| 15:43 Uhr

Parksituation
Parkchaos in deutschen Städten

FOTO: pixabay.com / Arcaion
Die Parksituation in deutschen Städten ist katastrophal. Denn man verliert nicht nur viel Zeit und Geld, sondern vor allem auch Nerven bei der Parkplatzsuche. Und es scheint, als würde sich in nächster Zeit nicht allzu viel daran ändern.

Ganze 41 Stunden verschwenden die Deutschen im Jahr bei der Suche nach einem Parkplatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von INRIX. Bei der Studie wurden die volkswirtschaftlichen Kosten der Parkplatzsuche untersucht. Das Ergebnis war erschreckend. Legt man die verschwendete Zeit, den Benzinverbrauch sowie die zusätzliche Abgasbelastung auf den einzelnen Autofahrer um, entstehen so pro Jahr Mehrkosten in Höhe von 896 Euro.

Für großen Unmut bei Autofahrern sorgen immer wieder die hohen Parkgebühren. Günstig Parken am Flughafen scheint da eine echte Herausforderung zu sein. Doch gerade hier muss es schnell gehen und bevor man in seinen wohlverdienten Urlaub reisen kann, gilt es, das Auto sicher zu parken. Mittlerweile gibt es hilfreiche Apps und Webseiten, welche Autofahrer bei der Parkplatzsuche unterstützen. Dies ist aber nicht überall der Fall.

Laut Untersuchung scheint die Parkplatzsituation vor allem in den deutschen Großstädten prekär zu sein. Die Gebühren sind keinesfalls gleich, sondern können sich teilweise erheblich unterscheiden, je nach Stadt. Besonders teuer ist es in München, wo für 2 Stunden Parken schnell mal 6 Euro anfallen. Unangefochten auf Platz 1 bei Parkplätzen im Parkhaus rangiert jedoch Stuttgart mit 7 Euro für 2 Stunden. Dahingegen wirken die Kosten in Dortmund mit 3 Euro sowie in Bremen und Essen mit 4 Euro relativ human. Günstiger wird es immer, wenn man sich für einen kostenpflichtigen Parkplatz an der Straße entscheidet. Am günstigsten ist dies in Düsseldorf (2,39 Euro), Bremen (2,53 Euro) sowie Köln (2,45 Euro). Spitzenreiter sind München (5,66 Euro) und Hamburg (4,75 Euro). Dass es noch schlimmer sein könnte, beweisen die Ergebnisse aus anderen europäischen Großstädten. 2016 lagen die Parkplatzgebühren in London durchschnittlich bei 10,40 Euro je Stunde. Hintergrund der hohen Kosten ist, dass man in der britischen Großstadt möglichst viel Verkehr aus der Innenstadt heraushalten möchte.

Neben den Preisen selbst gibt es jedoch noch ein vollkommen anderes Problem, dem sich Autofahrer stellen müssen: Nicht überall sind genügend Parkplätze vorhanden. Es scheint fast so, als seien freie Parkplätze in deutschen Städten Mangelware. Das merkt man nicht nur, wenn man zum Bummel in die Innenstadt möchte. Auch Anwohner stehen vor dem Problem, nach einem stressigen Arbeitsalltag einen Parkplatz in Wohnungsnähe suchen zu müssen. Besonders nervenaufreibend kann dies in Berlin sein. So begibt sich jeder Einwohner zehnmal auf die Suche nach einer Parkplatzlücke. Um an der Straße parken zu können, müssen die Berliner im Schnitt 9 Minuten Ihrer Zeit opfern. In Parkhäusern fernab des Straßenlandes sind es immerhin noch 6 Minuten. Zeit ist nicht das einzige, was den Autofahrern dabei verloren geht. So gaben 22 % der deutschen Autofahrer an, schon einmal wegen einem freien Parkplatz mit einem anderen Verkehrsteilnehmer einen Streit angefangen zu haben. Ebenso erschreckend: Zwei Drittel der Befragten fühlen sich bei der Suche nach einer freien Parklücke gestresst. Besonders hart trifft es 44 % der befragten Berliner, denn diese haben wegen der Parkplatzsuche schon einmal einen Termin verpasst.