt allerdings nicht für jede im Auto angebrachte Dashcam. Die Versicherung hat einen Vertrag mit dem britischen Hersteller Nextbase abgeschlossen. Versicherte müssen, wollen sie sich den gewährten Rabatt sichern, die Kamera bei einem bestimmten Vertragspartner kaufen und fachgerecht installieren lassen.

Sicherung des Schadensfreiheitsrabattes

Wer jahrelang keinen Unfall hatte und durch ein riskantes Fahrmanöver eines anderen in einen Unfall verwickelt wurde, hat oft den doppelten Schaden. Wird seitens der Kfz-Versicherung eine Mitschuld anerkannt, treffen den Autohalter nicht nur der Wertverlust für das Auto durch den Unfall an sich und die daraus resultierenden Reparaturen, sondern auch eine saftige Prämienerhöhung für die Versicherung durch Hochstufung oder sogar Verlust des Schadensfreiheitsrabattes.

Eine Dashcam kann im Streitfall die rettende Lösung sein. Kann durch die Videobilder nachgewiesen werden, dass keine Schuld besteht, bleibt der Schadensfreiheitsrabatt erhalten. Durch den erstmals eingeführten Rabatt bei der Kfz-Versicherung zahlt sich die Anschaffung der Daschcam nun noch mehr aus. Es bleibt zu hoffen, dass andere Anbieter von Kfz-Versicherungen in diesem Punkt nachziehen.

Für die Kfz-Versicherungen besteht bei Vorhandensein einer eingeschalteten Dashcam der Vorteil, dass sie provozierte Unfälle, etwa durch plötzliches Abbremsen durch Versicherungsbetrüger leichter erkennen können.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Permanentes Aufzeichnen des öffentlichen Raumes und das Abspeichern beziehungsweise Aufbewahren des Videomaterials sind in Deutschland zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht erlaubt. Die Gerichte haben jedoch für die Nutzung von Dashcams ein Fenster offengelassen. Zum einen muss die Kamera im sogenannten Loop-Modus arbeiten. Das heißt, es darf jeweils nur eine festgelegte Dauer von etwa einer Minute aufgezeichnet werden. Anschließend müssen die Bilder wieder überschrieben werden.

Zum anderen ist nur wenn ein Unfall aufgezeichnet wurde eine Speicherung zulässig. Das kann zum Beispiel durch Sicherung des Videos per Knopfdruck oder auch durch automatische Unfallerkennung des Dashcam-Systems erfolgen.

Aufzeichnungen von Unfällen oder Verstößen bei denen der Fahrer mit einer Dashcam selbst nicht betroffen ist, sind dagegen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig und dürfen vor Gericht nicht verwendet werden. Videos, die von einer Dashcam aufgezeichnet wurden, jedoch nicht den Datenschutzrichtlinien entsprechen, dürfen nur im Ausnahmefall verwendet werden. Die Gerichte entscheiden darüber im Einzelfall.

Autofahrer sollten auch noch einige weitere Punkte beachten. Durch die Anbringung der Dashcam darf die Sicht beim Fahren nicht behindert werden, sonst könnte der Fahrer trotz Dashcam eine Mitschuld bekommen. Der Kabel zum Aufladen, darf die Führung des Kraftfahrzeuges außerdem nicht behindern.