Temposünder aufgepasst: Warnungen vor Radarfallen sind nicht immer erlaubt

Gut zu wissen : Temposünder aufgepasst: Warnungen vor Radarfallen sind nicht immer erlaubt

Ob stationäre Radarmessung oder mobile Lasergeräte: Blitzer sind heute fester Bestandteil des Straßenverkehrs, um Geschwindigkeitsüberschreitungen festzustellen und Verkehrsteilnehmer auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Um Strafzetteln vorzubeugen, greifen viele Autofahrer auf Radarwarner zurück. Doch dabei ist Vorsicht geboten, nicht alle Systeme sind legal.

Radio hören erlaubt, Lichthupe verboten

Ein Verstoß gegen die Höchstgeschwindigkeit kann richtig teuer werden. Abhängig vom Tempo müssen Verkehrssünder mit satten Geldbußen, Punkten und einem Fahrverbot rechnen. Überschreitet ein Pkw-Fahrer das Tempolimit außerorts beispielsweise um 21 bis 25 Kilometer pro Stunde, werden 70 Euro Bußgeld fällig und das Punktekonto in Flensburg steigt um einen Punkt. Raser, die mehr als 70 km/h zu schnell fahren, werden mit 600 Euro zur Kasse gebeten, müssen zwei Punkte und ein Fahrverbot von drei Monaten in Kauf nehmen. Dass regelmäßiges Blitzen Verkehrsteilnehmer tatsächlich sensibilisiert und wirkungsvoller ist, als viele andere Maßnahmen, verdeutlicht unter anderem die Situation in Wittlich-Neuerburg (wir berichteten zum Blitzer-Report), um nur ein Beispiel zu nennen.

Anhand der drohenden Konsequenzen ist es jedoch nicht verwunderlich, dass Radarwarner gefragt sind. Erlaubt, ist unter anderem das Verfolgen von Warnhinweisen im Radio. Radiosender informieren ihre Hörer in der Regel ausschließlich über temporäre Tempokontrollen, nicht über festinstallierte Blitzer. Auch Handzeichen, die sich Verkehrsteilnehmer gegenseitig geben, um sich vor einem Blitzer zu warnen, sind in Ordnung. Anders verhält es sich bei der Lichthupe. Sie ist Warnungen vor Gefahrenstellen vorbehalten. Die missbräuchliche Verwendung wird mit fünf Euro Bußgeld bestraft.

Technische Radarwarner laut StVO tabu

Neben Radiosendern gibt es diverse Radarwarnsysteme mit individueller Funktionsweise. Diese lassen sich drei Gruppen zuordnen:

Foto: pixabay.com/blickpixel

Die Verwendung derartiger Radarwarner ist laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht erlaubt. Das Zitat aus § 23 zu sonstigen Pflichten von Fahrzeugführenden klärt auf:

„Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte)“

Verkehrsteilnehmer sind aufgrund der potenziellen Strafe gut beraten, sich an dieses Verbot zu halten. „Wer dabei erwischt wird, wie er mit einem Radarwarner oder einer Blitzer-App Messgeräte, wie beispielsweise Radarfallen, aufspürt oder sogar stört, muss für die Ordnungswidrigkeit 75 Euro Bußgeld bezahlen und erhält einen Punkt in Flensburg“, so der Hinweis auf der Informationsplattform https://www.bussgeldkatalog.net/blitzer/, das Informatives zur Geschwindigkeitskontrollen und Tempomessungen im Straßenverkehr arrangiert hat. Aktive Radarwarngeräte dürfen weder verwendet, noch im Fahrzeug platziert sein. Eine rechtliche Grauzone ergibt sich bei Smartphones und Navigationsgeräten. Obwohl es laut Gesetz nicht erlaubt ist, technische Geräte zur Anzeige von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen mitzuführen, lässt sich Besitzern kaum verbieten Navis und Handys im Fahrzeug parat zu haben. Da beide Gerätschaften eine andere Hauptfunktion als die Blitzer-Warnung aufweisen, nämlich Navigation und Kommunikation, dürfen sie im Fahrzeug Verwendung finden. Lediglich die Nutzung des Radarwarnsystems ist verboten.

Tipp: Um Problemen bei einer Verkehrskontrolle vorzubeugen, ist es ratsam die Warnfunktion bei Navigationsgeräten auszuschalten. Diese ist womöglich vorinstalliert.

Warum es sich lohnt, die maximal erlaubte Geschwindigkeit stets einzuhalten und sich statt auf Radarwarnsysteme auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen, verdeutlichen die modernen High-Tech-Blitzer, die vermehrt zu finden sind. Gegenüber Galileo erklärt der Hersteller die Besonderheiten dieser Geräte:

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