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Mobile Sonnenbank fürs Volk

Mobile Sonnenbank fürs Volk

Das neue VW Cabrio hat serienmäßig ein elektrisch angetriebenes Verdeck, das sich in nur neun Sekunden über die Passagiere schwingt. Das funktioniert bis Tempo 30 sogar während der Fahrt.

Wolfsburg. Dass das neue Golf Cabriolet im Juni zum Höhepunkt der heimischen Erdbeer-Saison antritt, kann mit einem Schmunzeln quittiert werden. Seine Vorgänger hatten alle einen hochaufragenden Überrollbügel und wurden deshalb mit leisem Spott Erdbeerkörbchen genannt. Beim neuen Golf VI Cabrio versperrt beim Offenfahren keine Barriere mehr den Blick in den Himmel. Für die Sicherheit ist trotzdem gesorgt. Zwei stählerne Schutzbügel hinter den Kopfstützen auf der Rückbanklehne schnellen in einer Notsituation in Millisekunden aus ihrem Versteck und verringern so die Gefahr, dass sich die Fondpassagiere bei einem Überroll-Unfall schwer verletzen.
Das Cabrio ist mit klaren Flächen und geraden Linien so schnörkellos gestaltet wie seine blechbedachten Brüder. Die Frontscheibe steht flacher über dem Armaturenbrett, der Wagen ist sechs Zentimeter niedriger und knapp fünf Zentimeter länger als die Golf-Limousine. Das gibt ihm eine gestreckte, schlanke Form. Dahinter spannt sich ein Textilverdeck straff bis zum Heck mit seinen LED-Rückleuchten. Mehrere Lagen sollen gegen Hitze und Kälte schützen, die Fahrgeräusche reduzieren und das Prasseln des Regens dämpfen. Die Luftverwirbelungen beim Offenfahren halten sich auf den vorderen Plätzen in annehmbaren Grenzen. Wem es doch zu zugig ist, der kann für 315 Euro Aufpreis ein Windschott im Fond einklinken. Dann passt jedoch niemand mehr auf die Rückbank. Dort können sonst zwei Erwachsene durchaus bequem sitzen und dank der Easy-Entry-Funktion der Vordersitze problemlos zusteigen.
Der mit 250 Litern Volumen knapp bemessene Kofferraum zwingt dazu, bei größeren Reisen einen Teil des Gepäcks auf der Rückbank zu verstauen. Praktischerweise lassen sich dazu deren Lehnen nach vorn klappen.
Zwei Benziner und ein Diesel stehen zum Marktstart bereit. Basismaschine ist der 1,2-Liter-TSI mit 105 PS/77 kW, mit dem das Cabriolet 23 625 Euro kostet, 4950 Euro mehr als die gleich motorisierte, dreitürige Golf-Limousine. Der stärkere TSI (27 875 Euro) mit 1,4 Litern Hubraum, 160 PS/118 kW und Siebengang-DSG-Automatik passt vorzüglich zum Cabrio. Er klingt kraftvoll und bereitet eine Menge Fahrspaß.
Das im Vergleich zur Limousine um rund 200 Kilogramm gestiegene Leergewicht macht ihm keine Mühen. Der 1,6-Liter-Diesel (26 175 Euro) kommt auf 105 PS/77 kW. Mit Bluemotion-Paket liegt sein Normverbrauch bei 4,4 Litern.
Das Cabrio, das wie seine Vorgänger in Osnabrück gebaut wird, bietet rundum den gewohnt hohen VW-Standard bei Qualität und Materialwahl. Die Federung findet einen bewundernswerten Kompromiss zwischen straffer Abstimmung und gutem Komfort. Lenkung und Bremsen überraschen positiv.