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Winterreifen: Gibt es eine Winterreifenpflicht? Welches Bußgeld?

Vor der kalten Jahreszeit : Oktober bis Ostern? Pflicht? Bußgeld? Alles rund um Winterreifen

Es ist die altbekannte Formel bei Winterreifen: Oktober bis Ostern. Aber müssen sich Autofahrer an diese halten? Welche Bußgelder drohen, wenn ich keine Winterreifen fahre? Wie viel Profil müssen die Reifen haben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Oktober bis Ostern? Doch etwas früher oder später? Was ist der richtige Zeitpunkt um die Winterreifen aufzuziehen? Und ist der Autofahrer dazu überhaupt verpflichtet? Jedes Jahr um die (ungefähr) gleiche Zeit stellen Autofahrer sich die gleichen Fragen. Wir beantworten sie.

Gilt in Deutschland eine Winterreifenpflicht?

In Deutschland gibt es keine generelle Winterreifenpflicht, sondern eine situative. Das bedeutet, dass bei manchen Straßenverhältnissen (wie zum Beispiel Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte) nur mit Winterreifen gefahren werden darf. Rechtlich haben Formeln wie das bekannte „Oktober bis Ostern“ keine Relevanz. Wichtig ist zu wissen: Um der situativen Reifenpflicht zu entsprechen müssen auf allen vier Reifen solche angebracht werden. Allgemein gilt also: Behalten Sie die Witterung im Auge.

Keine Winterreifen: Welches Bußgeld droht?

Wer gegen die situative Winterreifenpflicht verstößt, der gefährdet nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch seinen Geldbeutel. Für das Nichtbeachten gelten laut dem Bußgeldkatalog von 2021 folgende Bußgelder:

  • Fahren ohne Winterreifen, obwohl die Witterungsverhältnisse dies erfordern: 60 Euro + 1 Punkt in Flensburg
  • ... mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer: 80 Euro + 1 Punkt in Flensburg
  • ... mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer: 100 Euro + 1 Punkt in Flensburg
  • ... mit Unfall: 120 Euro + 1 Punkt in Flensburg
  • Als Fahrzeughalter zugelassen oder angeordnet, dass das Fahrzeug ohne Winterreifen gefahren wird: 75 Euro + 1 Punkt in Flensburg

Wie viel Profil müssen meine Winterreifen haben?

Im Gesetz ist allgemein eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter festgeschrieben. Diese gilt auch für Winterreifen. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) weist jedoch darauf hin, dass das nur ein gesetzlicher Mindestwert ist. Die Experten empfehlen aus Sicherheitsgründen mindestens 4 Millimeter Profiltiefe. Außerdem empfiehlt der ADAC, dass man die Reifen alle sechs Jahre wechseln sollte (selbst, wenn das Profil noch ausreicht). Dann sei die Gummimischung so hart, dass der „Grip“ bei tiefen Temperaturen nachlasse, so die ADAC-Experten.

Wann bin ich von der Winterreifenpflicht befreit?

Nicht allen Fahrzeugen müssen Winterreifen aufgezogen werden. So gilt die situative Winterreifenpflicht zum Beispiel nicht für einspurige Kraftfahrzeuge wie etwa Motorräder. Auch Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft sind von der Pflicht befreit. Recht selbsterklärend ist es, dass motorisierte Krankenfahrstühle ebenfalls keine Winterreifen tragen müssen.

Darf ich das ganze Jahr mit Allwetterreifen fahren?

Das ist unterschiedlich. Allwetterreifen (oder Ganzjahresreifen) gelten nur in gewissen Fällen als Winterreifen. Um einen Verstoß gegen die Winterreifenpflicht zu verhindern, müssen die Reifen das „Alpine“-Symbol haben oder mit M+S gekennzeichnet sein. M+S-Reifen gelten jedoch nur noch bis zum 30. September 2024 als wintertauglich – und das auch nur, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind.

Winterreifen im Sommer fahren: Erlaubt oder verboten?

Folgendes Szenario: Sie kaufen sich keine Sommerreifen, sondern fahren das ganze Jahr mit ihren Winterreifen. Im Sommer ist es schließlich nicht so gefährlich – es liegt (meistens) kein Schnee. Ist das erlaubt? Ja. Der Gesetzgeber verbietet nicht, dass Sie mit ihrem Winterreifen auch im Sommer fahren. Der ADAC weist jedoch darauf hin, dass das alles andere als vertrauensvoll ist. Wie gefährlich das werden kann, sehen Sie in einem ADAC-Test hier.