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Reichlich Ausstattung an Bord

Reichlich Ausstattung an Bord

Auf den ersten Blick wirkt der neue X4 von BMW wie ein zu heiß gewaschener X6 - etwas eingelaufen. Er soll vor allem gegen den neuen Porsche Macan punkten.

München. Aus dem sportlichen Mehrzweckfahrzeug (SUV) entsteht bei BMW ein sportliches Freizeitfahrzeug (Sports Activity Vehicle, SAV). Was das auch immer ist - manche Käufer stehen Schlange danach. Wie beim X6 von BMW, der mit respekt heischendem Format und zähnefletschendem Grill in China, Russland und den USA Erfolge feiert. 250 000 Exemplare wurden seit 2008 verkauft.
Ab Juli wiederholt BMW das Spiel eine Nummer kleiner mit dem X4. Dieser soll sozusagen die Nobel-Variante des X3 sein, mit der gleichen Technik, aber mit ganz anderem Auftritt. Bei fast identischer Länge (4,67 Meter) ragt das Dach fünf Zentimeter weniger hoch auf (1,62 Meter). Es erreicht seinen Scheitel über den Frontsitzen und fällt dann leicht ab, um in einem massigen, hoch aufragenden Heck zu enden. Von hinten wirkt der X4 viel bulliger oder sportlicher als der eher hochbeinige X3. Die Seitenlinie erinnert durchaus an ein Coupé. Er wird auf jeden Fall viel weniger polarisieren als der X6, und Käufer mit einer Vorliebe für SUV beziehungsweise SAV werden ihm mögen.
Im X4 sitzen Fahrer und Beifahrer - BMW-üblich durch eine breite Mittelkonsole getrennt - zwei Zentimeter niedriger als im X3. Hinten stoßen große Mit fahrer auch mal am Dach an, etwa beim Ein- und Aussteigen. Der Gepäckraum bietet 500 und beim Umlegen der dreigeteilten Rücksitzlehne 1400 Liter Volumen - statt 550 bis 1600 Liter.
Sehr direkt und agil


Bedienung und Instrumente - gegen Aufpreis wieder mit hervorragendem Head-up-Display - unterscheiden sich kaum von denen im X3. Im Fahrgefühl wirkt der X4 mit seinem niedrigeren Schwerpunkt und serienmäßiger variabler Sportlenkung noch direkter und agiler. Gegen Aufpreis wird wieder der Fahrerlebnisschalter angeboten. In der Stellung Sport straffen sich Stoßdämpfer, Lenkung, Gas pedal- Reaktion und Schaltpunkte der Acht stufen-Auto matik. In Eco-plus-Stellung "segelt" der X4 mit ausgekuppeltem Motor.
Mit Ausnahme des Basis-Diesels 18d steht die gesamte Motorenpalette aus dem X3 zur Wahl. Der 3,0-Liter-Sechszylinder mit Doppelturbo im 35i (306 PS/225 kW, 400 Nm Drehmoment) und noch mehr der Diesel im 35d (313 PS/230 kW, 630 Nm) haben leichtes Spiel mit den fast zwei Tonnen Leergewicht. Der 35i erreicht Tempo 100 in respektablen 5,5 Sekunden, der Diesel in 5,2 Sekunden. Beide laufen 247 km/h Spitze.
Der 35d spendet dabei sein Fahrvergnügen weit ökonomischer: Normverbrauch 6,0 Liter Diesel, beim 35i sind es 8,3 Liter Super. Schon mit den preisgünstigeren Motoren, so dem 2,0-Liter-Benziner (184 PS/135 kW, 270 Nm) und erst recht mit dem neuen 2,0-Liter-Diesel (190 PS/ 140 kW, 400 Nm), ist der X4 gut unterwegs. Die Preise beginnen bei 46 100 Euro. Für etwa 5000 Euro mehr gegenüber dem vergleichbaren X3 gibt es deutlich mehr Ausstattung: unter anderem Xenonlicht, Leichtmetall räder und eine elektri sche Heckklappe.
Der X4 ist laut BMW "das erste Sports Activity Coupé in der Premium-Mittelklasse". Und als solches sei er konkurrenzlos. Das stimmt nicht ganz. Porsches neuer Macan ist in Charakter, Leistung und Preis vergleichbar. Platz auf der Welt ist für beide.