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Schmucker Schwede: Der Volvo XC 60 R-Design im Test

Schmucker Schwede: Der Volvo XC 60 R-Design im Test

Dass sich Bodenfreiheit, Geländetauglichkeit und Alltags-Chic in der Stadt nicht ausschließen müssen, hat der schwedische Autobauer Volvo mit seinem Modell XC 60 unter Beweis gestellt. Wir fuhren den sportlichen SUV im eleganten R-Design mit einem Fünfzylinder-Diesel

 Volvo XC 60 R-Design
Volvo XC 60 R-Design Foto: Jürgen C. Braun

Die Konturen innerhalb der verschiedenen Automobil-Gattungen verschwimmen immer mehr. Wo über Jahre und Jahrzehnte hinweg strikt zwischen Limousinen, Kombis, Cabriolets, Coupés und Großraumfahrzeugen unterschieden wurde, hält der Trend zum so genannten Crossover-Fahrzeug unvermindert an. Der Volvo XC 60, um den es hier geht, ist zwar kein klassischer Crossover, aber eben doch ein Fahrzeug mit vielen Fähigkeiten. Eines, das ebenso für das urbane Straßenbild wie für abseits des Asphalts geschaffen wurde und das in diesem speziellen Falle auch noch ein richtiger Hingucker ist. Ein SUV, dem man das Prädikat Lifestyle durchaus mit auf den Weg geben kann. Egal, wo dieser nun auch hinführt.

Fangen wir mit Letzterem an: "R"-Design nennt sich das optionale Paket, das aus dem "Sports Utility Vehicle" mit Allradantrieb und erhöhter Bodenfreiheit einen richtig edlen Flitzer macht. Zu diesem Komplettangebot in Sachen Sportoptik gehören eine Frontpartie mit geändertem Kühlergrill, ein auffallendes Heck, verchromte Endrohre, ein Diffusor mit Luftleitfinnen, große 20-Zoll-Räder und einige weitere peppige Details mehr. R-Design schlägt sich auch im extravagant zu nennenden Innenraum nieder. Die schwarzen Sportsitze in Nubukleder bieten vorzüglichen Seitenhalt. Die Komplett-Ausstattung des Innenraums wurde - das ist ersichtlich - auf das Duell mit Kontrahenten wie Audi Q5, Mercedes GLK, oder BMW X3 ausgelegt. Und dort braucht sie sich nicht zu verstecken.

Was sportlich aussieht, muss sich auch so fahren. Nach dieser Vorgabe hat sich Volvo bei Motorisierung und Fahreigenschaften gerichtet. Das straffe Fahrwerk gibt fühlbar Rückmeldung über Unebenheiten (quer und längs). Der Allradantrieb erlaubt eine gewisse Gelände-Tauglichkeit, obwohl die wenigsten Interessenten an einem XC 60 diesen Vorzug anstreben dürften. Zwar verabschiedet sich Volvo sukzessive vom Fünfzylinder-Prinzip, doch in diesem Fall schöpft der 215 PS starke Diesel mit 2,4 Liter Hubraum seine Kraft noch daraus. Er schiebt von unten heraus mächtig an, 440 Newtonmeter sind ein gewichtiges Wort. In Verbindung mit der seidenweichen Sechsgang-Automatik passt das punktgenau.

Die erhöhte Sitzposition im XC 60 ist sicherlich ein Argument, das bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt. Die Rundumsicht ist sehr gut, Fahrer und Mitreisende haben sehr viel Kopf-, Bein- und Ellbogenfreiheit. Das 1912 Kilogramm schwere Gefährt erlaubt eine Zuladung von 593 Kilogramm, im Kofferraum ist Platz für knapp 500 Liter. Mit einer Länge von 4,65 Metern, einer Breite von 1,89 Metern und einer Höhe von 1,71 Metern ist ein solches Fahrzeug natürlich kein Playmobil fürs Parkhaus, aber dank Rückfahrkamera (480,00 Euro) ist zumindest die Umsetzung dieses Vorhabens kein, oder zumindest kaum, ein Problem. Wer wirklich auf die Kombination SUV und Auftritt wert legt, dem sei gesagt: Dieses Auto ist in seinen Dimensionen und Abmessungen alltagstauglich. Man kann damit festes Terrain verlassen und es macht im Dunstraum der Shopping-Mall einfach einen "schlanken Fuß".

Zum Thema Sicherheit, bei Volvo immer ganz oben auf der Agenda: Das so genannte "Fahrer-Assistenz-Paket Pro" für einen Aufpreis von 2150 Euro bietet alle nur denkbaren Assistenz-Systeme nicht nur für die Insassen, sondern auch für Fußgänger oder Radfahrer. Wenn es wirklich etwas Sinnvolles gibt, für das man sich bei einem Auto in diesen Preisregionen entscheiden sollte, dann ist es dieses Rundum-Sorglos-Paket.

Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit des XC 60 mit dieser Motorisierung mit 205 km/h an. Viel wichtiger ist jedoch, dass ein Fahrzeug mit dieser Zielsetzung auch ein wunderbares Langstrecken-Mobil ist. Da steigt man auch nach ein paar hundert Kilometern Autobahn noch aus, ohne dass einem "das Gerüst" weh tut. Die Verbrauchsangaben (6,4 Liter auf 100 km/h) sind natürlich theoretischer Natur. Wer sich für einen Volvo XC 60 interessiert, der kann sich schon einmal einen freien Tag nehmen und sich damit beschäftigen, was man denn in ein solches Auto noch alles reinpacken kann. Und das ist eine ganze Menge. Der Einstiegspreis in die Baureihe beginnt nämlich bei 34.250 Euro (XC 60 D3). Unser mit allen "Schikanen" ausgestatteter Testwagen kaum auf 63.330 Euro.