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Welche Grundausstattung braucht ein Wagen?

FOTO: Flickr Hyundai IONIQ Electric Blazing Yellow Jakob Härter CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Früher Extra, heute Grundausstattung: Zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme sind mittlerweile unabhängig vom Modell in jedem Fahrzeug zu finden.

Doch die Liste der Sonderausstattungen ist ebenfalls immer länger geworden. Welche sind tatsächlich sinnvoll und welche Extras sind eher etwas für diejenigen, die nicht aufs Geld schauen müssen?

Elektronische Assistenzsysteme zählen heute ebenso zu den gängigen Sicherheitsstandards wie der Anschnallgurt und Airbags für alle Insassen - zum Beispiel das Antiblockiersystem (ABS) und das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP). ABS wird in Deutschland seit Juli 2004 serienmäßig in jedem Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 2,5 Tonnen verbaut. Dazu haben sich die Autohersteller selbst verpflichtet, weil ABS ein Plus an Sicherheit für Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer bedeutet - und weil Verbraucher das System entsprechend nachfragen. Mittlerweile wird ABS auch als Pflichtsystem für Motorräder gefordert, denn 45 Prozent der Motorradunfälle könnten durch ABS verhindert werden. ESP ist ebenfalls im Großteil der Fahrzeuge zu finden und seit 2014 europaweitweit Pflicht in Neuwagen. Von 2000 bis 2013 rettete das System nachweislich 6.000 Menschen das Leben. ESP und ABS sind deshalb ein absolutes Muss in jedem Fahrzeug.

Ein weiteres wichtiges Sicherheitssystem ist der Notbremsassistent. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) könnten Notbremsassistenzprogramme und Parkassistenten bis 2035 Kfz-Haftpflichtschäden um rund 5 bis 10 Prozent und Kaskoschäden um etwa 4 bis 8 Prozent senken. Notbrems- sowie Park- und Rangierassistenten können also dazu beitragen, Schäden am eigenen und an fremden Autos zu verhindern.

Weiterhin sollte man sich die Scheinwerfer genauer ansehen. LED-Scheinwerfer gelten als langlebig und sicher, sodass sie mittlerweile zur Standardlösung geworden sind und die nur kurzfristig erfolgreichen Xenon-Scheinwerfer abgelöst haben. Kurvenlicht und Fernlicht-Automatik sind ebenfalls hilfreiche Features, die für die eigene sowie die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer wichtig sind.

Sonderausstattung: Welche Extras sind sinnvoll?

Wer viel Wert auf Komfort legt - und wer sein Fahrzeug zu einem guten Preis wiederverkaufen will - sollte darauf achten, dass Klimaanlage, Zentralverriegelung, Sitzheizung, Servolenkung, elektrische Fensterheber und Radio zur Ausstattung gehören. Zudem gilt die Metallic-Lackierung als wertsteigernde Ausstattung. Laut DAT-Report sind auch Rückfahrkameras und elektrisch öffnende Heckklappen sehr gefragt.

Eine Anhängerkupplung hingegen braucht nur, wer den Wagen als Nutzfahrzeug oder beispielsweise zum Ziehen eines Wohnwagens verwenden möchte. Ist das der Fall, lohnt sich ein Blick auf die Kosten. Mittlerweile gibt es Anbieter, die preisgünstig Anhängerkupplungen nachrüsten - unabhängig davon, ob es eine starre, abnehmbare oder schwenkbare Variante sein soll. Wichtig bei der Entscheidung, ob die Kupplung später nachgerüstet werden soll, ist die Beachtung aller sicherheitsrelevanten Parameter.

Wer sehr viel auf Autobahnen unterwegs ist, sollte einen Spurhalte-Assistenten und einen Totwinkel-Warner in Erwägung ziehen. Beide Systeme unterstützen die sichere Autobahnfahrt. Da sie jedoch meist nur in teuren Paketen mit anderen Ausstattungsmerkmalen erhältlich sind, sollte man genau überlegen, ob sich diese Systeme auch lohnen. Gleiches gilt für die Einbau-Navigation. In der Regel sind das Smartphone oder externe Navigationsgeräte günstiger und in vielen Fällen auch moderner. Wer häufig unbekannte Strecken fährt und als Ausstattungsoption ein modernes Online-Infotainmentsystem mit Navigation angeboten bekommt, sollte sich dieses genauer ansehen. Für alle anderen Autofahrer reichen externe Navigationsmöglichkeiten in der Regel vollkommen aus.