Trainings verbessern das Gespür für schwierige Fahrsituationen

Schnee und Glätte : Autofahren bei Schnee und Glätte? Trainings verbessern das Gespür für schwierige Fahrsituationen

Moderne Autos haben bereits viele Funktionen integriert, um dem Fahrer im Verkehr zu assistieren - insbesondere bei besonderen Umständen wie dem Anfahren am Berg, dem Einparken oder bei Temposchwankungen in stockendem Verkehr. Doch die höchsten Stufen des automatisierten Fahrens sind noch nicht erreicht: Noch muss man selbst zum Steuer greifen und auch in schwierigen Situationen wie bei Eis und Glätte zurechtkommen.

Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, und der tatsächliche kurzzeitige Kontrollverlust bei Glatteis verunsichern viele Fahrer und können bei falschem Verhalten zu Unfällen führen. Um diesbezüglich sicherer zu werden und besonnener reagieren zu können, bieten sich Fahrsicherheitstrainings und -übungen an.

Fahrsicherheitstrainings (SHT) werden beispielsweise vom ADAC und der Verkehrswacht offeriert. Unter anderem am Nürburgring sind auch Sicherheitstrainings für Fahranfänger möglich (wir berichteten). Beim normalen SHT werden unter anderem Vollbremsungen geübt und Bremswege bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausprobiert. Für den Fall von plötzlich auftretenden Hindernissen wie Radfahrern oder Wild auf der Fahrbahn lernen die Teilnehmer, Brems- und Ausweichmanöver zu fahren. Hinzu kommen Kreisbahnfahrten, bei denen durch Bremsen ein Unter- beziehungsweise Übersteuern simuliert wird, also die Vorder- oder Hinterreifen jeweils die Bodenhaftung verlieren. Zum sichereren Beherrschen des Fahrzeugs werden darüber hinaus Slalom- und Kurvenfahrten sowie das Rückwärtsfahren um Hindernisse herum geübt.

In besonderen Zentren finden zudem Fahrten unter winterlichen Wetterbedingungen mit Schnee und Glatteis statt. So gibt es zum Beispiel Winter-Fahrtrainings vom ADAC, die in einem "Winterlabor" veranstaltet werden. Dabei bekommt die Fahrbahnoberfläche verschiedene Beschichtungen und einen Belag aus Wasser. Ergänzend sind nasse Edelstahlplatten in der Fahrbahn implementiert, die den Reifen kaum noch ein Haften ermöglichen. Dadurch wird eine glatte Fahrbahn im Winter simuliert. Um die Situation möglichst realistisch zu simulieren, sind die Profile der Reifen abgenutzt und bieten somit noch weniger Halt. Besonders wichtig ist auch hier das Kennenlernen des Zusammenhangs zwischen Geschwindigkeit und Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Weitere Veranstalter sowie Autohersteller haben den Wunsch vieler Autofahrer nach einem Fahrtraining unter besonderen Bedingungen zum Anlass genommen, ebenfalls Trainings anzubieten. Mercedes-Benz offeriert im Rahmen seines "Onroad Winter Trainings" beispielsweise Kurse im schwedischen Sorsele, bei denen nicht unter nachgestellten Bedingungen, sondern bei echtem Eis und Schnee auf einem zugefrorenen See gekurvt wird. Die Tracks wurden vom Formel-1-Rennstreckenarchitekten Hermann Tilke entworfen. Weitere Kurse sind im österreichischen Saalfelden am Fuße der Kitzbüheler Alpen in einer 120.000 Quadratmeter umfassenden Eisarena möglich.

Die Trainings in Österreich sind jeweils auf ein oder zwei Tage ausgelegt, für die Pakete in Schweden wiederum sind je nach Programm zwischen drei und fünf Tage vorgesehen. Flug und Übernachtungen im Hotel sind ebenso wie die Verpflegung jeweils inbegriffen. Die Teilnehmer der "Sports Experience" lernen beispielsweise nicht nur, unter herausfordernden Bedingungen wie etwa bei Nachtfahrten die besonderen Strecken zu meistern, sondern nehmen auch an unterhaltenden Rallyes und Races teil. Für alle, die gerne Auto fahren, verbinden die Programme so Spaß und Lernfaktor. Neben den Basistrainings und Sportabenteuern befinden sich auch Perfektionstrainings für Berufsfahrer im Programm.

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