| 21:14 Uhr

Kräftiger Rückenwind für Volkswagen

Foto: VW
Foto: VW
Wolfsburg. 22 Millionen Passat hat Volks wagen bisher produziert. 1973 verließ der erste als Schwestermodell des Audi 80 die Bänder. Die Nähe zu Audi ist stets ge blieben. In seiner nunmehr achten Generation rückt der preiswertere Passat ganz nah an den A4. Stefan Woltereck

Wolfsburg. VWs neuer Passat nimmt manches vorweg, was es auch im neuen Audi A4 geben wird, der 2015 startet - vor allem das Bildschirm-Armaturenbrett und den Biturbo-TDI. Der Neue ist un verkennbar wieder ein Passat. Er sieht größer aus, ist in Wirklichkeit aber zwei Milli meter kürzer (4,77 Meter) und und 1,4 Zentimeter niedriger (1,46 Meter), aber 1,2 Zentimeter breiter (1,83 Meter). Der Achs abstand ist um fast acht Zentimeter gewachsen (2,79 Meter). Der vordere Überhang wurde kürzer. Besonders die Limousine wirkt - unterstützt vom in die Breite gezogenen Grill - gestreckter, sportlicher.
Innen führt das Mehr an Radstand zu fürstlichem Knieraum auf den Rücksitzen. Auch der Kofferraum wuchs: auf 586 Liter bei der Limousine und 650 Liter beim Variant. Beim Umklappen der Rücksitze bietet der Kombi üppige 1780 Liter Laderaum. Anhängen darf man bis zu 2,2 Tonnen.
Ganz schmale, exakt parallele Fugen demonstrieren das Können der Karosseriebauer. Die Türen fallen satt ins Schloss, der Kofferdeckel öffnet sich mit aufpreispflichtigem Easy-open-Paket elektrisch und per Fußschwenk unter dem Heck.
Wandelbare Instrumente


Das Armaturenbrett steht nun auch als Active Info Display zur Wahl: Tacho, Drehzahlmesser und die kleinen Anzeigen werden auf einem Bildschirm angezeigt. Sie sehen zunächst aus wie gewohnt, lassen sich auf Knopfdruck aber verkleinern und machen mehr Platz für die Karte des Navigationssystems, die sich dann zwischen ihnen ausbreitet. Das Ganze überzeugt, kostet aber selbst in der Topversion 500 Euro Aufpreis. Es ist zudem nur mit dem teuersten Multimedia- und Navigationssystem Discover Pro bestellbar - für zusätzliche 2180 Euro. In den Versionen mit herkömmlichen Skalen zeigt der Bildschirm oben in der Mittelkonsole die Navi-Karte, er steuert wie gewohnt auch Radio, Telefon und Klimaanlage. Später wird auch ein Head-up-Display angeboten. Die gefahrene Geschwindigkeit, aktuell geltende Tempolimits und Abbiegepfeile werden vor dem Fahrer auf die Windschutzscheibe projiziert. Ein Glanzpunkt im aufpreispflichtigen Arsenal an Assistenz systemen ist Trailer Assist, das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger den Schrecken nimmt.
Die Wohlfühl-Atmosphäre des A4 allerdings verbreitet der Passat nicht ganz, soll er wohl auch nicht: Audi ist Premium-, der Volkswagen Businessklasse.
Ein Sahnestück unter den Trieb werken ist der neue, über raschend kultivierte Biturbo-TDI mit 240 PS/176 kW und sensationellen 500 Nm Drehmoment. Das ist Spitze für die gesamte Branche, gut für den Spurt von null auf 100 km/h in 6,1 Sekunden und für 240 km/h Spitze. VW koppelt ihn zu Preisen ab 43 625 Euro mit Siebengang-Automatik, und Allradantrieb. Dies wird der Verbreitung des Passat 2.0 TDI SCR BMT 4Motion DSG wohl Grenzen setzen, obwohl er mit AdBlue-System sauber und mit 5,3 Litern Verbrauch sparsam ist. Auch der zweite TDI setzt den bis zu 85 Kilo leichteren Passat munter in Bewegung: 150 PS/110 kW, 220 km/h, 4,5 Liter. Der vorerst einzige 1,4-Liter-Benzin-TSI mit Zylinderabschaltung (ACT) leistet ebenfalls 150 PS/110 kW. Alle erfüllen die Norm Euro 6.
Weitere Motoren sind angekündigt, auch ein Plug-in-Hybrid mit 50 Kilometern Reichweite im reinen Elektrobetrieb.