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Sein Laderaum überzeugt

Foto: Toyota
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Brühl. Toyotas kompakter Kombi Auris Hybrid Touring Sports ist ein alltagstauglicher Wagen mit überzeugendem Ladevolumen, aber leichten Antriebsschwächen. Hier steht geringer Verbrauch gegen Fahrspaß. Michael Kirchberger

Brühl. Noch eine Hybridvariante von Toyota? Die Zahl der Fahrzeuge mit dem Doppelherz nimmt bei der japanischen Marke unaufhaltsam zu. Nach dem Urahn Prius, der ausschließlich als Hybridversion angeboten wird, ging 2010 der kompakte Auris mit unterschiedlichen Antriebskonzepten an den Start. Zur Wahl stehen hier auch Benzin- und Dieselmotoren. Seit wenigen Monaten bereichert die Hybridversion des Kombis Auris Touring Sports die Modellpalette.
Der Antriebsstrang ist mit dem seiner Markenkollegen identisch - und mit dem im Lexus CT200h. Das Ensemble aus 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner und Elektro motor liefert 136 PS/100 kW Systemleistung. Es beschleunigt den 1420 Kilogramm schweren Kombi in 11,2 Sekunden auf 100 km/h.
Eine Eigenheit des Hybrid systems wurde der jüngsten Generation noch nicht vollständig ausgetrieben: Die Motordrehzahl bleibt monoton, egal ob sich die Fahrgeschwindigkeit ändert. Denn durch das Planeten getriebe, das die Kraft des Motors überträgt, klettert die Drehzahl beim Gasgeben auf konstant etwa 4000 U/min, während der Wagen langsam an Fahrt aufnimmt. Das klingt ungewohnt und nicht sonderlich agil.
Verbrauch leicht zu beeinflussen


Wie sensibel der Antrieb obendrein auf kleinste Veränderungen der Fahrzeugkonfiguration reagiert, zeigt der Unterschied im Normverbrauch, wenn 17-Zoll-Felgen statt der im Grundmodell serienmäßigen 16-Zoll-Räder montiert werden. Um 0,3 bis 0,4 Liter steigt der Wert dann auf bis zu vier Liter Super für 100 Kilometer. Der Einfluss des Fahrers auf den Verbrauch ist noch größer. Weniger als vier Liter haben wir im Test nicht geschafft, meist stand eine Fünf vor dem Komma. Im Schnitt kamen wir auf 4,9 Liter. Maximal genehmigte sich der Auris Hybrid Touring Sports 6,5 Liter Super auf der 100-Kilometer-Strecke.
Der Kompaktwagen ist sehr alltagstauglich. Sein Ladevolumen von wenigstens 530 Litern entspricht dem einer Mercedes S-Klasse. Maximal können im Toyota 1658 Liter verstaut werden. Die Rückbank lässt sich mit einer Hand umklappen, der Kofferraumboden kann in zwei Höhen eingehängt werden und ergibt eine ebene Ladefläche. Haken und Netze zum Sichern des Gepäcks sind auch an Bord.
Handwerker im Sonntags gewand


Als ist Kombi der Auris Hybrid ein Handwerker im Sonntags gewand. Was nicht dazu passt, ist die Zuladung. Mäßige 395 Kilogramm dürfen an Bord sein, bevor das Gewichtsmaximum von 1815 Kilogramm erreicht ist. Die Anhängelast ist mit 345 Kilogramm angegeben. Das reicht für einen kleinen Transport anhänger, der Garten abfälle zum Wertstoffhof oder Kaminholz nach Hause bringt, ohne dass der anständig verkleidete Innenraum des Autos leiden muss.
Praktisch ist der kompakte Japaner also schon. Schnelles Fahren führt aber auch bei Hybridmodellen zu einem höherem Verbrauch. Ähnlich große Dieselfahrzeuge von Opel, Ford oder VW, die mit 5,5 Litern 100 Kilometer weit kommen und dabei auch noch mehr Fahrspaß bieten, sind somit ernsthafte Konkurrenten für den Auris Hybrid.