1. Magazin
  2. Auto & Motor

Neuer Klassenprimus beim Verbrauch

Neuer Klassenprimus beim Verbrauch

Honda hat mit seinem zweiten Dieselmotor aus eigener Konstruktion den Anspruch, neue Maßstäbe zu setzen. Und das könnte tatsächlich gelingen: In der Kompaktklasse fährt kein Kon kurrent sparsamer.

Offenbach. Lange spielte der Dieselmotor bei Honda eine Nebenrolle, weil er auf den damaligen drei Hauptmärkten nur in Westeuropa absetzbar war, nicht aber in Japan und Nordamerika. Um bei uns nicht mit völlig leeren Händen dazustehen, kaufte Honda ein 1,7-Liter-Triebwerk beim fernöstlichen Dieselspezialisten Isuzu ein, das in modernisierter Form bis heute bei Opel zum Einsatz kommt. Erst 2003 kam Hondas erster Selbstzünder im Accord auf den Markt, ein 2,2- Liter-Aggregat, das sich durchaus Respekt verschaffte.
Nun versuchen die Japaner eine Hubraumklasse tiefer, Maß stäbe zu setzen. 1,6 Liter sind ein Bereich, in der die europäischen Hersteller Fiat, Peugeot und Volkswagen mit langjähriger Erfahrung auf dem neuesten Stand sind und die halbe Welt beliefern.
Tatsächlich ist es Honda gelungen, mit einem völlig neu konstruierten Motor das Maß aller deutschen Dinge in die Schranken zu weisen. Der 1,6-Liter-TDI im neuen Golf leistet 105 PS/ 77 kW und verbraucht nach der Norm 3,8 Liter Dieselkraftstoff, Honda kommt im vergleichbaren Civic bei gleichgroßem Hubraum auf 120 PS/88 kW und einen Verbrauch von nur 3,6 Litern (CO{-2}-Ausstoß: 99 zu 94 g/km).
Das neue System, das nicht wie bei VW in einer besonders behandelten und verteuerten Blue motion-Ausführung zum Einsatz kommt, sondern ganz regulär in Serie geht, nennt Honda Earth Dreams Technology. Der Hersteller träumt also davon, damit zur Rettung der Erde beizutragen.
Dabei geht es auch ums Gewicht, was Rohstoffe spart. Die Japaner als höfliche Menschen vergleichen nicht mit der Konkurrenz, sondern mit dem eigenen 2,2-Liter-Vierzylinder. Ihm gegenüber ist der neue, 135 Kilogramm schwere Motor 47 Kilo leichter. Beim Sechsgang-Getriebe werden sieben Kilogramm eingespart. Die innermotorische Reibung ist 40 Prozent geringer als beim großen Dieselbruder. Schließlich wurde an der Aero dynamik noch ein wenig gefeilt, um den aktuellen Klassenbestwert zu erreichen.
Bei einer ersten Testfahrt zeigte das Verbrauchsmessgerät auf einer gemischten Strecke mit Autobahn und hügeliger Landstraße 5,2 Liter. Der neue Civic mit dem 1,6-Liter-Dieselmotor ist extrem leise, was einem Resonator an Bord zuzuschreiben ist, den Honda Active Noise Cancellation (ANC) nennt. Er kehrt sozusagen die Schallwellen um, so dass sie für das menschliche Ohr weniger wahrnehmbar sind. Bei den eher brummigen Tönen wird so der Geräuschpegel um zehn Dezibel gesenkt.
Der neue Civic 1.6 i-DTEC kommt im April - dann stehen auch die genauen Preise fest.