Achtung! Stolperfallen beim Immobilienkauf vermeiden

Augen offen halten : Achtung! Stolperfallen beim Immobilienkauf vermeiden

Wer die Menschen auf der Straße zu ihren größten Lebenszielen befragt, wird sehr häufig das Wort "Eigenheim" zu hören bekommen. Da ein Hausbau generell mit sehr hohen Kosten und einem nicht unerheblichen Risiko einhergeht, liebäugeln viele Verbraucher in erster Linie mit dem Kauf einer fertigen Immobilie. Doch was gibt es bei einem Kaufvorhaben eigentlich alles zu beachten?

Warum ist der Kauf einer Immobilie bei den Menschen so beliebt?
In Bezug auf Bauvorhaben hat vor allem das verhältnismäßig hohe Risiko eine abschreckende Wirkung auf die meisten Verbraucher. So gibt es neben der Finanzierungsfrage viele unbekannte Faktoren, die sich nur schwer im Vorfeld kalkulieren lassen. Beispielsweise können bereits kleinste Verzögerungen aufgrund von unerwarteten Ereignissen wie Unfälle oder Arbeitslosigkeit hier zu einer echten Kostenexplosion führen. Der Kauf einer bereits bestehenden Immobilie ist da deutlich weniger risikobehaftet. Im Unterschied zu einem kompletten Neubau, lassen sich die zu erwartenden Kosten bei einem Kaufvorhaben wesentlich leichter im Voraus berechnen. Dies macht auch die Aufnahme eines Darlehens deutlich einfacher, da zum Beispiel keine Anschlussfinanzierungen aufgrund potenzieller Verzögerungen eingeplant werden müssen. Weiterhin fällt auch der bürokratische Aufwand bei einem Hauskauf deutlich niedriger aus als bei einem Bauvorhaben.

Wer ein bestehendes Fertighaus kaufen möchte, sollte im Vorfeld unbedingt auf einige, wichtige Punkte achten. Zwar ist das Risiko im Vergleich zum Hausbau deutlich geringer, dies heißt allerdings nicht, dass es beim Kauf eines fertigen Hauses keine Stolpersteine gibt. Von essentieller Bedeutung ist in diesem Zusammenhang ein umfangreicher sowie detaillierter Finanzierungsplan. Grundsätzlich sollten aufgenommene Darlehen noch vor dem Eintritt in das Rentenalter abbezahlt sein, damit diese langfristig nicht zu einer Belastung werden. Weiterhin sollte die Lage sowie deren zukünftige Entwicklung bei der Auswahl eine Rolle spielen. So kann es passieren, dass eine Immobilie aufgrund einer abnehmenden Attraktivität des Standortes innerhalb kürzester Zeit massiv an Wert verliert. Auch der Zustand eines Gebäudes ist beim Kauf ein entscheidendes Kriterium. Vor allem nicht entdeckte Schäden können mit der Zeit hohe Renovierungs- & Sanierungskosten nach sich ziehen.

Welche weiteren Fallstricke existieren und wie kann man sich davor schützen?
Im Zusammenhang mit der Finanzierung ist darauf zu achten, dass möglichst lange von den aktuell sehr niedrigen Zinsen profitiert werden kann. Die maßgebende Größe ist hier die Zinsbindung, die idealerweise in einem Rahmen zwischen 15 und 20 Jahren liegen sollte. Einige Versicherer bieten sogar Bindungen mit einer Laufzeit von 30 Jahren an. Lange Zinsbindungen verringern das allgemeine Risiko und machen die Kalkulation zudem deutlich einfacher. Um den Sanierungsaufwand schon im Vorfeld genau einschätzen zu können, empfiehlt es sich das Objekt vor dem Kauf von einem Sachverständigen bzw. Gutachter prüfen zu lassen. Das geschulte Auge erkennt in der Regel sogar Mängel, die dem Laien selbst bei genauer Betrachtung verborgen bleiben. Unter keinen Umständen sollten sich Käufer blind auf die Angaben des Verkäufers bzw. Maklers verlassen. Vor allem in Bezug auf die Lageentwicklung werden hier häufig sehr blumige Phrasen benutzt, die in erster Linie negative Faktoren verschleiern sollen. Auch der Kaufvertrag sollte vor dem Unterschreiben ausgiebig kontrolliert werden. Hilfestellung können hier Anwälte im Bereich des Immobilienrechts leisten. Weiteren Schutz versprechen zudem spezielle Gebäudeversicherungen.

Was gibt es abschließend zum Thema zu sagen?
Trotz des verhältnismäßig geringen Risikos, müssen Interessierte auch beim Immobilienkauf die Augen stets offen halten. Grundsätzlich sollten Käufer den Erwerb von der Erstbegehung bis hin zur abschließenden Unterschrift des Kaufvertrages genauestens vorausplanen. Um dabei nicht trickreichen Verkäufern auf dem Leim zu gehen, kann das Engagement professioneller Berater ein wirksames Hilfsmittel sein.

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