Anspruch auf Maklerlohn auch nach Verzögerung

Anspruch auf Maklerlohn auch nach Verzögerung

Auch Monate nach Besichtigung eines Hauses kann beim Kauf Maklerprovision fällig werden. Es kommt nämlich nicht auf den Zeitpunkt des Kaufes einer Immobilie an. Sondern darauf, ob der Makler das Geschäft eingefädelt hat.

Coburg. Maklerlohn wird nach einer Entscheidung des Landgerichts Coburg fällig, wenn die Tätigkeit des Maklers ursächlich für den Abschluss des Kaufvertrages geworden ist. Auch angesichts eines zeitlichen Abstands von acht Monaten zwischen einer ersten Besichtigung und dem Kaufvertrag sah das Gericht im konkreten Fall zumindest eine (Mit-) Ursächlichkeit für den Abschluss des Kaufvertrags als gegeben an. Die spätere Tätigkeit eines zweiten Maklers und dessen Verlangen nach Maklerlohn ändere daran nichts, so die Richter in dem von Beck online veröffentlichten Fall (Az.: 23 O 590/10).
Die Einzelheiten: Ende 2008 meldete sich der spätere Beklagte beim Makler auf der Suche nach einer Immobilie und ließ sich ein angebotenes Einfamilienhaus zeigen. Der letzte Kontakt zwischen dem Makler und seinem Kunden fand im Februar 2009 statt. Der Hauseigentümer wechselte den Makler und über diesen zweiten Makler besichtigte der Beklagte das Anwesen später noch einmal. Im August 2009 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Der klagende erste Makler meint, dass es auf Grund seiner Tätigkeit als Makler zum Kauf im August 2009 gekommen sei. Der beklagte Hauskäufer verteidigte sich damit, dass die Tätigkeit des ersten Maklers nicht für den Kauf ursächlich geworden sei. Das Vertragsobjekt sei ihm durch den zweiten Makler nachgewiesen worden.
Das Landgericht sah dies anders. Es gab der Klage des ersten Maklers gegen den Käufer des Einfamilienhauses auf Maklerlohn statt. Begründung: Dem Inserat des Maklers aus dem Jahr 2008 war zu entnehmen, dass eine Maklerprovision fällig wird. Die Leistung des späteren Klägers habe darin gelegen, dass er dem Beklagten die Besichtigung ermöglichte und den Kontakt zum Verkäufer herstellte. Diese Tätigkeit sei für den Abschluss des Kaufvertrages auch ursächlich geworden. Dies gelte trotz des zeitlichen Abstands von acht Monaten zwischen der Besichtigung und dem späteren Kaufvertrag, so das Gericht. Dem später eingeschalteten Makler verweigerte das Gericht den Anspruch auf Provision. Der Beklagte sei bereits über das Einfamilienhaus, das er kaufen wollte, sehr gut informiert gewesen. Daher habe der zweite Makler nichts beitragen können, was eine Provision rechtfertige. Er habe keinen Anspruch darauf.
Der Maklerlohn ist in Paragraf 652 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. "Der Anspruch auf Maklerlohn entsteht, wenn infolge der Tätigkeit des Maklers ein Vertrag zustande kommt", heißt es im Gabler-Wirtschaftslexikon. red/wi