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Neuer Schwung nach müden Jahren

Neuer Schwung nach müden Jahren

Volkswagen wertet sein Sportcoupé Scirocco auf. Die neue Front wirkt sportlicher, die Technik nimmt Anleihen bei Golf GTI und Golf R - auch mit Motoren bis 280 PS/206 kW. Sparsamster ist jedoch ein 2,0-Liter-Diesel.

Wolfsburg. Eine technisch wie optisch neue Version von Volkswagens Modell Scirocco steht seit wenigen Tagen bei den Händlern - stärker und schneller. Die Motoren erfüllen durchweg die Abgasnorm Euro 6 und sind bis zu 19 Prozent sparsamer. Der Preis für das Basismodell mit 125 PS/92 kW steigt moderat um 525 Euro auf 23 900 Euro.
2008 war die letzte Generation des Scirocco in eine schwierige Zeit gestartet: Der Markt für kompakte Sportcoupés ist klein, die Zahl der Wettbewerber groß. In Europa kam das Modell nie recht in Fahrt. Die Chinesen, die sonst eher große Autos lieben, kaufen ihn gerne. Deutschland hingegen verzeichnete 2013 nur 3300 Neuzulassungen.
Der überarbeitete Scirocco soll verstärkt in den Fokus von Käufern rücken, die an einen Opel Astra GTC denken, an ein Renault Mégane Coupé, vielleicht auch an einen Citroën DS4, Peugeot RCZ oder Kia Proceed GT.
Wettbewerber sind ebenso das Duo Toyota GT 86 und Subaru BRZ sowie Hyundais Coupés i30 und Veloster. In ihrem Kreis macht sich der 4,26 Meter lange, 1,81 Meter breite und 1,41 Meter flache Scirocco gut. Die breite Frontschürze und die entschlossen dreinblickenden Scheinwerfer lassen ihn maskulin auftreten, auch im Rückspiegel des Vordermanns. Das Heck erhielt LED-Leuchten und eine neue Klappe, die wie sich bei den anderen Modellen nach dem Drehen des VW-Logos öffnet.
Fahrer und Beifahrer sind wie bisher auf Sportsitzen mit hervorragendem Seitenhalt untergebracht. Die großen Instrumente blicken den Fahrer nun aus tiefen Höhlen an. Oben in der Mitte thronen wie im Ur-Scirocco drei Zusatz skalen: Ölthermometer, Ladedruck und Stoppuhr.
Kofferraum mit hoher Ladekante


Die Bank hinten reicht zur Not auch einmal für zwei Erwachsene. Ein- und vor allem Ausstieg erfordern allerdings Gummi knochen. Der Gepäckraum schluckt über seine hohe Kante magere 312 Liter. Ein Umklappen der geteilten Rücksitzlehne ermöglicht 1006 Liter Volumen.
Der 1,4-Liter-Basismotor, wie alle mit dem Beinamen Blue Motion Technology geadelt, wurde auf 125 PS/92 kW verstärkt, ermöglicht 203 km/h und verbraucht nach Norm 5,4 Liter Super. Er ist als Einziger nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe zu haben, alle anderen können auch mit Doppelkupplungs-Automatik (DSG) bestellt werden, die über einen Freilauf verfügt. Ab 180 PS/ 132 kW recht fertigt der Scirocco das Prädikat Sportwagen: 227 km/h, von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden. Den 2,0-Liter-TSI gibt es auch - dem Golf GTI entlehnt - mit 220 PS/162 kW (246 km/h, 6,5 Sekunden). Das Top-Triebwerk mit 280 PS/206 kW hin gegen stammt aus dem Golf R (250 km/h, 5,7 Sekunden). Wer es nicht nur sportlich, sondern auch vernünftig will, nimmt den TDI mit 2,0 Litern Hubraum, gleichfalls schönem Ton, 150 PS/110 kW oder 184 PS/135 kW (215 und 230 km/h, 8,6 und 7,5 Sekunden). Bei den 4,2 und 4,4 Litern Diesel Normverbrauch bleibt es nicht, mit etwa sechs Litern ist man aber flott unterwegs, bei den Benzinern ab 180 PS/132 kW geht kaum etwas unter acht Litern.
Der Scirocco gefiel schon immer mit sicheren Kurven eigenschaften, sehr exakter Lenkung und einer Federung, die selbst mit gedrückter Sport-Taste des optionalen DCC-Fahrwerks einen Rest von Komfort erhält. Als neue Ausstattung werden eine Rückfahrkamera und ein vollautomatischer Einparkassistent angeboten. Radio, Klimaanlage, elektrisch bediente Spiegel und Fenster, Zentralverriegelung samt Fernbedienung und Alu räder sind Serie. Letztere sind auch in 19-Zoll-Größe verfügbar.