Stirbt die klassische Bus- und Taxibeförderung aus?

Personentransport verändert sich : Stirbt die klassische Bus- und Taxibeförderung aus?

Neue Fahrmöglichkeiten bedrohen den klassischen Personentransport. Unternehmen die im Bereich der Personenbeförderung tätig sind haben es nicht leicht.

War das Geschäft schon von jeher vor allem durch den starken Konkurrenzdruck der klassischen Wettbewerber bedroht, so sehen sich Bus- und Taxi-Unternehmen seit einigen Jahren ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Dass die Branche in ernsthaften Schwierigkeiten steckt wurde in letzter Zeit vor allem durch die Proteste der Taxifahrer gegen die Mitfahrzentrale Uber publik. Dem Unternehmen, das gerade seinen Börsengang vorbereitet, wird von der Vereinigung der Taxifahrer vorgeworfen das sie durch ihr Angebot die realen Kosten beim Personentransport nicht mit abbilden und so für eine Wettbewerbsverzerrung sorgen. Tatsache ist dabei das die Autofahrer die eine Mitfahrgelegenheit anbieten häufig nur einen vergleichsweise kleinen Obulus für die jeweilige Fahrt nehmen. Taxiunternehmen und selbstständige Taxifahrer müssen bei Ihren Preiskalkulationen aber alle kosten voll berücksichtigen. Das führt dazu das für den Nutzer beim Taxi vergleichsweise weit höhere Kosten entstehen und im Umkehrschluss die Beförderungszahlen seit Jahren rückläufig sind, wohingegen sie bei Unternehmen wie Uber oder anderen Fahrdiensten stetig steigen. Für viele Taxifahrer ist die Situation existenzbedrohend und führt zu offenem Protest.

Eine weitere Bedrohung für die Taxibranche liegt in der fortschreitenden Innovation. In den letzten Jahren wurden immer wieder bahnbrechende Erfindungen vorgestellt die sich als Alternative zum Taxi anbieten. So wurde gerade erst vor kurzem das erste Flugtaxi in Betrieb genommen. Was man im ersten Moment vielleicht als harmlose Spielerei abtun mag hat aber durchaus ernste Konsequenzen, denn die Zielgruppe des Flugtaxis ist das mittlere und gehobene Management. Also genau die Zielgruppe die sonst gerne mit dem Taxi zwischen den Flughäfen und Großstädten hin- und herpendelt.

Aber Taxis sind bei weitem nicht die einzigen die mit dem sich veränderndem Personentransport zu kämpfen haben. Auch Busunternehmen geraten immer mehr in Schwierigkeiten. Einer der Hauptgründe hierbei ist zum einen die Konkurrenz aus Ost und Südosteuropa. Diese kann zum einen oft mit weitaus niedrigsten Personalkosten punkten, muss aber zum anderen auch in vielen Bereichen weitaus weniger Vorgaben einhalten. Das führt gerade im Bereich der Reisebusse zu erheblichem Wettbewerbsdruck. In dessen Folge haben viele kleinere Unternehmen oftmals keine andere Möglichkeit als den Betrieb einzustellen. Große Unternehmen wiederum nutzen die Möglichkeit und verlagern Teile der Busflotte in Ausland um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Das dies nicht unbedingt zu mehr Arbeitsplätzen in Deutschland führt dürfte auf der Hand liegen.

Neben Taxi- und Reisebusunternehmen blickt aber auch der Öffentliche Nahverkehr in eine ungewisse Zukunft. Vor kurzem wurden in Hamburg, in Keitum auf Sylt und in Bad Birnbach die ersten autonom fahrenden Minibusse in Betrieb genommen. In anderen Städten die z.B. Osnabrück befinden sie sich noch in der Testphase. Das langfristige Ziel dabei ist eine Personenbeförderung die ohne Fahrer auskommt und dem Nutzer die Möglichkeit bietet mittels App eine autonom fahrende Beförderungsmöglichkeit an verschiedene festgelegte Punkte innerhalb eines Ortes, einer Region oder einer Stadt zu bestellen.

Realistisch betrachtet wird man wohl nicht umhin kommen festzustellen das sich zurzeit neue Möglichkeiten der Personenbeförderung etablieren die den klassischen Beruf des Taxi- oder Busfahrers in nicht allzu ferner Zukunft an den Rand drängen und mehr oder weniger überflüssig machen. Hier ist aber in besonderem Maß die Politik in der Verantwortung den sie ist in der Pflicht jobalternativen zu schaffen. Die Proteste der Taxifahrer gehen somit zumindest schon mal an die richtige Adresse.

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