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Reichlich Platz und bessere Übersicht

Foto: Volkswagen
Foto: Volkswagen
Wolfsburg. Mit dem Sportsvan ersetzt VW den Golf Plus. Er bildet erneut so etwas wie einen Mehrwert-Golf: vielseitiger, geräumiger und nicht zuletzt im täglichen Umgang noch angenehmer. Stefan Woltereck

Wolfsburg. 2005 erschien der Golf plus, wirkte eher pummelig, ließ aber die meist etwas älteren Käufer leichter ein- und aus steigen und bot mehr Platz. Bei der siebten Generation, die Ende 2012 Premiere hatte, blieb dieser Hoch-Golf außen vor. Erst in dieser Woche ist sein Nachfolger erschienen - mit dem neuenNamen Sportsvan. Und mit der Technik des Golf 7. Ihr wichtigster Fortschritt heißt MQB. Dieser so genannte modulare Querbau kasten streckt den Achsabstand gegenüber dem Golf plus um mehr als zehn Zentimeter auf fast 2,69 Meter. Das sind fünf Zentimeter mehr als bei der Golf- Limousine und fast schon Mittelklassemaß. Die Karosserie wuchs dazu auf 4,34 Meter Länge (plus acht Zentimeter gegenüber der Limousine) und auf 1,58 Meter Höhe (plus 14 Zentimeter).
Optisch und beim Fahr eindruck sind die Unterschiede gering. Innen aber überbietet der Mehrwert-Golf übliche Kompaktwagen-Maßstäbe bei weitem. Die hinteren Sitze mit einstellbarer Lehnenneigung lassen sich um 18 Zentimeter verschieben und sorgen für viel Beinraum. Der Kofferraum glänzt mit S-Klasse-Format: 590 Liter unter der Abdeckplatte bei nach vorn geschobener Bank, 1520 Liter beim Vorklappen. Der Sportsvan bietet fast den Laderaum des Variant (1620 Liter). Der aber hat keine verschiebbaren Rücksitze, weniger Kofferraum (424 Liter) und ein deutlich engeres Inneres.
Die Karosserie, die eine Hand breit höher aufragt, fällt eigentlich nur im direkten Vergleich auf. Sie bietet innen aber eine bessere Übersicht über das Verkehrsgeschehen und wieder einen bequemeren Ein- und Ausstieg. Einrichtung und Bedienung entsprechen weitgehend denen der Limousine: hochwertige Materialien, sorgfältig verarbeitet, klare Instrumente, straffe, sehr gute Sitze. Einziges Manko: Es ist kein Netz lieferbar, mit dem sich Lade- und Innenraum trennen lassen. Dafür lässt sich die Kofferraum-Abdeckung unter dem Ladeboden verstauen.
Es gibt vier Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung: 1.2 TSI mit 85 PS/63 kW und 110 PS/ 81 kW sowie 1.4 TSI mit 125 PS/ 92 kW und 150 PS/110 kW. Hinzu kommen zwei Diesel: 1.6 TDI mit 110 PS/81 kW und 2.0 TDI mit 150 PS/110 kW. Alle erfüllen die Norm Euro 6 und verfügen über ein Stopp-Start-System, alle arbeiten angenehm leise. Dem Sportsvan 1.6 TDI Bluemotion sagt Volkswagen sogar den niedrigsten Normverbrauch aller kompakten Vans nach: 3,6 Liter, CO{-2}: 95 g/km. Sein Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 ist besser als der vieler Sportwagen, was den Verbrauch auch bei höherem Tempo niedrig hält. Mittelfristig werden auch die neuen Dreizylinder-Turbos von VW mit noch niedrigeren Verbrauchswerten einziehen (siehe Seite 55).
Exakte Lenkung, knackige Schaltung, schon mit Normal-Fahrwerk hoher Komfort: Am Lenkrad fühlt sich der Sportsvan an wie der normale Golf. Auch für ihn steht das gesamte Arsenal elektronischer Assistenz systeme zur Wahl. Die Preisliste des Sportsvan, der serienmäßig fünf Türen hat, beginnen bei 19 625 Euro für den 1.2 TSI - etwa 2500 Euro mehr als bei der Limousine.