TV-Fahrbericht: die zweite Generation des französischen Familien-SUV Koleos

Auto und Motor : Der Koloss (Koleos) von Renault

Im TV-Fahrbericht: die zweite Generation des französischen Familien-SUV. Der Autobauer hat viele Kritikpunkte beseitigt.

Der erste Versuch endete eher glücklos. Doch Renault hat schnell dazugelernt und erheblich nachgebessert. Der neue Koleos hat mit dem Vorgänger eigentlich nur noch den Namen gemeinsam, ergab daher auch unser TV-Fahrbericht mit dem französischen Familien-SUV in der Ausführung Energy dCi 175 WD.

Im Angebotswust der Sport Utility Vehicles sämtlicher Größenordnungen ist die Gefahr, den Durchblick etwas zu verlieren, nicht von der Hand zu weisen. Wer bietet wo was in welchem Segment mit welchem Antrieb zu welchen Preisen in welcher Ausstattung an?

Deshalb möchten wir den Koleos hier zunächst etwas katalogisieren. Mit fast 4,70 Metern Länge, 1,85 Metern Breite und 1,67 Metern Höhe ist der Renault-SUV nicht unbedingt ein Fahrzeug aus jener Gattung, mit der man zum Zeitvertreib  gerne in engen Parkhäusern rangieren möchte. Doch der Koleos der zweiten Generation ist nicht nur groß und voluminös. Er wartet auch mit viel individuell gestaltbarem Raum und mit innovativen Lösungen auf.

Ansehnlich auch von hinten: Der  Koleos besticht mit einer dynamischen Heckansicht. Foto: Jürgen C. BRaun/Picasa

Der Fünfsitzer lädt hinten wie vorn dazu ein, sich auszubreiten. Unter dem klappbaren Boden des 500 Liter fassenden glattflächigen Ladeabteils befindet sich noch ein weiteres Staufach.

Die asymmetrisch geteilte Fondlehne lässt sich mit einem einzigen Hebelgriff vom Kofferraum aus umlegen. Insgesamt erreicht man so ein Fassungsvermögen von etwas mehr als 1700 Litern. Hat man, wie im Falle unseres Testfahrzeugs, das Komfort-Plus-Paket der Ausstattungslinie Intens für 850 Euro gebucht, öffnet sich die große Heckklappe auch per Fußsensor.

Für den Vortrieb des mit dem variablen All Mode 4X4 Allradantriebs ausgestatteten Familien-SUV sorgt ein 177 PS starker, zwei Liter großer Direkteinspritzer-Diesel.

Der einfach aufgeladene Selbstzünder erfüllt die Abgas-Einstufung Euro 6b.

Die Kraft wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe auf alle Räder übertragen. Hier macht sich die Renault-Kooperation mit Nissan nicht nur bemerkbar, sondern auch bezahlt. Denn das Aggregat erfüllt seine Aufgabe bereits im dort bestens bewerteten Nissan X-Trail. Das kultiviert und akustisch sehr gut gedämmte Triebwerk  glänzt mit Durchzugsvermögen und zufriedenstellendem Kraftstoffverbrauch.

Dieser gute Wert ergibt sich auch aus der Variabilität des Allradantriebs. In dessen Auto-Modus werden nämlich 100 Prozent der Kraft an die Vorderachse weitergeleitet, um somit Sprit einzusparen. Nur, wenn sich die Untergrund-Bedingungen und damit auch der benötigte Grip ändern, erhält auch die Hinterachse Antriebskraft. Der Fahrer kann außerdem auf reinen Frontantrieb oder mittels einer Lock-Funktion auf starre Kraftverteilung 50:50 umschalten. Bei aller zeitgenössischen Kritik am Diesel erscheint uns diese Form des Antriebs für ein solches Fahrzeug vor allem auf langen Fahrten prädestiniert.

Die Franzosen haben hier nicht nur bei den reinen SUV-Voraussetzungen (Antrieb, Traktion, Einstiegs- und Sitzposition, Rundumsicht, Ladevolumen, zulässiges Gesamtgewicht sowie Dach- und Anhängelast) erheblich nachgearbeitet.

Die Materialien, deren Verarbeitung und die Bedienungsfreundlichkeit des Fahrzeugs sind mit denen der ersten Generation nicht mehr zu vergleichen. Alle wichtigen Funktionen werden über einen großen Touchscreen gesteuert. Dessen Menüführung ist präzise und nachvollziehbar, wenn man sich vorher Zeit nimmt und sich detailliert mit ihr auseinandersetzt.

Unser Fazit: Der neue Renault Koleos glänzt mit viel Platz, guter Verarbeitung, Benutzerfreundlichkeit, einem intelligenten Antriebskonzept – und hat die Schwächen des Vorgängers eliminiert.

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