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Wenn der Gebrauchtwagen zum Oldtimer wird

Oldtimer : Fahrzeugmarkt 2018: Wenn der Gebrauchtwagen zum Oldtimer wird

Oldtimer müssen laut § 2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung ein Mindestalter von 30 Jahren aufweisen. Der Tag der Erstzulassung ist bei der Berechnung ausschlaggebend. In diesem Jahr werden einige populäre Vertreter der Fahrzeugbranche zum Oldtimer. Darunter VW Corrado, Opel Kadett und Audi V8. Für Besitzer von Pkws, die 1988 erstmals zugelassen wurden, könnte sich der Verkauf jetzt lohnen.

Der Marktwert steigt

Die Zeit vergeht rasend schnell. Das verdeutlicht ein Blick auf den aktuellen Oldtimermarkt. Fahrzeuge aus dem Jahr 1988, wie der Audi V8, BMW 5er oder der Sechzehnventiler Opel Kadett GSi 16 V, leisten noch heute treue Dienste. 2018 erlangen sie Oldtimer-Status, wodurch sich der Blick auf den aktuellen Marktwert empfiehlt. Als Besonderheit gilt beispielsweise der VW Corrado G60 mit über 9.000 Euro. Da sich die Verkaufszahlen des Fahrzeugs in Grenzen hielten, könnte das einige ambitionierte Sammler auf den Plan rufen. Ebenfalls über 9.000 Euro werden für den V8 aus dem Hause Audi kalkuliert. Mit knapp 250 km/h brachte es die Oberklasse auf eine stolze Leistung für damalige Verhältnisse. Nicht weniger spannend, ist die positive Entwicklung beim Opel Kadett GSi 16V, der momentan mit mehr als 8.000 Euro gehandelt wird. Die Tatsache, dass es der Großteil dieses Modells nicht bis ins Jahr 2018 geschafft hat, könnte Fahrzeuge in gutem Zustand umso wertvoller für Interessenten machen. Ähnlich selten ist der Fiat Tipo, der dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert.

Mit deutlich weniger Einnahmen im Vergleich zu Kadett und Corrado müssen Besitzer eines Passats B3 rechnen: Der Marktwert beträgt derzeit weniger als 2.000 Euro. Mit 4.800 Euro einen ordentlichen Verkaufserlös kann der Opel Vectra A 2000 einbringen. Als Nachfolger des Ascona C schaffte es dieses Auto zum erfolgreichsten Mittelklassefahrzeug des Autobauers. Ein kleines Vermögen ließe sich 2018 mit dem Verkauf eines Porsche 928 S4 Clubsport erwirtschaften. Rund 29.000 Euro sind denkbar.

Beliebte Oldtimer ab 2018:

  • Opel Kadett
  • GSi 16VW Corrado
  • G60Porsche 928 S4 Clubsport
  • Porsche 911 (Baureihe 964, Carrera 4)
  • BMW 5er E34
  • Ford Mustang Serie III (Fünfliter V8)
  • Corvette C4 (35th Anniversary-Edition)
  • Jaguar XJ Cabriolet

Fahrzeugbesitzer, dessen Wagen in diesem Jahr zum Oldtimer avancieren, erhalten im Internet eine objektive Antwort auf die Frage "was ist mein Auto wert"? Mit Hilfe einer unabhängigen Wertermittlung lassen sich realistische Gebrauchtwagenpreise für den erfolgreichen Besitzerwechsel ermitteln. Sie sollten allerdings vorwiegend der Orientierung dienen. Um einen exakten Wert zu erhalten, ist die konkrete Einschätzung eines unabhängigen Fachmanns unverzichtbar. Die Expertenbewertung erfolgt vor Ort inklusive intensiver Untersuchung sämtlicher Fahrzeugelemente.

Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen

Oldtimer-Besitzer können für ihr Fahrzeug ein spezielles Kfz-Kennzeichnen anfordern. Der Buchstabe H kennzeichnet dann das historische Fahrzeug. Neben der Erstzulassung, die mindestens 30 Jahre zurückliegen muss, hat der Fahrzeugzustand großen Einfluss darauf, ob ein Pkw ein H-Kennzeichen erhält und Besitzer somit von steuerlichen Vorteilen profitieren können. Für den Erhalt des automobilen Kulturguts, fordert der Gesetzgeber den weitestgehenden Erhalt des Originalzustands. Viele getunte Autos sind somit ausgeschlossen.

Der pauschale Steuersatz für Pkws mit H-Kennzeichen liegt momentan bei rund 191 Euro jährlich. Ergibt sich anhand von Hubraum und Leistung ein geringerer Betrag, wäre eine technische Untersuchung zum Erhalt des Kennzeichens nicht unbedingt sinnvoll. "Ein Zweiliter-Benziner mit Euro 2 kostet beispielsweise 174 Euro Steuer jährlich und bleibt damit also rund 18 Euro unter der Pauschalbesteuerung", erklärt Auto Motor und Sport online in einem Ratgeber zum Sonderkennzeichen. Allerdings müssen alle Faktoren einbezogen werden und eine exakte Kalkulation sämtlicher Posten ist empfehlenswert. Ein weiteres Plus des H-Kennzeichens ist, dass sämtliche Umweltzonen ohne Schadstoffplakette befahren werden dürfen. Hinzu kommen potenzielle Vergünstigungen bei der Versicherungsprämie. Individuelle Tarife senken die Ausgaben teilweise deutlich. Eine Kombination mit Saison-Kennzeichen ist seit Oktober 2017 möglich.

Oldtimer kaufen

Konsumenten, die einen Teil ihres Ersparten in Sachwerte investieren möchten, können mit dem Kauf eines Oldtimers eine sinnvolle Investition tätigen. Zunächst gilt es die Frage zu beantworten, wo Oldtimer unter seriösen Bedingungen angeboten werden. Offizielle Oldtimer-Clubs, Branchenmessen oder Auktionsbörsen sind dahingehend eine Erwähnung wert. Kleinanzeigen in Oldtimermagazinen, Online-Fahrzeugmärkte und regionale Zeitungen können eine Alternative sein. Ratsam ist ein Gutachten von seriösen Prüforganisation wie Dekra oder ADAC. Nur so lässt sich der tatsächliche Zustand sachkundig darlegen und ein angemessener Wert feststellen. Oldtimer im Originalzustand sind in der Regel teurer, als umgebaute Alternativen. Wertsteigernd wirken sich originale Unterlagen zum Kauf, Fotos und Rechnungen zu Restaurierungen aus.

Nicht zu unterschätzen, sind die Unterhaltskosten, die abseits des Kaufpreises anfallen. Ein hochwertiger Oldtimer muss schließlich angemessen versichert, aufbewahrt und gepflegt werden. Ob sich das Investment anhand dessen letztlich lohnt, ist individuell zu entscheiden. Grundsätzlich sollte Kapital nur von Kennern für Oldtimer aufgewendet werden.