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"Weltmeister des Crossovers": Der neue Nissan X-Trail im TV-Test

"Weltmeister des Crossovers": Der neue Nissan X-Trail im TV-Test

Nissan war für Überraschungen in den Modellreihen immer gut. Der "Weltmeister des Crossovers", dem niemand bei der Verwandlung eines Automobils und bei der Verquickung verschiedenster Stil- und Funktionselemente etwas vormacht, hat sich dieses Privileg auch für die neue Generation des X-Trail vorbehalten.

Foto: Jürgen C. Braun

Denn mit der dritten Auflage des Spurt Utility Vehicles, kurz SUV genannt, hat Nissan erneut eine Kehrtwendung um die eigene Achse vollzogen. Kam der X-Trail bisher stets als kantiger, robuster Geselle mit zur Schau getragenem Outdoor-Feeling daher, so sieht der neue Nissan jetzt aus, als sei er soeben mal geglättet, gebürstet, gefaltet und neu proportioniert worden. Viel Chic, aber wenig X-Trail. Zumindest in der Form und Optik , in der man sich das Fahrzeug dieses Namens bisher vorstellte.

Fast eineinhalb Jahrzehnte hat der japanische Autobauer an der wuchtigen Erscheinung des X-Trail festgehalten. Was nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung gewesen sein mag, denn insgesamt verkaufte der Hersteller 1,7 Millionen Fahrzeuge dieses Namens in 190 Ländern. Doch Charme und Chic und damit auch die Anziehungskraft dieser Art von Automobil nahmen beim Kunden offensichtlich ab. Es war wie in der Politik: der Wähler wollte einfach mal etwas Anderes haben. Und das tut Nissan jetzt mit dem im wahrsten Sinne "rund erneuerten" SUV.

Somit kommt der neue X-Trail als Fahrzeug mit zwei Merkmalen, oder, wie das Haus selbst es formuliert, als "das Beste aus zwei Welten". Ein Automobil mit einem Crossover-Design und echten 4X4-Merkmalen. Denn an seinem Outdoor-Auftritt und seinen Abenteuer-Fähigkeiten jenseits asphaltierter Straßen hat der X-Trail auch in der neuen Generation nichts eingebüßt.

Die Wahlverwandtschaft des X-Trail zum Nissan-Bestseller Qashqai ist beileibe nicht zu übersehen. Mit 27 Zentimeter mehr Außenlänge, einer verschiebbaren Rückbank und der Option, das Fahrzeug als Siebensitzer aus zu statten, erfüllt der neue X-Trail zudem so "en passant" auch noch eine zweite Funktion. Er ersetzt ab sofort den eher wenig gefragten "Qashqai +2", der nicht mehr aufgelegt wird. Aus zwei Fahrzeugen wurde eines gemacht, das beiden Ansprüchen gerecht wird.

Dank seiner Außenlänge von 4,64 Metern und einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern gilt der neue X-Trail wie schon die Vorgänger-Generation als ein in jeder Hinsicht ausgewachsenes Kompakt-SUV. Der in der jetzigen Form um runde zehn Zentimeter gewachsene Radstand kommt vor allem den Passagiere in der zweiten Reihe zugute, die sich über bedeutend mehr Kniefreiheit freuen dürfen. Überhaupt macht der Innenraum des Neuen einen sprichwörtlich aufgeräumteren und gediegeneren Eindruck.

Zur Markteinführung ist der neue Nissan X-Trail lediglich mit einem 1,6 Liter großen Vierzylinder-Diesel zu haben. 130 PS Leistung und 320 Newtonmeter Drehmoment stehen in den Zulassungspapieren. Im kommenden Jahr folgt dann als zweite Antriebsvariante ein 1,6-Liter-Turbobenziner. Im automatischen Allradantrieb wird per Hand geschaltet, das stufenlose Automatik-Getriebe Xtronic ist nur für den Fronttriebler erhältlich.

Die Einstiegsvariante des neuen Nissan X-Trail beginnt preislich in der Ausstattungsvariante "Visia" bei 26.790 Euro. In der Ausstattungsliste stehen bereits so angenehme Features Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Einparkhilfe vorn und hinten und 17-Zoll-Alu-Räder. . Das serienmäßige Fahrerassistenzpaket umfasst Spurhalter, eine System zur Erkennung und Wiedergabe von Verkehrszeichen sowie einen Notbremsassistenten. Die am umfangreichsten ausgestattete Version "Tekna" beginnt bei 34.850 Euro.

Der neue X-Trail steht damit in einer Reihe von insgesamt 15 neuen Produkten (Fahrzeuge und Modifikationen), die Nissan bis zum Jahr 2016 neu auf den Markt bringen will. Damit verfolgt der Hersteller ein ehrgeiziges Ziel: Bis in zwei Jahren, so ein Sprecher; wolle man die asiatische Nr. 1 unter den Herstellern in Deutschland werden.