Aufwühlend

Der Bauer hatte die mit Maulwurfshaufen übersäte Wiese noch nicht zu Ende geeggt, da lockerte sich die Erde schon wieder.

Hätte der Maulwurf aus seinem Haufen gerufen "Bin schon da!" - mich hätte es nicht gewundert. Vermutlich weiß er, dass man ihn nur vertreiben, nicht töten darf.

Anders die Wühlmaus. Ihr darf man Fallen stellen. Dumm nur, dass sich einer das Gangsystem des anderen "least". Der Überführungstrick: Gang aufwühlen, sechs Stunden abwarten. Ist die Röhre wieder verschlossen, war's eine Wühlmaus. Maulwürfe kümmern sich nicht weiter um ihre Tunnel.

Ein Nachbar versuchte, sie mit eingerammten Sendern zu vertreiben. Ob sie Wühlfried mit ihrem schnarrenden Geräusch störten, weiß ich nicht. Die Nachbarn jedenfalls wollten das Weite suchen. Großmütter raten dazu, Kaiserkrone und Spring-Wolfsmilch zu pflanzen. Letztere schleudert ihre reifen Samen mit einem lauten Knall in beachtliche Weiten. Aber ob das so gemeint war: mit pflanzlichen Schreckschusswaffen auf Maulwürfe schießen? Die angeblich wegen ihres Gestanks gemiedenen Kaiserkronen wurden einem Gärtnerkollegen felderweise abgenagt. Wunder, wie ihr Honigtropfen im Blütenkelch, lassen einen Maulwurfsgram kurzzeitig vergessen. Apropos Gram: Wir greifen jetzt zu Vergrämungsmitteln. Und wenn gar nichts mehr hilft, muss man's philosophisch angehen: Alles Schlechte hat auch sein Gutes - will sagen: Maulwurfshaufen als Topfpflanzenerde einsammeln! ek/dr

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