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Mercedes-Benz macht mehr daraus

Mercedes-Benz macht mehr daraus

Bislang 13 Millionen Exemplare seiner E-Klasse-Limousine hat Mercedes-Benz verkauft. In einer Woche startet die zehnte Generation, die auch selbst fahren kann - aus Sicherheitsgründen jedoch nur kurze Strecken.

Stuttgart. Mercedes-Benz feiert die neue E-Klasse als "die intelligenteste Limousine der Welt". In der zehnten Generation lenkt der Wagen selbstständig, wenn auch immer nur ein kurzes Stück. Geleitet von einem Ensemble von Kameras, Radarsensoren und Rechnern, die deutlich leistungsfähiger sind als die bei der Mondlandung, findet die E-Klasse ihren Weg. Dazu verbindet der Drive Pilot die Funktionen der adaptiven Geschwindigkeits regelung mit der Spurkontrolle und dem Lenkassistenten. Der Wagen folgt selbsttätig in an gemessenem Abstand dem vorausfahrenden Fahrzeug, orientiert sich dabei an den Straßenmarkierungen und wechselt beim Betätigen des Blinkers sogar die Spur, um Langsamere zu über holen. Das funktioniert weit gehend reibungslos, allerdings bleiben die letzte Entscheidung und vor allem die Verantwortung weiterhin dem Fahrer über lassen. Wenn der Assistent die Spur nicht klar erkennt, meldet er sich nach einem Warnsignal zügig ab. Der Fahrer muss im autonomen Betrieb immer wieder das Lenkrad oder eines der neuen Touchpads am Volant berühren, um zu bestätigen, dass er noch konzentriert ist. Ohne diese Rückmeldung bremst die E-Klasse ab, schaltet die Warnblinker ein, wenn 60 km/h unter schritten werden und stoppt schließlich auf der Fahrspur. Im Stau hält der Drive Pilot den Wagen ebenfalls an und lässt ihn wieder anfahren, wenn es weitergeht.
Radstand ist gewachsen


Vom Design her ist der Neue zwischen der C- und der S-Klasse angesiedelt. Wie diese hat er eine nach hinten abfallende Seiten linie. Er bietet viel Platz. Zwar hat der Kofferraum zehn Liter an Volumen verloren, ist mit 530 Litern aber keineswegs zu klein geraten. Zugelegt haben Radstand auf 2,87 Meter (plus 6,5 Zentimeter) und Fahrzeuglänge auf 4,88 Meter (plus 4,3 Zenti meter). Breite und Höhe sind nahezu identisch mit dem Vorgänger. Innen erreicht die mittlere Mercedes-Baureihe bei Material und Verarbeitung das Niveau der Oberklasse.
Zur Markteinführung der Limousine am 9. April - der T-Modell genannte Kombi folgt erst im Herbst - stehen drei Triebwerke zur Auswahl. Der E 200 (ab 45 303 Euro) mit 184 PS/135 kW aus 2,0 Litern Hubraum ist vorerst der einzige Benziner. Hinzu kommen zwei Diesel: der E 220 d mit 2,0-Liter-Vierzylinder (194 PS/143 kW, ab 47 124 Euro) und der E 350 mit 3,0-Liter-V6- Motor (258 PS/190 kW, ab 55 603 Euro). Alle drei Aggregate werden mit der hauseigenen Neunstufen-Automatik angeboten. Im Sommer folgen der E 300 mit 245 PS/180 kW, der E 400 4Matic (333 PS/245 kW) und der Plug-in-Hybrid E 350 e, der eine Systemleistung von 286 PS/ 210 kW liefert.
Die Verbrauchswerte der Diesel liegen zwischen 3,9 und 5,1 Litern, die der Benziner zwischen 5,9 und 7,7 Litern Super. Die Hybrid-E-Klasse soll nach der Norm 2,1 Liter Super ver brauchen. Unter Leistungs mangel leidet kein Modell. Die Kräfte der durchzugsstarken Motoren werden harmonisch auf die angetriebenen Hinterräder übertragen.