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Selbstbewusst gekleideter Stadtfloh mit Stammbaum

Selbstbewusst gekleideter Stadtfloh mit Stammbaum

Suzuki steigt ins Segment be sonders kleiner sportlicher Mehr zweck fahr zeuge ein - kurz Mikro-SUV genannt. Das neue Modell heißt Ignis. Unter diesem Namen hatte der japanische Hersteller bereits von 2000 bis 2007 einen Klein wagen angeboten.

Bensheim. Suzuki verzichtet beim 3,70 Meter langen Ignis auf martialische Beplankungen aus Kunststoff und bietet stattdessen einen Mix aus seiner Design geschichte. Die durchaus ge lungene Frontpartie übernimmt Elemente des Modells Vitara, was dem Kleinwagen einen selbst bewussten Auftritt verschafft. Auch die Seitenlinie mit Anleihen vom Winzling Cervo, der vor 40 Jahren erschien und bis 2010 im Programm blieb, sowie einige Zu gaben vom Swift wirken eigenständig und harmonisch. Das schmale Heck dominieren große Rückleuchten und ein Stoßfänger aus schwarzem Kunststoff.
Atmosphäre zum Wohlfühlen

Foto: (g_motor


Im Innenraum ist den De signern Wohlfühlatmosphäre mit gut gesetzten Farbakzenten und übersichtlich angeordneten Bedieneinheiten gelungen. Über den berührungsempfindlichen Bildschirm werden unter anderem Navigation, Unterhaltungsangebot und Apps gesteuert. Eine Reihe von Schaltern für die Klimaregelung erinnert allerdings an vergangene Zeiten.
Dank 2,44 Meter Radstand, die in Relation zur Außenlänge großzügig bemessen sind, bietet der Innenraum angenehme Platz verhältnisse für vier Leute. Bei Bedarf kann die Fondbank verschoben werden. Wie es sich für ein SUV gehört, ist auch die Kopf freiheit großzügig. Der Kofferraum erreicht mit einem Volumen von 267 Litern (204 Liter beim Allradmodell) eine aus reichende Kapazität.
Hinter dem Lenkrad kommt nicht unbedingt ein SUV-Gefühl auf. Ein Kleinwagen bleibt eben ein Kleinwagen, auch wenn er als Mikro-SUV auf die Straße rollt. Der Ignis erweist sich als praktisches und wendiges Fahrzeug. Auch auf kurvigen und schlechten Straßen macht er keine Pro bleme. Vor allem in der Stadt ist das Modell in seinem Element und wieselt dank der angenehm ausgelegten Lenkung ohne Schwierigkeiten auch durch enge Gassen.
Für einen Stadtwagen ist der Suzuki erstaunlich hart abgestimmt. Unebenheiten teilt das Fahrwerk den Insassen un gefiltert mit, was nicht zum Komfortversprechen passt. Das gilt auch für Windgeräusche, die ab 120 km/h unangenehm werden.
Für den Ignis ist nur ein Motor verfügbar, ein 1,2-Liter-Benziner mit 90 PS/66 kW. Das reicht für den nur 885 Kilogramm leichten Wagen aus. Das maximale Drehmoment von 120 Newtonmetern stellt sich erst bei 4400 U/min ein. Wer eine zügige Fahrweise bevorzugt, muss das angenehm leicht zu schaltende Fünfgang getriebe häufig in Anspruch nehmen. Der fünfte Gang ist als Schongang ausgelegt, um das Geräuschniveau und den Benzinverbrauch zu senken. Der Normverbrauch liegt bei 4,6 Litern Super, bei moderater Fahrweise kommt man in der Praxis mit circa fünf Litern aus.
Zu etwas mehr Temperament und Sparsamkeit verhilft dem kleinen Ignis elektrische Unterstützung: Das sogenannte Mild-Hybrid-System hat einen in tegrierten Starter generator und einen Lithium ionen-Akku. Das System springt dem Ottomotor während des Anfahrens und Beschleunigens bei, kann den Wagen aber nicht allein bewegen.
Der Ignis ist mit Front- oder Allradantrieb erhältlich. Dank 18 Zentimern Bodenfreiheit kommt er auch abseits befestigter Wege gut zurecht. Für die Kleinwagenklasse ist seine Sicherheits ausrüstung aufwendig. Dazu gehören eine automatische Bremsunterstützung, die Fahrzeuge und Fußgänger erkennt, ein Spurhaltewarnsystem sowie ein Müdigkeitswarner. Auch wegen dieser guten Ausstattung hat der Ignis beim Euro-Crashtest bereits die Bestnote eingeheimst.
Die Preisliste beginnt bei 11 900 Euro für die Basisversion mit Frontantrieb.