1. Magazin
  2. Bauen & Wohnen

Architekt muss Kostenrahmen exakt einhalten

Architekt muss Kostenrahmen exakt einhalten

Schwäbisch Hall. Ein Architekt muss sich eng an den Kostenvorstellungen des Bauherrn orientieren.

"Sprengt die Planung des Architekten den Kostenrahmen des künftigen Eigentümers, muss dieser die Pläne nicht akzeptieren, und der Honoraranspruch des Architekten kann entfallen", so Stefan Bernhardt, Rechtsexperte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, mit Hinweis auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Az: VII ZR 230/11).
Ein Bauherr hatte die Pläne seines Architekten als unbrauchbar abgelehnt - das Haus wäre fast doppelt so teuer geworden wie das vom Bauherrn vorgesehene Budget. Der Architekt wollte sich mit der Abfuhr nicht abfinden und sein Honorar einklagen. Beim Landgericht Schweinfurt und Oberlandesgericht Bamberg hatte er zunächst Erfolg. Begründung: Der Bauherr habe mit dem Architekten keine exakte Höchstgrenze vereinbart. Dem widersprach der BGH und hob das Urteil auf. Architekten, so der BGH, müssten prinzipiell mit dem Bauherrn den finanziellen Rahmen für ein Bauprojekt abstecken und dabei dessen Kostenvorstellungen berücksichtigen.
Nennt der Bauherr eine Kostengrenze, sei diese für die Planung verbindlich und werde Inhalt des Bauvertrags, sofern der Architekt ihr nicht ausdrücklich widerspreche. Das gelte auch, wenn der Bauherr keine exakte Obergrenze nenne, sondern nur eine ungefähre Bausumme. red