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Vier Postkarten lassen grüßen

Vier Postkarten lassen grüßen

Die Reifen sind das einzige Verbindungsteil vom Auto zur Straße. Und das oft bei rasender Geschwindigkeit. Dennoch lassen nur wenige Autofahrer dem Reifen die ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen. Was sehr gefährlich werden kann.

Trier. Viermal etwa die Fläche einer Postkarte - das ist der Kontakt eines PKW zur Straße, für den die Reifen sorgen. Motorsportler nennen den Gummi unter ihren Rädern oft auch "das schwarze Gold". Denn Leute, die sich oft im Grenzbereich der Physik bewegen, wissen, was sie der chemischen Substanz unter der Karosserie ihres Fahrzeugs verdanken. Wer sich Fernsehübertragungen zum Thema Motorsport ansieht, der wird zwangsläufig fast zum Reifen-Experten: Slicks, Intermediates, Regenreifen, Reifen warmfahren, Grip und so weiter. Nicht alles, aber sehr vieles dreht sich eben um den Reifen.
Doch das ist nicht nur auf der Rennstrecke so. Schlechte Reifen können auch im Alltagsverkehr fatale Folgen haben, die den Fahrer teuer zu stehen kommen. Wenn es denn bei reparablem Schaden bleibt. Die meisten Autobesitzer behandeln den Pneu eher stiefmütterlich, wie eine von einer Sachverständigen-Organisation in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt.
Etwa ein Drittel der Fahrer wüssten nichts über den Zustand und die Profiltiefe der Reifen an ihrem Fahrzeug, hat die bundesweite Überwachungs-Organisation Küs mit Sitz in Losheim am See in ihrem neuesten Trend-Tacho herausfinden lassen. Die Befragung wurde gemeinsam mit dem Fachmagazin KFZ-Betrieb vorgenommen.
Es gebe wenige Teile am Fahrzeug, die so nachlässig behandelt würden wie die Reifen, ist das Ergebnis des Trend-Tachos. Bei der Umfrage wurde festgestellt, dass 35 Prozent der Befragten nicht wissen, wie es um die Profiltiefe ihrer Reifen bestellt ist. Zwei Prozent wussten von weniger als zwei Millimetern Profil, neun Prozent gaben zwischen zwei und vier Millimeter Profil an.
41 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer hätten ihre Reifen in einem Autohaus ihrer Marke gekauft. 38 Prozent gaben den Reifenfachhandel als Bezugsquelle an. Auf Qualität werde beim Reifenkauf nur bedingt Wert gelegt. Deshalb musste es auch bei 37 Prozent der Befragten nicht unbedingt ein Premium-Reifen sein. 30 Prozent entscheiden sich für eine qualitativ gute sogenannte Zweitmarke.
Obwohl Experten vor Billigreifen - vor allem aus Fernost - immer wieder eindringlich warnen, äußerten fast 40 Prozent, dass sie zum Kauf eines No-Name-Produkts tendieren. Natürlich aus finanziellen Gründen. Dass Verbraucherschutzorganisationen, die solche Produkte teilweise mit erschreckenden Ergebnissen getestet haben, vom Kauf dieser Produkte abraten, fruchtet offenbar viel zu selten.
Was also sollte man tun, um dem Reifen seines Autos möglichst qualitativ zufriedenstellende Langlebigkeit zu sichern? Wer sein Fahrzeug zur Haupt untersuchung vorfährt, der muss bedenken, dass auch der Reifen ein wichtiger Bestandteil der Expertise sein wird. Aus diesem Grund die Reifen regelmäßig auf Beschädigung, Profiltiefe und Luftdruck kontrollieren. Das kostet in der Regel nicht viel Zeit und kein Geld. Aber es erspart unter Umständen viel Ärger und Lauferei. Und im günstigsten Fall kann es sogar zum Lebensretter werden.